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Die 85. Oscarverleihung verspricht, spannend zu werden.
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Die 85. Oscarverleihung verspricht, spannend zu werden. / Foto: © Matt Petit / ©A.M.P.A.S.

Die Oscar-Verleihung 2013

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Triumphe und Enttäuschungen, Favoritenstürze und Außenseitersiege: Wenn die Academy of Motion Picture Arts and Sciences einmal im Jahr den wichtigsten Filmpreis der Welt verleiht, ist eigentlich immer für Dramatik gesorgt. Doch die Oscarverleihung 2013 könnte zu einer der denkwürdigsten in der 85-jährigen Historie des Preises werden. Warum? Die Show muss und wird Antworten liefern auf fünf spannende Fragen.

1. Kommt es zum TV-Skandal?

Die erste handfeste Überraschung der Oscars 2013 gab es bereits Monate vor der Show: Seth McFarlane wird neuer Moderator der Verleihung. Seth McWer? Der 39-Jährige ist Fans vor allem als Schöpfer und Sprecher der TV-Trickserien "Family Guy" und "American Dad" bekannt. Sein anarchischer, oft grenzwertiger Humor ruft regelmäßig Kritiker auf den Plan.

So verurteilte die US-Eltern-Organisation Parents Television Council (PTC) McFarlanes Berufung zum Oscar-Gastgeber. In seiner Begründung listete das PTC einige Entgleisungen in McFarlanes Serien auf: "Späße auf Kosten von Menschen mit Downsyndrom, angedeuteter Vater-Tochter-Inzest, ein Mann, der ein Pferd masturbiert, ein Baby, das Pferdesperma isst."

Seth McFarlane

Moderator Seth McFarlane / Foto: © ABC/Bob D'Amico

Die Oscar-Academy setzt mit dem Skandal-Comedian auf Risiko; vergangenes Jahr hatte noch das Oscar-Urgestein Billy Crystal (64) moderieren dürfen. Grund für den Richtungswechsel: die seit einigen Jahren fallenden TV-Einschaltquoten, vor allem bei jüngeren Zuschauern. Dass ihn der neue Job nicht gezähmt hat, bewies McFarlane bei der Bekanntgabe der Oscarnominierungen Mitte Januar. "Das Letzte, was Deutschland und Österreich gemeinsam koproduziert hatten, war Hitler. Aber das hier ist viel besser", sagte Mc-Farlane in Bezug auf den nominierten Film "Liebe" von Michael Haneke. Zumindest musikalisch besteht bei der Show keine Skandalgefahr: Es singen auf der Bühne unter anderem Barbra Streisand und Norah Jones. Dazu präsentiert Adele erstmals live ihren nominierten Bond-Song "Skyfall". Apropos Bond ...


Videos zur 85. Oscarverleihung:


2. Klappt das Bond-Klassentreffen?

Allein bei dem Gedanken kriegen echte 007-Fans feuchte Augen: alle sechs bisherigen Bond-Darsteller – von Connery bis Craig – erstmals gemeinsam auf einer Bühne! Gerüchten zufolge arbeiten die Macher der Oscarshow an eben diesem Gipfel der Superspione. Was fest steht: Anlässlich des 50. Geburtstags der legendären Agentenfilmreihe ist in der Show eine große Bond-Hommage geplant.

Ob die Herren Connery, Lazenby, Moore, Dalton, Brosnan und Craig tatsächlich auf der Bühne stehen werden, hängt wohl von den Beteiligten selbst ab. Ur-Bond Sean Connery, seit Jahren im Ruhestand, ließ mitteilen, er hätte kein Interesse an einem Treffen mit seinen Nachfolgern. Nur eine Finte des eigenwilligen Schotten? Abwarten.

Daniel Craig

Bond-Darsteller Daniel Craig / Foto: © Erik Ovanespour / ©A.M.P.A.S

An Daniel Craig würde die Aktion sicherlich nicht scheitern. Obwohl er und das "Skyfall"-Team angesichts der Oscarnominierungen etwas enttäuscht gewesen sein dürften. Zwar gab es fünf Nominierungen (mehr als für die letzten 13 Bond-Filme zusammen!), doch die erhoffte Nominierung in der Königsklasse Bester Film blieb aus. Dabei hatte die Academy diese Kategorie vor wenigen Jahren erweitert, um auch puren, aber glänzend gemachten Unterhaltungsfilmen wie eben "Skyfall" eine Chance zu geben. Doch bei Bekanntgabe der Nominierungen stahl dem erfundenen britischen Spion ein realer amerikanischer Held die Show.

3. Bricht ''Lincoln'' den ewigen Oscarrekord?

Mit zwölf Nominierungen – mehr als jeder andere Film in diesem Jahr – geht Steven Spielbergs ''Lincoln'' ins Oscarrennen. Sollte das Historiendrama über den legendären US-Präsidenten tatsächlich in all diesen Kategorien gewinnen, hätte Spielberg Geschichte geschrieben: Kein Film in der 85-jährigen Oscar-Historie hat jemals derart viele Trophäen gewinnen können. Und selbst wenn ''Lincoln'' in einer der Kategorien patzt, wäre der bisherige Oscarrekord von elf Trophäen eingestellt. Der Film stünde dann auf einer Stufe mit "Ben Hur" (1959), "Titanic" (1997) und "Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs" (2003).

Daniel Day-Lewis

Daniel Day-Lewis in ''Lincoln'' / Foto: © Walt Disney/20th Century Fox/David James

Größter "Lincoln"-Rivale bei den Oscars 2013 ist Ben Afflecks Polit-Thriller "Argo". Sicher scheint "Lincolns"“ Erfolg in der Kategorie Bester Hauptdarsteller – Kandidat Daniel Day-Lewis ist mit bisher zwei Oscarsiegen schließlich ein Academy-Liebling. Wenn es da nicht ein kleines Detail gäbe: Insgesamt neun Schauspieler und Schauspielerinnen waren mit Filmen von Spielberg schon für einen Oscar nominiert – gewonnen hat bisher kein einziger.

Kann Day-Lewis als Erster den "Spielberg-Fluch" besiegen? Kleiner Trost für den Schauspieler: Zumindest braucht er nicht die Konkurrenz einer Grundschülerin und einer Uroma zu fürchten.

4. Wer siegt beim ''Kampf der Generationen''?

Einmalige Situation in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin: Hier konkurriert die erst neun (!) Jahre alte Quvenzhané Wallis ("Beasts of the Southern Wild") mit der 85-jährigen Emmanuelle Riva ("Liebe"). Noch nie hat es in der Oscargeschichte in dieser Kategorie eine jüngere beziehungsweise ältere Nominierte gegeben, schon gar nicht in ein und demselben Jahr. Favoriten sind bei den Buchmachern aktuell noch die anderen Mitstreiterinnen Jennifer Lawrence (22, "Silver Linings"), Naomi Watts (44, "The Impossible"“) und Jessica Chastain (35, "Zero Dark Thirty").

Emmanuelle Riva

Die 85-jährigen Emmanuelle Riva in "Liebe" / Foto: © Sony Pictures Classics

Doch gerade diese Kategorie ist regelmäßig für eine Überraschung gut. So wie 2008, als die bis dato international unbekannte Marion Cotillard ("La vie en rose") gewann. Oder im Jahr 1990. Damals gewann Jessica Tandy für "Miss Daisy und ihr Chauffeur". Tandy war bei ihrer Nominierung übrigens schon 80 Jahre alt und hielt für 23 Jahre den Altersrekord – bis eben in diesem Jahr Emmanuelle Riva kam. Kein schlechtes Omen also für den französischen Altstar.

Sollte tatsächlich Riva am 24.2. den Oscar gewinnen, dürfte sich aber auch ein großer deutscher Fernsehsender so ein bisschen als Sieger fühlen.

5. Holt die ARD zwei Oscars?

Die größte deutsche Oscarchance 2013 scheint recht offensichtlich: Christoph Waltz ist für "Django Unchained" als Bester Nebendarsteller nominiert. Für den Schauspieler mit deutscher und österreichischer Staatsangehörigkeit wäre es nach "Inglourious Basterds" bereits sein zweiter Academy Award.

Christoph Waltz

Christoph Waltz in ''Django Unchained'' / Foto: © The Weinstein Company/Andrew Cooper

Größte Überraschung bei den Nominierungen war aber Michael Hanekes Drama "Liebe": Mit fünf Nominierungen – alle in wichtigen Kategorien – hatte wohl keiner gerechnet. Offiziell geht der Film für Österreich ins Rennen. Doch er besitzt auch deutsche DNA, und das nicht nur, weil Michael Haneke als Sohn eines Deutschen in München geboren wurde. "Liebe" ist eine deutschfranzösisch-österreichische Koproduktion in Zusammenarbeit mit ARD Degeto, Bayerischem Rundfunk und Westdeutschem Rundfunk.

Und auch in einer anderen Oscarkategorie könnte das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen noch triumphieren. Die Doku "Töte zuerst" (Titel im Wettbewerb: "The Gatekeepers", 6.3., 22.45 Uhr, Das Erste) über den israelischen Geheimdienst wurde vom Norddeutschen Rundfunk koproduziert. Ein Doppelsieg der ARD bei den Oscars 2013? In Zeiten anhaltender Beitragsdiskussionen könnte das wohl auch den schärfsten Kritiker ein wenig versöhnen.


Sendehinweis: ''85. Oscarverleihung''

Wer gewinnt die wichtigsten Filmpreise der Welt?
SO, 24.2., ProSieben, 1.30 Uhr

Artikel vom 24. Februar 2013

Autor: Michael Tokarski

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