Gute Fotos auch ohne Spiegelreflexkamera: Systemkameras mit Wechseloptik wie die Nikon 1 V1 holen technisch auf. / Fotos: © PR
Am Anfang wurden sie mit reichlich Skepsis beäugt, und auch einige Hersteller waren sich nicht recht sicher und hielten sich noch zurück, als 2008 die ersten "Spiegellosen" auf den Markt kamen: kompakte Fotokameras, die Bilder in einer Qualität versprachen, die bisher den etablierten großen Spiegelreflexkameras (DSLR) vorbehalten war, dabei aber auf einen Spiegelmechanismus verzichteten. Inzwischen haben sich die Systemkameras mit Wechseloptik fest im Markt etabliert, rund 25 verschiedene Modelle werden aktuell angeboten.
Der fehlende Spiegelmechanismus und neu entwickelte flache Objektive (Pancakes) ermöglichen sehr kleine, leichte und kompakte Bauformen. Zudem machen exklusive technische Features wie die bequeme Bedienung per Touchscreen, extrem schnelle Autofokussysteme und nicht zuletzt größere Bildsensoren die neue S-Klasse bei den Kameras auch für ambitionierte Hobbyfotografen attraktiv. Christoph Thomas, Vorsitzender des Photoindustrie-Verband e. V.: "Systemkameras erfüllen in vielerlei Hinsicht selbst professionelle Ansprüche."
So erreichen Geräte wie die NEX-7 von www.sony.de stattliche Auflösungen von über 24 Megapixel und einige Bildsensoren stoßen in Größenordnungen vor, wie es sie bisher nur bei der DSLR gab. Vorteil: Größere Sensoren vermeiden bei höherer Pixelzahl das gefürchtete Bildrauschen, das immer dann entsteht, wenn sich zu viele Pixel auf einem viel zu kleinen Bildsensor drängeln. So liefert die neue Geräteklasse eindeutig bessere Bilder als die Kompaktkameras.
Eine erhöhte Prozessorleistung und der schnelle Autofokus steigern nicht nur die Bildqualität, auch Videoaufnahmen – selbst von sich sehr schnell bewegenden Objekten – werden besser. Full HD mit einer Auflösung von 1980 x 1080 und 50 Vollbilder sind bei vielen Systemkameras schon Standard. Immer häufiger findet sich bei den neuen Modellen die Option, gleichzeitig fotografieren und filmen zu können. Allerdings erreichen die Fotos bei dieser Funktion meist nicht ganz die höchstmögliche Bildauflösung der entsprechenden Kamera.
Das Objektivangebot der Systemkameras übertrifft zum Teil bereits das klassischer Spiegelreflexreihen. Das liegt nicht nur an den eigenen zahlreichen Wechselobjektiven für die neue Kamerakategorie, sondern auch daran, dass ältere Objektive per Adapter an die Systemkamera angedockt werden können. Allerdings werden dann nicht immer alle Automatikfunktionen unterstützt, wie etwa der Autofokus. Seine alten Schätze mit der neuen Technik auszuprobieren kann dennoch spannend sein – und Geld spart es obendrein.
Samsung NX 200
Die neueste Systemkamera des südkoreanischen Herstellers verzichtet auf einen Sucher. Dafür ist das 7,6 Zentimeter große OLED-Display kontrast- und detailreich. Praktisch: Für den Schnappschuss wählt die Smart-Auto-Funktion automatisch das zum Motiv geeignete Programm. Auflösung: 20,3 MP. Full-HD-Video.
Preis: ca. 850 Euro
Info: www.samsung.de

Sony NEX-7
Mit einer effektiven Auflösung von 24,3 Megapixel und mit bis zu zehn Bildern pro Sekunde ist die NEX-7 Rekordhalter bei den Systemkameras. Als erste besitzt sie auch einen OLED-Sucher für kontrastreiche und detailgenaue Wiedergabe. Ohne Objektiv wiegt das Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung nur 291 Gramm.
Preis: ca. 1350 Euro
Info: www.sony.de

Olympus E-PL3
Das zeitlose Design und die ergonomisch angeordneten Bedienelemente sind nicht die einzigen Vorzüge der E-PL3 aus der PEN-Serie von Olympus. Ihr schwenkbares 7,6-Zentimeter-Display ermöglicht Fotos aus ungewöhnlichen Perspektiven. Erwähnenswert ist zudem der superschnelle Autofokus, der per Trackingtechnik auch bewegte Objekte in der Schärfe hält.
Preis: ca. 650 Euro
Info: www.olympus.de

Pentax Q
Bei der laut Hersteller kleinsten und leichtesten Kamera der Welt mit Wechselobjektiven ist das Gehäuse nicht größer als das einer Kompakten. Der 12,4-Megapixel Bildsensor wurde mit der Rückseite nach vorn eingebaut, was eine sehr hohe Lichtempfindlichkeit verspricht. Das Bildstabilisierungssystem stammt aus der Spiegelreflextechnik.
Preis: ca. 750 Euro
Info: www.pentax.de

Panasonic Lumix GX 1
Auf Wunsch wird die GX1 durch Tippen auf den LCD-Touchscreen ausgelöst. Oder man kann mithilfe des Fingers sehr präsize kleine Details fokussieren. Die 16-Megapixel-Kamera filmt Videos in Full-HD-Auflösung mit Stereoton. Alle Lumix-G-Objektive passen übrigens auch auf die Olympus Pen.
Preis: ca. 830 Euro
Info: www.panasonic.de

Nikon 1 V1
Das Spezielle an der Nikon 1 ist, dass sie schon fotografiert, bevor der Auslöser gedrückt ist. Nach einer Aufnahme wählt der Smart Photo Selector dann aus 20 Bildern eines Motivs das beste aus. Auch ein neues Aufnahmekonzept beherrscht das System: Beim bewegten Schnappschuss wird nicht nur ein Foto, sondern parallel auch ein kurzer Clip in Zeitlupe aufgenommen.
Preis: ca. 870 Euro
Info: www.nikon.de

Fujifilm X-Pro1
Für die erste Systemkamera von Fujifilm wurde eigens ein neues X-Bajonett entwickelt. Das einfallende Licht soll so noch effektiver genutzt und das Auflösungsvermögen erhöht werden. Eine weitere technische Finesse ist ein hybrid-optischer Sucher. Dabei werden Informationen des elektronischen Suchers in das optische Sucherbild eingeblendet.
Preis: noch offen
Info: www.fujifilm.de

Panasonic Lumix DMC- FT3
Den Falltest bestand die Lumix FT3 von Panasonic ebenso unbeschadet wie das Abtauchen auf bis zu zwölf Meter Wassertiefe. Die Fotos entsprachen mittlerer Qualität, Videos speichert sie dafür in Full-HD-Auflösung. Für Unterwasseraufnahmen gibt es ein Motivprogramm, die Bedienung mit Handschuhen ist schwierig.
Preis: ca. 430 Euro
Info: www.panasonic.de

Nikon COOLPIX AW100
Ob beim Tauchen oder beim Mountainbike-Ausflug – Nikons erste Outdoor-Kamera AW100 macht in jeder Situation Top-Fotos und Videos in Full-HD-Qualität. Unter Wasser lässt sie sich über eine Action-Control-Taste und mit Schüttelbewegungen bedienen. Per GPS-Modul wird der Aufnahmeort automatisch gespeichert.
Preis: ca. 350 Euro
Info: www.nikon.de

Sony Cybershot DSC-TX10L
Ihr Äußeres entspricht nicht unbedingt einer robusten Allwetterkamera. Heftige Stöße können der Sony dennoch nichts anhaben. Ebenso trotzt sie einer Wassertiefe von bis zu fünf Metern. Zu den Motivprogrammen zählen 3-D-Aufnahme und eine HDR-Funktion für kontrastreiche Bilder. Bedient wird die Kamera über ein berührungsempfindliches Display.
Preis: ca. 350 Euro
Info: www.sony.de

Ricoh G700
Die mit starker Gummiarmierung geschützte G700 ist vor allem für den beruflichen Einsatz konzipiert. So ist sie nicht nur gegen Wasser, Staub und Stöße, sondern auch gegen Chemikalien immun. Im Gegensatz zu ansprechenden Tageslichtbildern zählten die Unterwasseraufnahmen aber zu den schlechtesten im Vergleich zur Konkurrenz.
Preis: ca. 500 Euro
Info: www.ricoh.de

Pentax WG1
Mit scharfen und farbenfrohen Unterwasserbildern punktete die auffällige Pentax WG1 im Test. Neben dem speziellen Motivprogramm für Foto- und Videoaufnahmen unter Wasser gibt es eine umfangreiche Intervall-Aufnahmefunktion für Zeitraffereffekte. Auf einen Bildstabilisator gegen verwackelte Fotos wurde verzichtet.
Preis: ca. 260 Euro
Info: www.pentax.de

Artikel vom 03. Februar 2012
Autor: Michael Furmanek
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