Entertainer Hape Kerkeling will nicht länger Horst Schlämmer sein: "Vielleicht kommt er gar nicht mehr zurück. Vielleicht lasse ich ihn wirklich jetzt sterben", sagte der 44-Jährige dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Es ist zugleich das erste Mal seit dem erfolgreichen Kinostart seiner Polit-Satire Horst Schlämmer - Isch kandidiere!, dass er sich wieder als Kerkeling befragen ließ. "Der Film war eine Art Crescendo", kurz vorm Overkill, so Kerkeling, der selbst während der Reklame für den Film oft sechs, sieben Stunden täglich in die Rolle des schmierigen Grevenbroicher Lokaljournalisten schlüpfen musste: "Vielleicht habe ich auch übertrieben", sagte Kerkeling selbstkritisch.
Auf die Frage, was es über eine Nation verrate, die einen Kotzbrocken wie Horst Schlämmer liebe, sagte Kerkeling: "Dass sie Humor hat. Und Schlämmers Erfolg zeigt wohl auch, dass eben jeder so eine Type kennt. Ich glaube, dass Deutschland auch ein bisschen Schlämmer ist. Ist aber auch nicht schlimm."
Zugleich bekräftigte er, in fünf, sechs Jahren aus dem Fernsehen zu verschwinden: "Mit 50 ist Schluss. Ohne jede Wehmut. Ich will mir nicht dabei zusehen, wie ich vor der Kamera altere." Er wolle danach nur noch schreiben. "Schreiben ist Ganz-bei-sich-sein." Bis Ende 2010 wolle er sein nächstes Buch fertigstellen, das er zurzeit aus zwei ursprünglich getrennten Buchprojekten zusammenführe.
Artikel vom 05. Oktober 2009
Autor: Dr. Jörn Krieger / Bild: obs/Constantin Film Verleih GmbH
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