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Appell der Musikindustrie

Kostenlos-Kultur zerstört Kreativbranche

Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat vor den Folgen mangelnder Zahlungsbereitschaft für Internet-Inhalte gewarnt. Die Kostenlos-Kultur zerstöre das Fundament der Kreativwirtschaft und richtet damit einen hohen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schaden an, sagte der BVMI-Vorstandsvorsitzende Dieter Gorny in Berlin.

"Die Musikindustrie spürt nach einem schmerzhaften Restrukturierungsprozess zwar wieder etwas festeren Boden unter den Füßen, hat aber trotz stark gestiegener Musiknutzung in den vergangenen zehn Jahren rund 40 Prozent ihrer Umsätze und Arbeitsplätze verloren", beklagte der VIVA-Gründer. "Wenn die neue Regierung nicht bald konkrete Schritte unternimmt, wird es der Buchbranche, den Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen, den Games-Produzenten oder den TV- und Filmproduktionen genauso ergehen wie der Musikindustrie."

Obwohl die Schwarz-Gelbe-Koalition einen starken Schutz der Urheberrechte im Koalitionsvertrag explizit herausgestellt habe, fehle es bisher an konkreten Schritten, kritisierte Gorny. "Das Internet hat fantastische neue Möglichkeiten eröffnet, aber es hat die Grundprinzipien der Ökonomie nicht revolutioniert. Wenn wir hochwertige Inhalte wollen, werden wir dafür bezahlen müssen. Begehrten, professionell erstellten Content im Netz wie Musik, Videos, Filme oder Nachrichten gibt es nur deshalb, weil er nach wie vor seine ökonomische Basis in der analogen Welt hat", betonte Gorny. "Die ehrlichen Käufer zahlen im Moment die Zeche für die Minderheit derjenigen, die alles umsonst haben will."

Artikel vom 26. März 2010

Autor: Dr. Jörn Krieger / Bild: Bundesverband Musikindustrie

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