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ProSieben Maxx

Sendestart im vierten Quartal

Die TV-Gruppe ProSiebenSat.1 will ihren geplanten Free-TV-Kanal ProSieben Maxx im vierten Quartal starten. Der Sender werde sich an "etwas ältere Männer" richten, sagte Jürgen Hörner, Geschäftsführer von ProSiebenSat.1 TV Deutschland, dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Gleichzeitig kündigte Hörner "Line Extensions, also weitere Ableger" bestehender Sender an, um seine "starken Marken noch schlagkräftiger" zu machen. Details nannte er nicht. Am 17. Januar hatte der Münchner Medienkonzern als jüngsten Neuzugang der Free-TV-Kanal Sat.1 Gold gestartet, der vorwiegend ältere Frauen ansprechen soll.

"Wir erleben eine neue Gründerzeit im deutschen Fernsehen", sagte Hörner. Mit zusätzlichen Abspielstationen stelle sich das Unternehmen "für die digitale Wirklichkeit auf". Er halte "die klassische Verwertungskette der 90er Jahre - Kino, DVD, Erstausstrahlung in einem großen Sender, Wiederholung, dann kleinere Sender - für antiquiert."

Er wolle stattdessen "Fernsehen im Gangnam-Style machen", erklärte Hörner. Das Phänomen, dass ein Musikvideo des südkoreanischen Rappers Psy in kurzer Zeit auf allen möglichen Kanälen weltweit präsent war, "übertragen wir auf den nationalen Fernsehmarkt". Große TV-Events würden künftig über alle Sender und Online-Plattformen einer Sendergruppe "maximale Reichweite erzielen". Jeder Zuschauer bekomme "die Chance, den Film und zusätzliches Material wie Dokumentationen und Making-Ofs zu schauen, wie es für ihn am komfortabelsten ist".

Im deutschen Fernsehmarkt sei "das Angebot groß, die Qualität hoch und der Wettbewerb leider extrem verzerrt", kritisierte Hörner. "Wir haben einen großen Konkurrenten, der mit dem Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro im Monat eigentlich ein Zwangs-Pay-TV bietet." Das vom Gesetzgeber voll finanzierte Fernsehen untergrabe den Wettbewerb.

Zum Verlust der Übertragungsrechte für die Champions League an das ZDF sagte Hörner: "Die Mainzer haben unser letztes Angebot um mindestens 30 Prozent überboten." Die öffentlich-rechtlichen Konkurrenten legten "ohne größere Mühe noch einen Batzen Geld drauf und treiben so künstlich die Preise für die Free-TV-Rechte in die Höhe". Das sei "Wettbewerbsverzerrung im doppelten Sinn, denn ARD und ZDF sind zwar frei empfangbar, aber eigentlich Bezahlfernsehen".

Artikel vom 21. Januar 2013

Autor: Dr. Jörn Krieger / Bild: ProSiebenSat.1

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