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Lautstark: Hella von Sinnen als Tanzbär.
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Hella von Sinnen als Tanzbär. Foto: © Marc Rehbeck für PETA/TV DIGITAL

Provokante Bilder

PETA-Shooting: Schluss mit lustig

Kaum hat Annette Frier das Fotostudio betreten, zieht sie alle Register einer Diva. Ein Interview mit ihr? Sei nicht abgesprochen! Ein Snack für die Crew? Nicht, solange sie nichts esse! Das Motiv, für das sie gleich posieren soll? Viel zu unbequem, eine Einladung zur Schulterzerrung! Aber natürlich ist das alles nicht ernst gemeint, die 36-Jährige ist schließlich keine Zicke – und mit ihrer Rolle hat sie die Lacher auf ihrer Seite.

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Exklusives Video vom PETA-Shooting: Mirja Boes im Fotostudio

Video 1

Video 2

Video 3

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Ausgelassen ist die Stimmung in dem Studio an diesem Tag trotzdem nicht. Frier lässt sich zusammen mit sechs anderen Comedians für eine ernste Sache fotografieren. Sie sind die Stars einer Werbekampagne, die die Tierschutzorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) zusammen mit TV DIGITAL initiiert hat. Und für ihr Foto muss Annette Frier auf einer künstlichen, mit Filmblut getränkten Eisscholle Platz nehmen. So will sie für den Schutz von Robben werben. "Robbenjagd ist sinnlos", sagt sie später. "Warum rasten wir Menschen so aus?"

Für die Robben setzt sich auch Dirk Bach ein. "Wohin soll das Ahornblatt? Ich biete meinen Bauch an, auf dem ist reichlich Platz", scherzt der "Dschungelcamp"-Moderator beim Shooting. Gemeint ist das Symbol der kanadischen Nationalflagge. Dirk Bach protestiert gegen den Staat, der gegen das EU-weite Importverbot von Robbenprodukten aller Art wettert, das seit diesem Jahr in Kraft ist. Noch immer sind es kanadische Jäger, die weltweit die meisten Robben erschießen oder erschlagen. Bach, der sich vegetarisch ernährt, ist PETA-Mitglied und ließ sich bereits 1995 für die Aktion "Lieber nackt als mit Pelz" textilfrei fotografieren. Damit brach er eine Lawine los: "Auf die Kampagne gab es extrem böse Reaktionen von der Pelzindustrie, und es ging richtig bergab mit der Nachfrage nach Pelzen", sagt er. "Aber mittlerweile hat sich Pelz wieder in so viele Designer-Kollektionen geschlichen – ich finde das ganz irritierend. Ich begreife das nicht, weil es so gute Imitate gibt. Selbst mein Gatte, der nicht so engagiert ist wie ich, trägt Lederjacken aus Kunstleder. Die sehen großartig aus und geben ein gutes Gefühl."

Seine ehemalige WG-Mitbewohnerin, Comedy-Ungetüm Hella von Sinnen, zollt ihm höchsten Respekt für seinen konsequenten Lebensstil. "Asche auf mein Haupt!", sagt sie, "ich bin keine Vegetarierin und trage eine Lederjacke. Aber ich habe große Achtung vor Tieren und möchte mich mit PETA solidarisieren." Die 51-Jährige zieht sich ein Fellkostüm über und protestiert als amoklaufender Tanzbär mit Stahlketten an Armen und Beinen gegen den Missbrauch von Tieren als Zirkusattraktionen. "Wer mich aus dem Fernsehen kennt, der weiß: Mit Brüllen habe ich keine Schwierigkeiten! Und Zirkusattraktionen wie Elefanten mit Federbüscheln auf dem Kopf, die Männchen machen müssen, sind mir zutiefst zuwider", sagt sie. "Tiere gehören nicht in den Zirkus, um sich zum Affen zu machen." Ihrem Auftritt in der TV-Show "Stars in der Manege" vor einigen Jahren stimmte sie deshalb auch nur unter einer Bedingung zu. "Bloß keine Tiernummer, das war meine einzige Bitte. Am Ende habe ich das Naabtal-Duo zersägt."

Von Sinnens TV-Hassliebe Hugo Egon Balder erinnert sich mit seinem Motiv an jene Zeit, in der er von der schrillen Moderatorin ein "magersüchtiges Frettchen" genannt wurde. Frettchen und andere "Haus"-Tiere leiden in der Massenzucht häufig unter unwürdigen Bedingungen. Comedy-Kollegin Mirja Boes verschreibt sich dagegen den Zootieren und hilft beim Shooting einem riesigem Stoff-Eisbären auf die Beine, damit der aus seiner unnatürlichen Umgebung fliehen kann.

Auch Kaya Yanar und Matze Knop engagieren sich. Imitator Knop will gegen Tierversuche mobilisieren und schlüpft gleich in vier Rollen: in die des "Kaisers" Franz Beckenbauer, des BVB-Trainers Jürgen Klopp, des "Pop-Titans" Dieter Bohlen und des Italo-Kickers Luca Toni. "Mich haben Tiere mein Leben lang begleitet, ich weiß, wie viel Freude sie einem bereiten können", sagt Knop. "Deswegen ist es grausam, Tiere für so unwichtige Dinge wie Kosmetik zu missbrauchen." Bleibt zu hoffen, dass die Botschaft der sieben Comedians durch ihren tollen Fotoeinsatz tatsächlich gehört wird.

Artikel vom 01. April 2010

Autor: Dirk Oetjen - Fotos: © Marc Rehbeck für PETA/TV DIGITAL

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