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Interviews
Die Schauspieler Andrew Garfield und Emma Stone in Berlin

Die Schauspieler Andrew Garfield und Emma Stone präsentieren in Berlin ihren neuen Film ''Amazing Spider-Man''. / Foto: © dpa

Interview mit Andrew Garfield und Emma Stone

Der neue Spider-Man

Eine neue ''Spider-Man''-Reihe nur zehn Jahre nach dem ersten Hit mit Tobey Maguire, nur fünf Jahre nach ''Spider-Man 3''? Dazu noch für die Hälfte der Kosten? Der Verdacht liegt nahe, dass der Kinoverleih Sony ''The Amazing Spider-Man'' (ab 28. Juni im Kino) nur auf die Leinwand bringt, um die Rechte nicht wieder an Comicriese Marvel zu verlieren.

Denn inhaltlich unterscheidet sich das "Reboot" wenig von der Version des Jahres 2002 – abgesehen davon, dass Peter Parker (gespielt von Andrew Garfield, "The Social Network") etwas jünger ist, mit Gwen Stacy (Emma Stone, "The Help") eine andere Freundin hat und ein anderer Bösewicht auftaucht. Im Interview mit TV DIGITAL erklären Garfield und Stone das Geheimnis hinter der "spinnerten" Idee.

TV DIGITAL: Wie erfuhren Sie, dass Sie eine Hauptrolle im neuen ''Spider-Man'' bekommen würden?

Andrew Garfield: Ich war in Cancún (Mexiko) für Interviews zu "The Social Network" und wurde ins Sony-Chefbüro in einer Hotelsuite gerufen. Marc Webb war da – und viel Champagner. Ich war sehr verwirrt, aufgeregt und überwältigt. Ich habe erst gar nichts kapiert … Es war unglaublich, aber auch einzigartig. Wow, ein Traum wird wahr! Dann realisierte ich, was passiert ist – und nach fünf Sekunden dachte ich: Okay, du musst an die Arbeit.


Kinotrailer zu ''The Amazing Spider-Man'':

Hier: Kinorezension zu ''The Amazing Spider-Man''


Emma Stone: Ich war am Set von "The Help" mitten in einer Szene. Ich ging zu meinem Stuhl und hatte fünf verpasste Anrufe auf dem Handy. Es war Marc Webb, und ich rief ihn gleich zurück. Ich saß in einem kleinen Kaff in Massachusetts, nichts sah nach "Spider-Man"-Welt oder L.A. aus – und dann sagte Marc: "Du wirst Gwen Stacy." Andrew hatte in dem Moment Champagner, ich nicht! Hätte ich welchen gehabt, wäre ich irgendwann umgefallen. Aber ich musste ja zurück und eine Szene drehen. Alle Kollegen nannten mich an dem Tag nur noch "das Wrack".

TV DIGITAL: Macht das nicht Angst, nur fünf Jahre nach "Spider- Man 3" schon eine neue Reihe zu beginnen?

Andrew Garfield: Darüber habe ich nicht nachgedacht. Wenn du das tust, bist du tot. Wir haben hart gearbeitet, um den Charakter am Leben zu erhalten. Ich freue mich immer darauf, einen neuen ''Spider-Man'' zu sehen, und glaube, den Fans geht’s genauso.

Emma Stone: Ich habe die früheren Filme geliebt. Wenn man aber einen neuen Film dreht, denkt man bei der Arbeit nicht daran. Du kreierst einen ganz neuen Charakter, eine ganz neue Geschichte.


Dreharbeiten zu ''The Amazing Spider-Man'':


TV DIGITAL: Was ist denn der neue Spidy für ein Typ?

Andrew Garfield: Regisseur Marc Webb sagte vorher zu mir, er wolle eine geerdete Version der Geschichte machen. Die Story solle in der Realität verankert sein. Wir sprachen darüber, dass Peter Parker ein Außenseiter ist, ein Typ wie Holden Caulfield aus J. D. Salingers "Der Fänger im Roggen".

TV DIGITAL: Beginnt ''The Amazing Spider-Man'' also als Teeniekomödie und wird dann zum Actionfilm?

Emma Stone: In etwa. Peter und Gwen sind 17 Jahre alt. Peter wurde noch nicht gebissen. Es ist zunächst die Geschichte eines Jungen ohne Eltern, der sich so ein bisschen einigelt, sich dann aber zum ersten Mal verliebt und schließlich diesen Doktor Connors trifft, der zu einer Vaterfigur für ihn wird.

TV DIGITAL: Gab es etwas aus den Vorgängerfilmen, das Sie benutzen konnten?

Andrew Garfield: Ich bin mir natürlich dieser Filme bewusst – und ich liebe sie. Wenn ich mir Spider-Man vorstelle, dann als Tobey Maguire. Zu Recht. Er war fantastisch, er hat die Rolle voll getroffen, er lebte sie. Es gab aber nichts, was ich klauen oder vermeiden wollte. Denn Spider-Man ist größer als ich, größer als Tobey und größer als Sam Raimi. Sogar als Stan Lee, obwohl der ihn erschaffen hat. Er hat diesen Giganten erfunden, diese große Kraft, die Millionen Leute bewegt und inspiriert hat. Er hat den dürren Jungs auf der ganzen Welt Mut gemacht! Peter fühlt diese Kraft in seinem Kostüm, er fühlt nicht mehr die Anonymität wie wir alle, wenn wir etwas auf unserer Facebook-Seite posten, um den Mythos unseres Charakters zu erschaffen.

TV DIGITAL: Wie war für Sie die Arbeit an den Actionszenen?

Andrew Garfield: Ich wollte darin so viel selbst machen, wie die Versicherung zulässt. Unser Stunt-Koordinator war super. "Lass mich alles tun, bei dem ich mich wohlfühle. Und wenn ich mich mal nicht wohlfühle, sorge dafür", habe ich gesagt. Und er hat mich gepusht.

TV DIGITAL: Wozu hat er Sie angetrieben?

Andrew Garfield: Zu einer Szene etwa, bei der ich kopfüber an einem Seil hing, sechs Stockwerke hoch. Und ich musste hin und her schaukeln, nach Ketten greifen, weiterschaukeln.

TV DIGITAL: Es gibt ja im Tobey-Maguire-Film diesen Kuss ...

Andrew Garfield: ... eine großartige Szene!

TV DIGITAL: Wie wollen Sie das noch steigern?

Emma Stone: Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht, ob wir das schaffen. Dieser Kuss war so geil! Ich liebe diesen Kuss. Das Beste wäre, ihn für sich stehen zu lassen.

Andrew Garfield: Diese Szene ist so toll, das wird man mit nichts mehr vergleichen können! Aber auch bei uns gibt es einen Kuss – nur eben anders.

TV DIGITAL: Vielen Dank, Emma Stone und Andrew Garfield: , für das Interview.

Artikel vom 28. Juni 2012

Autor: Oliver Noelle

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