Fotos: © WDR
Im neuen TV-Film "12 Winter" (6. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste) überfallen Jürgen Vogel und Axel Prahl als Gangster-Duo Dutzende Banken. In TV DIGITAL verraten die Stars alles über die realen Vorbilder, das perfekte Verbrechen und eigene Delikte.
TV DIGITAL: Ihr neuer Film "12 Winter" erinnert an eine deutsche Version von Steven Spielbergs Krimi-Hit "Catch Me If You Can", oder?
Axel Prahl: Jein. Zwar spielen wir im Film mit den Polizisten – aber nicht so systematisch wie in "Catch Me If You Can". Eines haben beide Filme jedoch gemeinsam: Die Gangster müssen den Bullen immer um eine Nasenlänge voraus sein.
Jürgen Vogel: Und die Cops brauchen ein gehöriges Maß an krimineller Energie! Sonst könnten sie sich gar nicht genug in die Bankräuber hineinversetzen. Aber heutzutage gehören Bankräuber, wie wir sie im Film spielen, einer aussterbenden Gattung an. Die Weiterentwicklung der DNA-Analysen macht ihnen das Leben immer schwerer. Heute gibt es das perfekte Verbrechen kaum noch! Im Grunde ist dieser Film ein psychologisch aufgebauter Krimi – eine Geschichte über Menschen, die über eine lange Zeit Banken ausrauben.
Axel Prahl: Richtig. Und unser Film ist kein Verbrecherfilm im klassischen Sinne. Er geht weit hinaus über die Romantik von Kinohits wie "Bonnie und Clyde" oder die vorhersehbare Dramaturgie von "Ocean’s Eleven". "12 Winter" verknüpft die romantischen Elemente einer realen Gangsterballade mit den spannenden Motiven eines Safeknacker- und eines Gefängnisfilms.
TV DIGITAL: Als Vorlage diente eine reale Bankraubserie von 1988 bis 2001. Haben Sie diese damals wahrgenommen?
Jürgen Vogel: Eher nebenbei. Ich erinnere mich nur noch daran, wie es 1988 losging.
Axel Prahl: Damals nahm ich belustigt war, dass im Osten Containerbanken überfallen wurden, weil die Sicherheitsstandards zu wünschen übrig ließen. Dann erinnere ich mich noch an die Aussage eines der Gangster, er habe die Überfälle nur durchgeführt, weil er befürchtete, dass die Rente nicht ausreiche. Das fand ich echt großartig!
Jürgen Vogel: Wie man sieht, hatte er recht damit! Klar haben die Jungs mächtig gegen das Gesetz verstoßen. Aber mir imponiert ihre Einstellung, das Leben der Menschen in der Schalterhalle immer über die Gier nach Geld zu stellen. Irgendwie haben sie wohl immer damit gerechnet, eventuell doch gefasst zu werden.
Axel Prahl: Zu dieser Berufsethik kommt noch eine gewisse Tragik. Das zeigt sich besonders in einer Szene: Nachdem die beiden Bankräuber wochenlang eine Sparkasse ausspioniert haben, steht am Tag des geplanten Überfalls nur noch ein Geldautomat im Foyer.
Jürgen Vogel: Tja, auch den Gangstern drohen härtere Zeiten. Wer heutzutage eine Bank stürmt und auf Millionen hofft, muss hinter dem Mond leben – schließlich ist der Geldkreislauf in den Filialen quasi unsichtbar geworden. Alles läuft heute über Automaten.
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