Fotos: © Babak Shah, Zorro Film
Gerade ist Navid Akhavan (29) mit der Komödie "Salami Aleikum" in den Kinos zu sehen, in der es um den Zusammenprall verschiedener Kulturen geht. Der aus dem Iran stammende Schauspieler, der auch regelmäßig mit Bruder Omid als Sänger auftritt, lebt seit 1985 in Köln. Trotzdem fühlt er sich manchmal in Deutschland noch nicht ganz zu Hause.
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TV DIGITAL.de: Herr Akhavan, was empfinden Sie, wenn Sie in diesen Tagen die Zeitung aufschlagen und über die Proteste im Iran lesen?
Navid Akhavan: Eine Mischung aus Trauer, Wut und Hilflosigkeit.
TV DIGITAL.de: Denken Sie in einem solchen Moment: "Ein Glück, dass ich nicht im Iran lebe!" Oder haben Sie eher das Gefühl, dass Sie jetzt eigentlich mit durch die Straßen marschieren müssten?
Navid Akhavan: Ich möchte mit den Möglichkeiten, die ich hier habe, so viel tun wie möglich. Aber ich habe das Gefühl, egal was ich tue, es ist zu wenig.
TV DIGITAL.de: Was tun Sie denn?
Navid Akhavan: Mein Bruder Omid und ich haben den Song „Baraye Yek Lahze Azadi“ (übersetzt: „Für einen Augenblick Freiheit“) aufgenommen und ein Video dazu gedreht, um unsere Solidarität zu zeigen. Auf www.navidomid.com kann man sich das Video und den Song demnächst umsonst runterladen. Ausserdem habe ich den öffentlichen Brief an die Kanzlerin und die Petitionen mit unterschrieben.
TV DIGITAL.de: Worum geht es inhaltlich in dem Song?
Navid Akhavan: Es geht um Menschen, die auf der Suche nach Freiheit sind. In dem Video sind Szenen aus dem Film "Ein Augenblick Freiheit", in dem ich auch eine Hauptrolle spiele. Der Film zeigt die Flucht von einigen Menschen aus dem Iran, die auf ein Leben in Freiheit hoffen. Ich habe mit dem Regisseur Arash T. Riahi gesprochen, ob ich Szenen aus dem Film für das Video benutzen darf. Die Idee fand er super.
TV DIGITAL.de: Glauben Sie, dass Oppositionsführer Mir-Hossein Mussawi dem Land eine echte Demokratie bringen könnte?
Navid Akhavan: Dass es eine Besserung geben würde, das glaube ich schon. Aber eine wirkliche Demokratie und Meinungsfreiheit? Dass er das will, das glaube ich schon, aber ob er das wirklich durchsetzen kann, das weiß ich nicht.
TV DIGITAL.de: Beten Sie für die Menschen im Iran?
Navid Akhavan: Ja, jeden Tag.
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