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Interviews
"Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!": Dirk Bach, Dr. Bob und Sonja Zietlow.

"Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!": Moderator Dirk Bach, Dr. Bob, der Arzt, dem die Dschungelbewohner vertrauen, und Moderatorin Sonja Zietlow. - Foto © RTL / Ruprecht Stempell

Sonja Zietlow und Dirk Bach

RTL-Dschungelcamp - Start der sechsten Staffel

"Sie werden Ihren Augen nicht trauen"

Alarmstimmung im australischen Urwald! "Die Kakerlaken und Krokodile bibbern schon“, verrät Dirk Bach. Und das natürlich aus Schiss vor neuen C-Klasse-Promis aus Deutschland, die bald für "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" (13.1., 21.15 Uhr, RTL, strong>siehe TV-Tipp rechts) ins Dschungelcamp ziehen. Das RTL-Dschungelcamp geht in die 6. Runde. TV DIGITAL interviewte das schrille Moderatoren-Duo Sonja Zietlow und Dirk Bach vorab – ein Gespräch über Enttäuschungen, Ärger hinter den Kulissen und Wunschkandidaten für die neue Staffel.

TV DIGITAL: Was wird neu beim Dschungelcamp?

Sonja Zietlow: Sie werden Ihren Augen nicht trauen! Es wird spektakulär, es wird grell, und manchmal wird man gar nicht hingucken können. Das Material bleibt gleich, aber der Schnitt wird noch extremer. Und da reden wir jetzt nur von Dirks Kostümen…
Dirk Bach: Es ziehen neue Prominente ein. Doch darüber hinaus bin ich, was das Vorwissen betrifft, noch völlig unschuldig – ich weiß nicht, ob es noch mehr Kakerlaken gibt…

TV DIGITAL: Was waren bisher für Sie die Höhepunkte des RTL-Dschungelcamps?

Dirk Bach: Eigentlich jede Staffel. Ich fand es immer schön.
Sonja Zietlow: Jeder Sonnenaufgang im Dschungel. Und jedes Jahr der Moment, wenn die Promis im Camp ankommen. Und die entsetzten Augen von Daniel Küblböck, als er in Staffel eins kapiert hat, dass er abends tatsächlich nicht in ein Hotel gefahren wird. Und natürlich die zwei Tage nach dem Jahrhundertsatz letzten Januar: "So… ich sag jetzt mal die Wahrheit!"

TV DIGITAL: Welcher Prominente hatte bisher das größte Unterhaltungspotenzial?

Sonja Zietlow: Platz drei: Peter Bond. Platz zwei: Giulia Siegel. Platz eins: Sarah Dinges. Im allen drei Fällen aus dem gleichen Grund: völlige Selbstüberschätzung und Fehleinschätzung ihrer Außenwirkung. Weswegen Bond und Siegel auch sauer sein werden, dass sie nicht auf Platz eins sind.
Dirk Bach: Das war auf jeden Fall Sarah Knappik. Unübertreffbar! Sie war sehr lustig, vielleicht ein bisschen ungewollt.

TV DIGITAL: Pleitegeier Katy Karrenbauer hat es nach dem Dschungel von Hartz IV nach Hollywood verschlagen. Inwiefern kann die Teilnahme beim RTL-Dschungelcamp ein Karrieresprungbrett sein?

Sonja Zietlow: Damit ist die Frage ja schon beantwortet. Ich kann nur feststellen, dass es nach fünf Staffeln und 60 Promis nur zwei gibt, denen es angeblich geschadet hat. Und sogar diese zwei stehen jetzt nicht schlechter da als vorher.
Dirk Bach: Katy Karrenbauer hat die Rolle bestimmt bekommen, weil sie eine gute Schauspielerin ist – was nichts mit dem Dschungel zu tun hat. Trotzdem gilt: Man kann auf jeden Fall etwas aus der Dschungelteilnahme machen. Mancher unserer Ex-Kandidaten hat nach dem Dschungel eine Fernsehkarriere gestartet oder sie aufgefrischt. Oft wird vergessen, dass die Kandidaten teilnehmen, weil sie ein Talent haben, das man lange nicht mehr wahrgenommen hat. Aber jeder ist ein Star! Vielleicht wurde er oder sie von der Öffentlichkeit vergessen, aber es sind nichtsdestotrotz Prominente. Und junge Dschungelbewohner können sich durch die Teilnahme sogar etwas aufbauen. Nennen wir noch mal Sarah Knappik: Ich weiß nicht, ob sie etwas aus ihrer Bekanntheit gemacht hat, aber als ich sie beim "Deutschen Fernsehpreis" getroffen habe, war sie unglaublich vergnügt.

TV DIGITAL: Was sind die Erfolgsgeheimnisse der bisherigen Dschungelsieger Costa Cordalis, Désirée Nick, Ross Antony, Ingrid van Bergen und Peer Kusmagk?

Sonja Zietlow: Es haben immer die gewonnen, die es nach Meinung der Zuschauer am meisten verdient hatten – die am meisten geleistet haben. Ob geplant und organisiert wie bei Désirée Nick oder mit stoischer Gelassenheit wie bei Costa Cordalis. Und die Sieger sind ein Kompliment an die Zuschauer: Unter anderem ein Schwuler, eine Transsexuelle, eine Seniorin und ein Ausländer – wir Deutschen scheinen weltoffener zu sein, als alle denken.
Dirk Bach: Nehmen wir mal Ingrid van Bergen. Ihr Erfolgsgeheimnis war, dass man unwahrscheinlich viel über sie erfahren hat. Außerdem hat sie – aufgrund ihrer langen Karriere – eine breite Zielgruppe von Jung bis Alt abgedeckt. Obendrein ist Ingrid in dem Alter, in dem man eine gewisse Weisheit erlangt hat – und diese am Lagerfeuer weitergeben kann.

TV DIGITAL: Haben Sie sich über den Sieg des gemobbten Dschungelcamp-Königs Peer Kusmagk gefreut?

Dirk Bach: Ich freue mich immer für den Dschungelsieger. Aber ich will den Sieg auch nicht überbewerten. Ich glaube nicht, dass es das Ziel eines Menschenlebens ist, Dschungelkönig zu werden.

TV DIGITAL: Wer war Ihr bisheriger Lieblingssieger – und warum?

Dirk Bach: Ross Antony. Er wusste, was er tat, war sehr ehrlich und humorvoll und außerordentlich sympathisch.
Sonja Zietlow: Ross Antony. Er hat in zwei Wochen die größte Entwicklung gemacht: Zuerst hat es ihn als teigige Heulsuse fast auf seinem eigenen Tränenstrom aus dem Camp gespült, zum Schluss hat er es braungebrannt und stolz als Dschungelkönig verlassen. Und was er in zwei Wochen gezeigt hat, das setzt er seitdem fort: Er leistet, er liefert ab, er performt und er gibt emotional immer Vollgas. Deshalb hat er auch den größten und seither konstanten Erfolg aus dem Dschungelcamp gezogen.

TV DIGITAL: Fast hätte es für "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" in der Rubrik "Beste Unterhaltung" den "Deutschen Fernsehpreis 2011" gegeben. Waren Sie enttäuscht, als Sie ihn nicht bekommen haben?

Sonja Zietlow: Sehr enttäuscht. Alles andere wäre gelogen. Wobei es schon albern ist, wenn man nach sechs Staffeln mit bis zu 50 Prozent in der Zielgruppe und Hymnen quer durch alle Medien bislang nicht mal die "Brunsbütteler Zinnschnecke" bekommen hat.
Dirk Bach: Man ist immer enttäuscht, wenn man einen Preis nicht bekommt, für den man nominiert ist. Ich nehme ja gerne jeden Preis an – und behalte ihn auch. Die meisten stehen unter dem Fenster, man sieht nur ein paar.

TV DIGITAL: Comedy oder Reality – was ist das Dschungelcamp eher?

Dirk Bach: Darüber habe ich mir noch nie einen Kopf gemacht. Es sind einfach Prominente im Dschungel, die sich dort behaupten müssen – insofern ist es Reality. Doch natürlich ist es auch Comedy. Wie sollte man es anders bezeichnen, was wir dort tun?

TV DIGITAL: Wäre es nicht mal unterhaltsam, Prominente wie Dieter Bohlen und Boris Becker in den Dschungel zu schicken?

Sonja Zietlow: Das würde die langweiligste Staffel der Welt werden. Was will man von Menschen noch erwarten, die alle Peinlichkeiten, Pannen und Pöbeleien schon lange hinter sich haben? Außerdem wäre bei sogenannten A-Promis der Leidensdruck nicht hoch genug.

TV DIGITAL: Wie finden Sie es, dass Pleite-Promis von den Medien sofort als potenzielle Kandidaten für Ihre Sendung gehandelt werden?

Sonja Zietlow: Nachvollziehbar. Darauf sind wir ja in der letzten Staffel mit Genuss herumgeritten. Aber pleite zu sein ist nur einer von vielen Gründen, um in den Dschungel zu gehen. Geltungsbedürfnis, Langeweile, Abenteuerlust und Selbstüberschätzung sind andere. Und dass man bei uns, im Gegensatz zur Betty-Ford-Klinik, noch Geld für den Entzug bekommt.

TV DIGITAL: Doch wie sehr bemitleiden oder verachten Sie die Kandidaten?

Sonja Zietlow: Großer Irrtum! Wir bemitleiden niemanden – und "verachtet" wird in unserer Sendung nicht. Die Aufgabe überlassen wir gerne weiterhin den Kommentatoren, die uns im gleichen Atemzug Zynismus und Häme vorwerfen. Über die Wortwahl in vielen Schlagzeilen und Artikeln würde ich mich bitter schämen, wenn ich das in der Show so gesagt hätte.

TV DIGITAL: Doch was entgegnen Sie auf den Vorwurf "unmenschlichen Moderierens"?

Sonja Zietlow: Gar nichts. Nur ein einziger Kandidat aus sechs Staffeln redet nicht mehr mit mir – und in diesem Fall ist das ganz in meinem Sinne. Mit allen anderen kann ich nach wie vor normal und freundschaftlich reden. Meistens aber erst, wenn sie aufgehört haben, mich zu drücken.

TV DIGITAL: Vor der Kamera sagen Sie Sprüche wie "Günther ist doch nur hier, weil RTL wieder mehr Brüste im Camp sehen wollte" über Kandidaten wie Günther Kaufmann. Doch haben Sie die Kandidaten hinter den Kulissen in Wirklichkeit ganz lieb?

Dirk Bach: Lieb haben wäre zu viel gesagt. Wir sehen die Kandidaten ja nur bei der Verkündung der Dschungelprüfung für den nächsten Tag – also knapp drei Minuten lang.
Sonja Zietlow: Nicht alle, aber mehr als man denkt. Es gibt in jeder Staffel mindestens zwei bis drei Kandidaten, die mich tatsächlich überraschen und die mir richtig ans Herz wachsen. Für die kämpfe ich dann auch in der Buchbesprechung. Da lasse ich gerne mal einen guten Gag liegen – die macht dann meistens Dirk.

TV DIGITAL: Wie gefiel Ihnen denn "Die Alm" – und die schlecht abgekupferten Moderationen?

Sonja Zietlow: Danke an alle Beteiligten – wir hatten noch nie so gute Kritiken wie während der "Alm".

TV DIGITAL: Wie groß wäre Ihre Lust, gemeinsam mit Sonja die Moderation von "Wetten, dass..?!" zu übernehmen?

Dirk Bach: Sie sprechen nicht im Ernst über "Wetten, dass..?!", oder? Ist das nicht das überflüssigste Thema der ganzen Welt? Ich muss da gar nicht drüber nachdenken. Wer will das denn machen? Niemand! Die Sendung ist ja fast älter als ich – wie soll ich mir das vorstellen können?
Sonja Zietlow: Damit würden wir unsere Zielgruppenquote ja fast halbieren! Diesen beruflichen Abstieg heben wir uns für die Zeit nach dem Dschungel auf. Außerdem moderiere ich keine Sendungen, in denen Prominente ohne inhaltliche Relevanz Stierhoden und Hühnerfüße essen müssen.

TV DIGITAL: Zum Abschluss mal ein bisschen Namedropping – können Sie sich vorstellen, dass Menowin Fröhlich ein geeigneter Dschungel-Kandidat für die nächste Staffel wäre?

Dirk Bach: Den kenne ich überhaupt nicht. Keine Ahnung!

TV DIGITAL: Horst Janson – berühmt und pleite…

Dirk Bach: Bei seinen immensen Schulden kann ihm RTL wirklich nicht helfen. Würde der Sender so viel bezahlen, dass Janson sich sanieren kann, würde ich ihn sofort willkommen heißen.

TV DIGITAL: Lothar Matthäus?

Dirk Bach: Den fände ich im Dschungel unglaublich komisch. Doch ich glaube, ihm fehlt dort ein ganz wesentlicher Punkt: sein weibliches Beuteschema.

TV DIGITAL: Cora Schumacher?

Dirk Bach: Sie ist eine sehr nette Frau – doch ich weiß nicht, was sie an Besonderem ins Dschungelcamp mitbringen würde.

TV DIGITAL: Karsten Speck – frisch aus dem Knast entlassen?

Dirk Bach: Der wäre bestimmt toll im Dschungel. Ich kenne ihn als wunderbaren Kollegen. Karsten mag ich sehr gern, habe ihn aber lange nicht mehr gesehen. Das könnte ich mir gut vorstellen.

TV DIGITAL: Heidi Klums Nacktmodel Micaela Schäfer?

Sonja Zietlow: Menowin, Micaela, Horst Janson, Lena Meyer-Landrut, Michael Wendler, Lothar Matthäus und Cora Schumacher können sie alle nehmen und noch fünf beliebige C-Promis drauf packen – es wird eine unterhaltsame Sendung. Meiner Meinung nach gibt es keine falschen Kandidaten. Wenn die Mischung stimmt und die Dynamik passt, muss man es nur laufen lassen, mitschneiden und kommentieren.

TV DIGITAL: Ihr Wunschkandidat für den RTL-Dschungel?

Sonja Zietlow: Da habe ich in einem Mediendienst neulich eine interessante Idee gelesen: Alle Dschungelkönige gehen noch mal ins Camp. Das wäre ein schöner Plan für Staffel 13. Das ist dann auch noch meine Glückszahl – passt also!

TV DIGITAL: Vielen Dank, Sonja Zietlow und Dirk Bach, für das Interview.

Artikel vom 10. Januar 2012

Autor: Mike Powelz

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