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Interviews
Produzentin Barbara Broccoli und Schauspieler Daniel Craig

Produzentin Barbara Broccoli und Schauspieler Daniel Craig sprechen über ihren neuen Bondfilm ''Skyfall''. / Foto: © epa-Bildfunk

Daniel Craig und Barbara Broccoli im Interview

Das 007-Team über ''Skyfall''

Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau – das gilt erst recht für den coolsten Kinostar der Welt: Daniel Craig alias James Bond. Und so achtet die allmächtige 007- Produzentin Barbara Broccoli – Tochter des legendären Albert R. und das einzig wahre "Bond-Girl" – beim Doppel-Interview im Londoner Claridge’s Hotel mit charmantem Lächeln auf jedes Wort und jede Geste ihres Hauptdarstellers. Die 52-Jährige und der 44-Jährige über den 23. offiziellen Bond-Film ''Skyfall'' (ab 1.11. im Kino).

TV DIGITAL: Wird 007 nach den düsteren "Casino Royale" und "Ein Quantum Trost" wieder witzig?

Daniel Craig: Wir haben uns nicht bewusst bemüht, mehr Humor in den Film hineinzubekommen. Es gab einfach ein tolles Drehbuch. Humor entsteht mehr in der Situation als aus Drehbuchzeilen. Es gibt lustige Einzeiler, aber man weiß ja nie. In "Casino Royale" haben Zuschauer über Zeilen gelacht, die wir nicht im Traum für witzig hielten. Es gibt lustige Momente in "Skyfall" – aber das ist ein dunkler Humor.

Barbara Broccoli: Es ist natürlich schwer, ohne eine Vorlage von Ian Fleming Filme originell, interessant und frisch werden zu lassen. Mein Vater sagte immer: "Wann immer du feststeckst, kehre zurück zu Ian." Wir schauen uns immer wieder die Bücher an und versuchen, deren Essenz zu finden. Und so ist der Humor auch flemingesk.

Daniel Craig: Und mein Gott, bitte nein, es gibt natürlich keinen Slapstick in "Skyfall"!


Kinotrailer zu ''Skyfall'':


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TV DIGITAL: Fühlte sich dieser Film anders an als Ihre ersten beiden Bond-Einsätze von 2006 und 2008?

Daniel Craig: Ja, in jeder Hinsicht. Die Pinewood-Studios sind eine sehr düstere Location. Aber in der Türkei – das fühlte sich an wie alte Schule. Wir wollten einen klassischen Bond-Film machen, wenn auch keine direkte Hommage. High Fantasy nenne ich das. Und wir wollten weg von CGI.

TV DIGITAL: Waren in der Türkei auch die meisten Fans am Set?

Daniel Craig: Ja. Wir haben ja direkt an einer Hauptverkehrsstraße vor der Neuen Moschee gedreht. Das Ding bei solchen Drehs in großen Städten ist: Die Leute haben Wichtigeres zu tun. Touristen schauen zu, aber die anderen führen ihr Leben weiter. Istanbul ist größer als London oder New York, Menschen gehen vorbei und sagen: "Hm, da wird ein Film gedreht." Ihnen ist das komplett scheißegal.

TV DIGITAL: Was dachten Sie, als Naomie Harris und Bérénice Marlohe zu Bond-Girls ernannt wurden?

Daniel Craig: Bonds Liebesleben ist ja reichhaltig. Ich war begeistert. Beide sind tolle Schauspielerinnen und machen ihren Job ernsthaft. Und sie sind sehr schön, sehr sexy. Als Sean Connery seine Bond-Filme drehte, tja – da war vielleicht der Respekt vor Frauen etwas ... sagen Sie mir den richtigen Begriff! Aber die Dinge sind jetzt anders. Ich würde dennoch auf keinen Fall sagen, dass mein 007 ein Feminist ist.

Barbara Broccoli: Einige Bond-Girls haben ikonische Momente geschaffen wie Ursula Andress, als sie aus dem Meer kam. In den frühen Filmen waren sie vor allem sehr exotische verführerische Charaktere. Mit der Zeit haben sie sich dann immer mehr gewandelt. Unsere beiden neuen Girls sind sehr verschieden – aber beide auch sehr komplex und bezaubernd. Naomie Harris bringt als Field Agent Bond in manch schwierige Situation ...

TV DIGITAL: War es eigentlich auch schwierig, einen neuen Regisseur für den 23. Bond-Film auszuwählen?

Daniel Craig: Nein.

Barbara Broccoli: Daniel, bist du müde? Daniel sagte uns, dass Sam Mendes interessiert ist. Wir waren überrascht, dass er ein großer Fan ist.

TV DIGITAL: Ist James Bond über 50 Jahre Filmgeschichte eher zu einem typisch amerikanischen Helden geworden?

Daniel Craig: So spiele ich ihn jedenfalls nicht. Bond ist vor allem ein einsamer Held, der die Welt rettet – dieser Typus ist viele 1000 Jahre alt.

Barbara Broccoli: Bond ist britisch, das mögen die Leute. Als die ersten Filme herauskamen, war das Empire am Ende und alles wurde in Schwarz-Weiß gesehen. Mein Vater und sein Mitproduzent Harry Saltzman kamen aus Amerika und Kanada. Sie hatten einen anderen Blick auf britische Helden. Es sollte eben kein David Niven sein, sondern ein Sean Connery! Ein Schotte, ein ungeschliffener Diamant. Durch ihn wurde der britische Held völlig neu definiert. "Skyfall" fühlt sich genauso an – wie ein klassischer Connery-Bond.

TV DIGITAL: Vielen Dank, Barbara Broccoli und Daniel Craig, für das Interview.

Artikel vom 01. November 2012

Autor: Oliver Noelle

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