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Interviews
Das neue ''Dschungelcamp''-Duo: Sonja Zietlow und Daniel Hartwich

Das neue ''Dschungelcamp''-Moderatoren-Duo: Sonja Zietlow und Daniel Hartwich / Foto: © Stefan Gregorowius

Sonja Zietlow und Daniel Hartwich im Interview

Zum Start des ''Dschungelcamps''

Ein brisanter Kandidaten-Mix fürs Camp zeichnet sich ab: Der brave Patrick Nuo und der gar nicht brave Helmut Berger. Dazu Dragqueen Olivia Jones, Joey Heindle, der bei "DSDS" Dieter Bohlen in die Flucht schlug, Kaufhaus-Erpresser Arno ''Dagobert'' Funke – laut BILD standen bei Redaktionsschluss neun von elf C-Klasse-Promis für die siebte Staffel von ''Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!'' (ab 11. Januar, 21.15 Uhr, RTL) fest.

Doch es kommen nicht nur neue Promis. Für den verstorbenen Dirk Bach rückt Daniel Hartwich (34) als Moderator nach. Im Vergleich mit Bach sieht der zwar ungefähr so schrill aus wie ein Kundenberater bei der Kreissparkasse – aber zumindest im Duett mit Sonja Zietlow steht er seinem Vorgänger in puncto Lästerlust in nichts nach, wie er im Interview mit TV DIGITAL bewies. So träumt Hartwich schon jetzt davon, dass der wegen Drogen- und Alkoholexzessen berüchtigte einstige Kino-Schönling Helmut Berger (68; "Die Verdammten") im Dschungelcamp wütet: "Vielleicht bringt uns Berger ja alle um?"

Sonja Zietlow freut sich eher darauf, Olivia Jones (43) am Lagerfeuer zu sehen: "Allerdings bezweifle ich, dass sich ein siebzehntägiger Auftritt mit Perücke und Schminke durchhalten lässt. Und wenn doch? Chapeau!" Ganz nebenbei verrät Zietlow, dass sie selbst schon mal eine Idee für eine Dschungelprüfung beigesteuert hat, die sogar in der US-Version der Show als "Kakerlak Attack" TV-Geschichte schrieb. In Deutschland ist dieses Ekel-Examen als "Kakerlaken-Sarg" bekannt: "Ursprünglich war geplant, die Kandidaten in einen Sarg voller Buschratten zu stecken. Doch die Tierchen sind so klein und süß, dass sie wohl erdrückt worden wären. Deshalb schlug ich Kakerlaken vor."

Den Stempel "Dschungel-Domina" mag sich Zietlow dennoch nicht aufdrücken lassen: "Ich wünsche jedem Teilnehmer das Beste. Aber ich finde es genauso prima, wenn sich jemand als Charakterschwein entpuppt, weil auch das unterhaltsam ist!" Grundsätzlich müssen die vor allem eines ins Camp mitbringen, um bei ihr zu punkten: Authentizität!

Und wie findet es die 44-Jährige, wenn ein Kandidat vorzeitig die Flucht ergreift? Die Antwort auf diese Frage fällt frostig aus: "Das kann ich überhaupt nicht verstehen! Aus meiner Sicht ist ein vorzeitiger Ausstieg total bescheuert. Vor Ort wird immer gejammert, wenn jemand gehen will. Doch zwei Tage später können sich selbst unsere Mitarbeiter nicht mehr daran erinnern, dass der Aussteiger jemals teilgenommen hat."

Wen hätten die Moderatoren gern im Camp dabei, und wer sollte besser zu Hause bleiben? Die Vorschläge für potenzielle Teilnehmer, die TV DIGITAL macht, kommen sehr unterschiedlich an: Marcel Reich-Ranicki etwa ginge Sonja Zietlow wegen der Stimme auf den Keks, Cindy aus Marzahn, weil sie "nur miese Laune" verbreitet. Ingrid Steeger würde sie abraten. "Auf sie möchte ich nicht draufhauen."

Daniel Hartwich würde die "armen Kakerlaken" bedauern, wenn Ex-Kollege Marco Schreyl dabei wäre. Gern begrüßen würde er Bettina Wulff und natürlich die Wahlkampf-Rivalen Angela Merkel und Peer Steinbrück: "Merkel wäre wohl die Einzige, die komplett ohne Luxusgegenstände ins Camp ginge – und Steinbrück würde sich freuen, dass er das Honorar nur mit ‚über 7000 Euro‘ ausweisen muss." Klare Sache, die bissigsten Teilnehmer der neuen Staffel stehen bereits fest: Es sind die Moderatoren!


Sendehinweis: ''Ich bin ein Star, holt mich hier raus!''

Auftakt zur neuen Staffel: Heute ziehen die Stars ein
FR, 11.1., RTL, 21.15 Uhr


TV DIGITAL: Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das neue Dschungelcamp?

Sonja Zietlow: Sehr groß, weil ich froh bin, dass wir einen passenden Moderator gefunden haben. Natürlich ist alles ein bisschen anders als früher. Einerseits ist alles ungewisser, andererseits können wir uns neu erfinden.

Daniel Hartwich: Meine Vorfreude ist natürlich auch groß. Ich bin zuversichtlich, dass alles gut läuft. Von Vorteil ist, dass ich 2009 bereits die Wochenend-Shows vor Ort moderiert habe.

TV DIGITAL: Inwiefern gibt es aufgrund des Todes von Dirk Bach gemischte Gefühle?

Sonja Zietlow: Natürlich sind die Gefühle gemischt. Das "Bunte, Kleine, Dicke" fehlt. Dirk verbreitete in allen bisherigen Staffeln an jedem Morgen wahnsinnig gute Laune. Nun müssen wir den Tatsachen ins Auge blicken: Dirk kann die Sendung nicht mehr moderieren – und es kommt jemand Neues. Wir machen das Beste und Schönste daraus.

TV DIGITAL: Herr Hartwich, Sie treten in die großen Fußstapfen eines nur körperlich kleinen Mannes. Wie schwer ist das?

Daniel Hartwich: Bei Dirk waren die Fußstapfen eher tief als groß. Nichtsdestotrotz kann sie keiner ausfüllen. Auch ich habe Dirk und Sonja sehr gerne zugesehen. Und natürlich vergleiche ich mich nicht mit Dirk Bach. Ich werde die Sendung auf meine Weise moderieren – und die wird sich von Dirks unterscheiden.

TV DIGITAL: Olivia Jones und Helmut Berger – nur zwei von vielen Promi-Namen, die derzeit als potenzielle Kandidaten kursieren. Auf wen der (möglichen) neuen Stars freuen Sie sich besonders?

Daniel Hartwich: Wir Moderatoren hören – zum jetzigen Zeitpunkt – auch nur Gerüchte. Bei Helmut Berger würde ich mich freuen, wenn sich das Gerücht bestätigt. Dann wird’s absoluter Wahnsinn. Vielleicht das erste Mal, dass wir die Kakerlaken vor einem Kandidaten beschützen müssen.

Moderatorin Sonja Zietlow

Sonja Zietlow erinnert sich noch immer gern an Dschungelkönig Ross Antony. / Foto: © RTL / Stephan Pick

Sonja Zietlow: Sofern Olivia Jones mitmachte, fände ich es gut, wenn "sie" als "er" ins Camp ginge – als Oliver, der hinter der Kunstfigur "Olivia" steckt. Er ist ein richtig cooler Typ. Doch ich habe gehört, dass "sie" als "sie" mitmachen würde, sofern sie sich für eine Teilnahme entscheiden würde. Allerdings bezweifle ich, dass sich ein vierzehntägiger Auftritt mit Perücken und Schminke durchhalten lässt. Und wenn doch? Chapeau!

TV DIGITAL: Frau Zietlow, welcher Ex-Kandidat ist Ihnen besonders in Erinnerung?

Sonja Zietlow: Ross Antony. Er ist das Paradebeispiel dafür, dass man mit viel Disziplin das "Dschungelcamp" als Karrieresprungbrett nutzen kann. Am Anfang waren seine Tränen echt. Doch als er merkte, dass er gut ankam, lieferte er eine Top-Show ab. Und das war gut so.

Daniel Hartwich: Es macht allerdings nur dann Sinn, authentisch zu sein, wenn man kein Arsch ist.

Sonja Zietlow: Vorsicht! Oft wissen die Charakterschweine nicht, dass sie welche sind! Auch Giulia Siegel war authentisch …

TV DIGITAL: Heißt das, Ramona Leiß wäre besser beraten gewesen, sich zu verstellen? Immerhin zeigte sie hässliche Seiten ihres Charakters.

Sonja Zietlow: Für Ramona will ich eine Lanze brechen. Sie war authentisch! Aber in einer Episode der letzten Staffel wurden an einem Tag mehrere Szenen hintereinander gezeigt, die sich in Wirklichkeit nicht in derselben Reihenfolge ereigneten. Andererseits weiß mittlerweile jeder, dass bei solchen Formaten geschnitten wird – der Dramaturgie zuliebe. Doch bei Ramona war die Folge ihr Rauswurf. Das fand ich sehr schade. Denn Ramona war sehr lustig. Sie wollte lieb sein, doch ihr innerer Vulkan explodierte ständig. Als sie raus war, wurde die Show etwas langweiliger.

TV DIGITAL: Leben und Tod machen vor dem "Dschungelcamp" nicht halt. Dirk Bach und Günther Kaufmann sind verstorben, Kim und Rocco erwarten das "erste Dschungelbaby". Was kommt Ihrer Meinung nach nach dem Tod? Und wie sollte Kims Baby heißen?

Sonja Zietlow: Ich glaube, dass im Moment des Sterbens alles von uns abfällt – und dass sich danach alles total leicht und super anfühlt. Das zumindest erzählen viele Nahtod-Erfahrene. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es anschließend weitergeht, indem man irgendwo herumschwebt und ein tolles Leben hat. Wie Kims Baby hingegen heißen sollte, kann ich schon sagen: Kocco!

TV DIGITAL: Was wird neu in der nächsten Staffel?

Sonja Zietlow: Das wissen wir noch nicht, denn wir werden selbst erst Mitte Dezember informiert. Dann bekommen wir auch Infos über die neuen Dschungelprüfungen. Übrigens orientiert sich das deutsche Team oft an den von den Engländern erfolgreich erprobten neuen Bildeinstellungen und sonstigen bewährten Ideen. Außerdem denkt sich unser Regisseur oft Neues aus.

TV DIGITAL: Haben Sie selbst schon mal eine Idee für eine Dschungelprüfung beigesteuert?

Sonja Zietlow: Ja, die Idee mit dem Kakerlaken-Sarg stammt von mir. Ursprünglich plante man, die Kandidaten in einen Sarg voller Buschratten zu legen – doch die sind so klein und süß, dass sie wohl erdrückt worden wären. Deshalb schlug ich als Alternative 10.000 Kakerlaken vor. Seitdem gibt es diese Prüfung – natürlich mit unzähligen Krabblern. In Amerika heißt sie übrigens "Kakerlak Attack".

TV DIGITAL: Hand aufs Herz: Welche Dschungelprüfung würden Sie nie antreten?

Daniel Hartwich: Hand aufs Herz – alle.

Sonja Zietlow: Ekliges Zeug essen – das kommt an allererster Stelle.

TV DIGITAL: Wie definieren Sie "eklig"?

Sonja Zietlow: Ekel erregen in mir lebende, fette, glibberige Raupen. Oder Hoden, auf die man mit den Zähnen knackt, oder Penisse, After und Vaginen. Aber im Ernst: Wenn man als Kandidat ins Camp geht – was ich nie täte –, sollte man auch alles machen.

TV DIGITAL: Gemessen an der Einschaltquote ist das "Dschungelcamp" extrem erfolgreich, und auch das Feuilleton lobt die Moderation. Wie enttäuscht sind Sie vor diesem Hintergrund, bislang keinen der großen Unterhaltungs-TV-Preise bekommen zu haben?

Sonja Zietlow: Ich bin nicht generell enttäuscht. Aber Fakt ist auch, dass es einen Widerspruch gibt. Einerseits haben wir noch nie einen Preis bekommen, doch andererseits gab es nach dem Tod von Dirk Bach viele Lobeshymnen. Alle lobten, unsere Moderation sei "das Lustigste überhaupt" gewesen. Ich persönlich habe aber keinen Spaß an den scheinheiligen Preisverleihungen. Nur einmal habe ich mich beknien lassen und bin zu einer hingegangen – als wir nominiert waren. Dabei ahnte ich schon vorher, dass wir nicht gewinnen würden. Mein Fazit lautet deshalb: Eine gewisse Enttäuschung gibt es, dass wir nie ausgezeichnet wurden – aber jetzt mache ich es wie Marcel Reich-Ranicki: Einen Preis würde ich nicht mehr annehmen.

TV DIGITAL: Was hat Sie so sicher gemacht, dass Sie eh nicht gewinnen würden?

Sonja Zietlow: Ich habe den Eindruck, dass immer dieselben ausgezeichnet werden. Ist halt so! Und mein Mann, einer der erfolgreichsten Autoren, hat auch noch nie einen Comedy-Preis bekommen. Dabei ist Oli an der Produktion fast aller Comedy-Sendungen beteiligt.

Artikel vom 10. Januar 2013

Autor: Mike Powelz

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