Anzeige
Anzeige
TV DIGITAL
Kesslers Kolumne
Michael Kessler schreibt über das ''Dallas''-Comeback.

Anlässlich des "Dallas"-Comebacks fragt sich Michael Kessler in seiner Kolumne: Was wäre, wenn deutsche Sender die Serie kopiert hätten? - Foto © Stephan Pick für TV DIGITAL

Dallas im TV: ab 29.01, 22.15 Uhr, RTL

Michael Kessler über das ''Dallas''-Comeback

Anlässlich des "Dallas"-Comebacks fragt sich Michael Kessler: Was wäre, wenn deutsche Sender die Serie kopiert hätten?


Sendehinweis: "Dallas"
Dienstag., 29.01., RTL, 22:15 Uhr
Fortführung der Serie mit den Kultstars Linda Grey und Larry Hagman († 23. November 2012 in Dallas, Texas).


Nichts wünscht sich ein TV-Sender mehr als einen dicken Quotenknaller in Serienform, denn dann lässt sich der Erfolg auf viele Jahre ziehen wie Kaugummi. Für eine gute Fernsehserie muss man zwar erst mal tiefer in die Tasche greifen, läuft sie aber mit vielen Folgen lang und gut, sprudeln die Gewinne kräftig. Leider sind die goldenen Serienzeiten schon seit Längerem vorbei.

Die Bestellungen der Sender sind geschrumpft. Heute werden weniger Serien, mit kleineren Staffeln und geringerer Folgenzahl geordert. Hatte früher eine Staffel bis zu 24 Folgen, reichen Geduld und Geld heute nur noch für sechs. Schlimmstenfalls wird sogar nur eine "Pilotfolge" gedreht. Zu groß ist die Angst, dass die Serie beim Publikum nicht funktioniert. Dann droht die Absetzung und viele Folgen landen ungesendet in der Tonne.

"Dallas" zählt zu den erfolgreichsten Serien der Fernsehgeschichte

Auf der Suche nach dem heiligen Serien-Gral wird auch gern tief im TV-Friedhof gegraben, wo man irgendwann unweigerlich auf Öl aus Texas stößt, genauer gesagt aus "Dallas". Die von 1978 bis 1991 produzierte Serie aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zählt zu den erfolgreichsten der Fernsehgeschichte. Über Jahre pendelte die Weltbevölkerung zwischen Bohrtürmen und der "Southfork Ranch". Wir weinten mit Miss Ellie und ließen uns auf dem Ball der Ölbarone mit Sue Ellen volllaufen. Wir quälten Cliff Barnes und lachten darüber mit J.R.

Doch schon bald bekam "Dallas" Konkurrenz vom "Denver Clan", und wir alle mussten uns für einen Bösewicht entscheiden: J.R. Ewing oder Alexis Carrington? Beide Serien gucken ging nicht. Der Glaubenskrieg zog tiefe Gräben durch unsere Wohnzimmer. Gut, dass die deutschen Sender damals ihre Füße noch stillhielten und Originale nicht kopierten, sondern einfach nur synchronisiert ausstrahlten. Sonst hätte vermutlich die ARD aus Ölbaronen Autobauer gemacht, die Serie "Rüsselsheim" genannt, und das ZDF hätte mit dem "Wolfsburg-Clan" gekontert.

Gott sei Dank blieb uns das erspart. Aber irgendwann versiegten auch die öligen Quellen rund um Bobby, Blake und Krystle. Die Serien wurden eingestellt. 20 Jahre später bohrt der amerikanische Sender TNT noch mal nach Öl und lässt "Dallas" auferstehen. Jetzt gibt es auch bei uns ein Wiedersehen mit Bobby und J.R., und man darf gespannt sein, ob das noch mal funktioniert. Denn "Dallas" ohne J.R. ist wie Chili con Carne ohne Chili. Auch wenn Larry Hagman noch in einigen neuen Folgen auftaucht, reißt sein Tod eine große Lücke in die Legende. Aber vielleicht sprudeln die Quoten ja trotzdem …

Artikel vom 29. Januar 2013

Autor: Michael Kessler

Specials-Themen 

Der Klick auf eine Kategorie führt Sie zur Übersicht aller passenden Einträge.

Anzeige