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Kesslers Kolumne
Michael Kessler nimmt den knallharten US-Wahlkampf auf's Korn.

Michael Kessler nimmt den knallharten US-Wahlkampf auf's Korn. - Foto © Stephan Pick für TV DIGITAL

No, we can't!

Michael Kessler über den knallharten US-Wahlkampf

Endlich ist es wieder so weit. Die Weltmacht USA wählt ihren Welt-Sheriff. Barack Obama würde gern noch mal, und Mitt Romney würde gern überhaupt mal. Die Präsidentschaftswahlen in den USA sind ganz einfach kompliziert.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es nur zwei Parteien und zwei Kandidaten – den demokratischen Obama und den republikanischen Romney. Gut – bis das Volk einen der beiden wählen darf, dauert das fast ein ganzes Jahr. Jede Partei und jeder Staat wählt nämlich monatelang auf unterschiedliche Art und Weise Delegierte aus, die dann auf den Parteitagen einen ihrer Kandidaten als Präsidentschaftsanwärter nominieren dürfen.

Um nominiert zu werden, rühren die Kandidaten kräftig die Werbetrommel und reisen monatelang durchs Land. Das alles ist zwar basisdemokratisch, verschlingt aber Unsummen an Geld, und so spielen milde Gaben an Kandidaten und Parteien eine große Rolle. Der Geldbeutel muss randvoll sein für die vielen Luftballons auf den pompösen Nominierungs-Shows.

Ist das Rennen um den Sitzplatz in der "Air Force One" dann eröffnet, braucht man noch mehr Dollar für die schmutzigen Wahlspots. In der größten Show der Welt geht es zu wie bei Dieter Bohlen. Es wird zugetreten, am liebsten unter die Gürtellinie. Steht das amerikanische Wahlvolk dann aber vor der "Voting Machine", können die Kandidaten nur noch zu Gott beten, dass der kaugummikauende Durchschnittsamerikaner die Zählmaschine überhaupt bedienen kann und das Kreuz mit den von Ketchup verschmierten Fingern an der richtigen Stelle macht.

Eines ist sicher: Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben, ganz nach dem Geschmack der Medien. Die begleiten die Wahl natürlich live und mit vielen tollen "Specials". Überall wird diskutiert und gestritten, analysiert und prophezeit. Keine ausländische Wahl wird von deutschen TV-Sendern so intensiv begleitet wie die unserer amerikanischen Freunde. Peter Kloeppel packt das Köfferchen und verbringt ein paar Tage in Washington, Sandra Maischberger und Matthias Opdenhövel werden sich in der Wahlnacht sieben Stunden lang live den Mund fusselig reden.

Ob im Anschluss daran in "Waldis Club" das Wahlergebnis mit ein paar Comedians analysiert wird, ist noch offen, weil die ARD den Waldi eigentlich schon abgewählt hat. Mal schauen, welcher republikanische Gouverneur diesmal in seinem Staat die Stimmen genau nachzählt, wenn es für Romney knapp wird. Jeb Bush hat seinen Strandkorb in Florida längst geräumt. Aber ich bin mir sicher, dass ein anderer Republikaner gern aushilft.

Artikel vom 19. Oktober 2012

Autor: Michael Kessler

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