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TV-Serien
Szene aus der US-amerikanischen Sitcom "Roseanne".
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Szene aus der US-amerikanischen Sitcom "Roseanne", die von 1988 bis 1997 von dem Sender ABC produziert wurde. In Deutschland war die Serie ab 1990 auf ProSieben zu sehen. - Foto © picture alliance

Grandiose Doku-Reihe "Amerika im Wohnzimmer''

Neu auf Arte

Wenn der Fernseher das Fenster zur Welt ist, dann zeigt sie uns das Leben hinter der Scheibe: die TV-Serie. Subtiler, aber trotzdem nachhaltiger als Nachrichten oder Dokus prägen gerade Serien aus den USA unser Weltbild. Die Geschichte der US-Serien schildert nun die vierteilige Doku "Amerika im Wohnzimmer" (ab 24.11., 22 Uhr, Arte).


Sendehinweis: ''Amerika im Wohnzimmer''

Teil 1 und 2 der Doku-Reihe über US-Serien
Sa., 24.11., 22:00 Uhr, ARTE
(Teil 3 und 4: 1.12.)


Ein Mammutprojekt angesichts von 60 Jahren TV-Historie. "Nach drei Wochen voller Absagen von Gesprächspartnern bekamen wir schon Panik", verrät Regisseur Lloyd Kramer TV DIGITAL. Doch dann setzte in Hollywood die Mundpropaganda für das bemerkenswerte Projekt ein. Letztlich interviewte Kramer rund 100 Hochkaräter, darunter die Erfinder legendärer Serien wie "Die Sopranos", "Twin Peaks", "Mad Men" und "M.A.S.H." sowie viele TV-Stars wie Hugh Laurie und Michael C. Hall ("Dexter").

Sie analysieren, wie Serienarchetypen sich – und damit Amerika – im Lauf der Jahrzehnte verändert haben. "Serien der 50er-Jahre haben Geschlechtermodelle definiert", erklärt TV-Autor Will Scheffer ("Big Love) in der Doku. "Sie waren die TV-Bibel: So hat deine Familie zu sein!" Und die Fernsehwelt war züchtig. In Sitcoms schliefen Eheleute in getrennten Betten, das Wort "schwanger" stand auf dem Index. Erst in den 70ern wurde die erste alleinstehende Karrierefrau zur Serienheldin (siehe unten).

Heute erleben wir ein goldenes Serienzeitalter mit Vertretern wie "Boardwalk Empire" oder "Breaking Bad". "Ist eine Serie gut gemacht, erreicht TV mehr Tiefe als jedes andere Medium", sagt Hollywood-Regisseur Ron Howard ("Apollo 13"), der einst im Fernsehen begann. "Woche für Woche baust du eine immer engere Verbindung zu einer Serienfigur auf."

Die Mathematik gibt Howard recht. Was ist ein zweistündiger Kinofilm schon gegen die 49 Stunden, die man nach fünf Staffeln "Mad Men" mit dem zwielichtigen Werber Don Draper verbracht hat? Nicht nur für "Mad Men"-Fans gilt: Vier weitere Stunden für die Doku-Reihe "Amerika im Wohnzimmer" sind bestens investierte Zeit.


Drei revolutionäre US-Serien

1. The Mary Tyler Moore Show (1970–77)
Erste Sitcom mit einer Singlefrau im Fokus.
2. Twin Peaks (1990–91)
Mit David Lynchs Krimi-Mysteryserie zog erstmals das Surreale ins Hauptabendprogramm ein.
3. Die Sopranos (1999–2007)
Mafiosi beim Psychiater? Die Serie machte Antihelden salonfähig.

Artikel vom 24. November 2012

Autor: Michael Tokarski /Anke Hofmann

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