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TV-Moderator Stefan Raab präsentiert seinen neuen Polit-Talk.

TV-Moderator Stefan Raab präsentiert seinen neuen Polit-Talk ''Absolute Mehrheit - Meinung muss sich wieder lohnen''. / Foto: © dpa

Neue Polit-Talkshow

''Absolute Mehrheit'' auf ProSieben mit Stefan Raab

An Überraschungen war das TV-Jahr 2012 bisher weiß Gott nicht arm – Lanz übernimmt "Wetten, dass..?" Gottschalk geht zu Bohlen. Doch bei einer Meldung im September dachten nicht wenige an einen Scherz: Stefan Raab plant eine politische Talkshow. Jetzt macht der Entertainer ernst: Am 11.11. startet Raabs Show ''Absolute Mehrheit''.

Einmal im Monat diskutieren hier fünf Gäste, hauptsächlich Berufspolitiker, mehrere politische Themen. Der Clou: Nach jedem Thema können die Zuschauer für den ihrer Meinung nach überzeugendsten Kandidaten anrufen. Wer die wenigsten Stimmen bekommt, fliegt raus. Gelingt es einem Gast in der dritten und letzten Runde mehr als 50 Prozent zu bekommen, gewinnt er 100.000 Euro. "Es ist ein Experiment, auf das ich selbst gespannt bin", sagt Stefan Raab. "Fällt das Publikum auf Populisten rein oder erkennt es, wenn es getäuscht wird?"

Polit-Talk als Gameshow? Schon im Vorfeld gab es Kritik an der Gewinnsumme und der Grundidee – auch von der ARD, Raabs Ex-ESC-Partner. "Das Konzept, Mehrheitsmeinungen mit Geldprämien zu belohnen", sagt der ARD-Chefredakteur Thomas Baumann, "halten wir für abwegig." Raab kontert: "Findet die ARD etwas scheiße, wird’s ein Kracher!" Für Stimmung ist also gesorgt, zumal Raab sonntags zumindest teilweise gegen "Günther Jauch" antreten wird. "Ich habe andere Shows gesehen", so Raab, "und gedacht: Das kann ich besser. Warum befragt man nicht mal das Publikum?"


Sie kommen gern

Die Gästeliste für die Premiere ist noch offen, aber diese Politiker haben Interesse bekundet:

Wolfgang Kubicki

Foto: © dpa

Wolfgang Kubicki Als Chef der FPD-Fraktion Schleswig-Holstein geht er keinem Streit aus dem Weg.

Wolfgang Kubicki

Foto: © dpa - Report

Volker Beck Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen wäre gern bei Raab dabei.


Das Konzept könnte aufgehen, davon ist die Medienwissenschaftlerin Prof. Christiane Eilders von der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität überzeugt. "Es ist eine gute Idee, politikferne Gruppen auf unterhaltsame Art an politische Themen heranzuführen. Wenn die Substanz nicht leidet, kann die Sendung bei der Aktivierung des politischen Bewusstseins und vielleicht sogar gegen Politikverdrossenheit helfen." Einige Politiker haben schon Bereitschaft für eine Teilnahme signalisiert. Startet die Show erfolgreich, dürften noch namhaftere Gäste folgen. Zur Erinnerung: Im Wahlkampf 2009 hatte Raab in einer "TV Total">TV Total"- Talkrunde etwa Jürgen Trittin und Guido Westerwelle zu Gast.

Doch die Teilnahme ist riskant. "Die Gefahr, sich lächerlich zu machen, ist da", sagt Prof. Eilders. "Raab ist schlagfertig und klug genug, jemanden unter Druck zu setzen – und er bleibt dabei nicht so höflich wie Günther Jauch." So stehen die Politiker in "Absolute Mehrheit" vor einer Alternative, die sonst nur die Kandidaten in Raabs Gameshows kennen: blamieren oder kassieren?


Sendehinweis: ''Absolute Mehrheit''

Raab lässt Politiker um 100.000 Euro talken
SO, 11.11., ProSieben, 22.45 Uhr

Artikel vom 11. November 2012

Autor: Michael Tokarski / Dirk Oetjen

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