Discovery-Doku-Reihe: Urzeitkrieger – Anatomie der Saurier. Überlebensstrategien von T-Rex und anderen Räubern. - Foto © Discovery
Dumpf, nicht sonderlich intelligent, träge, grau und so wenig anpassungsfähig, dass sie unweigerlich dem Untergang geweiht waren – lange galten Dinosaurier als Musterbeispiel eines evolutionären Auslaufmodells. Doch sensationelle Fossilienfunde, die mit immer raffinierteren Hightech-Methoden untersucht werden können, machen es möglich: Viele neue, erstaunliche Fakten und Details über die Urzeitechsen kommen ans Licht, und manch alter Glaubenssatz der Wissenschaft muss sogar revidiert werden.
So steht jetzt etwa fest, dass nahe Verwandte der bereits vor Millionen Jahren ausgestorbenen Tiere noch bis heute überlebt haben. Anfang dieses Jahrtausends wurden Überreste von kleinen, nur auf den Hinterbeinen laufenden und zumeist fleischfressenden Sauriern, sogenannten Theropoden, entdeckt.
Erwiesen: Vögel stammen von Dinos ab
Die Funde brachten letzte Skeptiker zum Schweigen, die bezweifelt hatten, dass Vögel von Dinos abstammen und sich aus Theropoden der Oberjura (vor 161,2 Millionen bis 145,5 Millionen Jahren) entwickelten. Forscher bemerkten, dass der "Urvogel" Archaeopteryx bestimmte Merkmale mit Theropoden teilt. Zum Beispiel die Federn: 1996 gruben Paläontologen im Nordosten Chinas den Sinosauropteryx aus. Der Körper des kleinen Sauriers war mit daunenförmigen Urfedern bedeckt.
Weitere aufregende Fossilienfunde offenbarten, wie sich diese Federn weiterentwickelten – ein Rätsel, für das Evolutionsbiologen lange keine Lösung hatten. 2008 entdeckten chinesische Forscher den Epidexipteryx Hui, einen 160 Millionen Jahre alten Theropoden, der 160 Gramm wog und vier lange Schwanzfedern besaß. Sie waren ausgebildet wie heutige Vogelfedern, in die Luft erheben konnte sich der Mini-Dino damit aber nicht. Experten sind daher sicher, dass Federn evolutionär zunächst zur Balz und erst später zum Fliegen dienten.
Zudem war das Federkleid vieler vogelartiger Saurier auffällig und farbenprächtig. Dafür sprechen neue Hinweise in kanadischem Bernstein: Mitarbeiter der Universität Alberta stießen auf konservierte Federn, die auf die späte Kreidezeit vor 70 bis 85 Millionen Jahren datiert werden konnten. Die Analyse der darin erhaltenen Pigmentzellen ergab, dass die Federn der Tiere gefleckt und diffus gefärbt waren. Die Funde aus China und Kanada zeigen eine erstaunliche Farbpalette bei Dinofedern", sagt Hans-Dieter Sues, Wirbeltierpaläontologe am National Museum of Natural History in Washington, D.C. "Sicherlich gab es damals auch knallige Farben. Viele Dinosaurier hatten große Augen, konnten also sehr gut sehen. Bis heute ist Farbe ein wichtiges Signal für Kommunikaton bei fast allen Wirbeltieren, die sie wahrnehmen können."
Saurier mit Superatmung
Fünfmal effektiver als Säuger: Mit der Lunge verbundene Luftsäcke erlaubten es Raubsauriern und großen Pflanzenfressern, so effektiv wie Vögel zu atmen: Wie Blasebälge pumpten die Säcke große Mengen Luft durch die Lungen, dabei mischte sich sauerstoffreiche mit alter Luft. Vögel müssen nicht wie wir erst Kohlendioxid loswerden, um Sauerstoff aufnehmen zu können.
Der Tyrannosaurus galt als der größte Dinosaurier, doch ein anderer Räuber übertrifft ihn. Der neue König der Fleischfresser heißt Spinosaurus. Erst 2002 wurde ein Schädelfund dieser Gattung zugeordnet, und es wurden neue Berechnungen angestellt. Noch immer aber hält der vom Thron gestoßene Tyrannosaurus Rex für Vergleiche her. Der Carcharodontosaurus etwa wird afrikanischer T-Rex genannt. Dabei ist er gar kein naher Verwandter: Während der T-Rex zu den Tyrannosauriden gehört, wird er zur Raubsauriergruppe Allosauriden gezählt. Der Giganotosaurus ist ein weiterer Riesenräuber. Er griff womöglich sogar einen der größten Pflanzenfresser an, den 30 Meter langen Argentinosaurus.
Spinosaurus, Giganotosaurus und Co.
Spinosaurus
Mit 14 bis 17 Meter Länge und 7 bis 9 Tonnen Gewicht gilt er als der größte Fleischfresser. Sein Schädel maß 1,75 Meter.
Carcharodontosaurus
Er lebte lange vor dem T-Rex, vor 99 bis 93 Millionen Jahren, und erreichte eine Länge von bis zu 14 Metern und ein Gewicht von bis zu 7,5 Tonnen.
Giganotosaurus
Der Riese aus der argentinischen Oberkreide war bis zu 13 Meter lang und bis 8 Tonnen schwer.
Tyrannosaurus Rex
Trotz 12 Meter Länge und 6,8 Tonnen Gewicht war der T-Rex nicht der "König der Raubsaurier", wie man lange glaubte.
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