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Teilnehmer an der Reality-Show Die Hoehle der Loewen

Michael Mallek (26) und Samuel Weyrauch (28) aus Köln entwickeln eine Kombination aus Ladengeschäft und Gastronomie im Stil der 50er Jahre. - Foto: © VOX/Bernd-Michael Maurer

Neue Show "Die Höhle der Löwen"

Willkommen im Raubtierkäfig

In der neuen Reality-Show "Die Höhle der Löwen" können Firmengründer den Deal ihres Lebens abschließen. TV DIGITAL war beim Dreh vor Ort dabei.

Können zwei sportliche Jungunternehmer Raubtiere bändigen? Michael Mallek und Samuel Weyrauch wollen stolze 250000 Euro von den "Löwen", fünf bekannten Investoren, um ein zweites Geschäft zu eröffnen. Dafür bieten sie eine 20-prozentige Beteiligung an ihrer Start-up-Firma. Als das Duo das TV-Studio betritt, werden sie von den Löwen noch mit einem wohlwollenden Lächeln begrüßt – ihr smarter Fifties-Look überzeugt. In drei Minuten stellen sie ihr Online- und Gastro-Projekt für bewusste Ernährung vor, verteilen Riegel und Drinks.

Doch dann fahren die Löwen ihre Krallen aus: Was haben die Start-upper investiert? Wie hoch sind die Umsätze? Kennen sie sich überhaupt in der Gastronomie aus? Und auf welcher Basis haben sie die Firma schon mit einer Million Euro bewertet? Zerknirscht erklären beide, dass der Onlineshop sich erst in der Betaphase befindet und der Laden bisher nur für Testkunden geöffnet war – in den Augen der Löwen hat das Team damit noch gar nicht richtig begonnen. Fürs unausgereifte Konzept setzt es harte Kritik: "Ich habe keine Lust auf einen Learning-by-doing-Prozess. Ihr müsst mit einem fertigen Konzept kommen", sagt Reiseunternehmer Vural Öger. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass Homeshopping-Queen Judith Williams immerhin der Müsliriegel geschmeckt hat.

Investitionen mit dem Privat-Vermögen

Zähne fletschen können die Katzen während dieses Drehtages in Köln-Dellbrück für die neue Reality-Show "Die Höhle der Löwen" (ab 19.8., 20.15 Uhr, Vox, s. auch TV-Tipps rechts) gut – und ihr Interesse an den harten Fakten ist nicht gespielt. Schließlich geht es um ihr persönliches Vermögen, das sie womöglich investieren: Mit rund zwei Millionen Euro werden sich die Löwen, zu denen auch Abenteuer-Verkäufer Jochen Schweizer, App-Investor Frank Thelen und die Jung-Chefin Lencke Wischhusen gehören, in acht Folgen an Geschäftsideen und Erfindungen beteiligen.

Die Pitches, die TV DIGITAL vor Ort erlebt, sind unterhaltsam und spannend. Schnell kann aus einer überzeugenden Präsentation ein Reinfall werden – oder aber die Löwen reißen sich trotz eines eher faden Vortrags plötzlich um den Deal.

Das Format selbst hat sich bereits als Verkaufsschlager bewährt: In 22 anderen Ländern verfolgen Zuschauer, wie die Bewerber schwitzend in Erklärungsnot geraten, oder fragen sich, warum sie nicht selbst auf so eine einfache, aber nützliche Produktidee gekommen sind. Von der britischen Version "Dragon's Den" gab es bisher elf Staffeln. In den USA, wo die Sendung "Shark Tank" heißt, lief dieses Jahr die fünfte Staffel. Für deutsche Sender lange Zeit kein Grund, sich anzuschließen: ein Unterhaltungsformat zum Thema Wirtschaft klingt nun mal zuerst wenig sexy.

Auch Jochen Schweizer ließ sich Zeit, als das Angebot für die Sendung kam: "Das Anschauen einer Folge 'Shark Tank' hat mir nicht gereicht", erklärt der 56-Jährige Ex-Stuntman, dessen Unternehmen im Jahr mehr als 60 Millionen Euro umsetzen, gegenüber TV DIGITAL. "Unser Business-Analyse-Team hat recherchiert, wie hoch die Investments der vergangenen drei Jahre bei 'Shark Tank' waren und was aus diesen Firmen geworden ist. Seitdem ist mir klar: Die Sendung kann Start-ups einen enormen medialen Push verleihen." Eine Investmentfirma führt Schweizer bereits selbst, aber solch eine Plattform mit Werbe-Effekt war für ihn der Anreiz mitzumachen. Eine Gage erhalten er und die anderen Investoren nicht.

Produkte, die überzeugen

Während in der "Höhle der Löwen" Produkte wie ein lärmreduzierter Laubbläser, Geldbörsen aus Ökomaterial oder Hemden, die angeblich nicht aus der Hose rutschen, vorgestellt werden, merken die Zuschauer, worauf es den Investoren ankommt: "Das Produkt muss vollkommen überzeugen, und es muss einen Markt dafür geben. Aber an erster Stelle steht der leidenschaftliche Gründer, der für seine Idee brennt", sagt Jochen Schweizer. "Mein Team und ich müssen mit ihm ja lange und intensiv zusammenarbeiten."

Was aus den Kooperationen wird, zeigt sich ebenfalls im TV: Die unterstützten Start-ups werden in den Folgejahren üblicherweise noch einmal mit einem Kamerateam besucht. Dafür muss allerdings auch bei uns aus der "Höhle der Löwen" eine Erfolgsstory werden.

Artikel vom 19. August 2014

Autor: Dirk Oetjen

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