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Moderator Kai Pflaume postet regelmäßig bei Facebook.

ProSieben-Themenwoche ''Galileo Spezial: Gefangen im Netz?'': Moderator Kai Pflaume postet regelmäßig bei Facebook. / Foto: © dpa

Themenwoche ''Galileo Spezial: Gefangen im Netz?''

Wie Facebook unser Leben verändert

Kai Pflaume liebt Croissants mit Butter. Er freut sich auf den neuen James-Bond-Film und hatte sichtlich Spaß auf dem Oktoberfest. All das lässt der Moderator seine 243.000 Fans auf Facebook wissen. Mit Fotos, Videos oder Statusmeldungen hält er sie dort regelmäßig über seinen Alltag auf dem Laufenden. Facebook ist ein Türöffner. Mit nur einem Klick macht es das soziale Netzwerk möglich, seinen Stars hautnah zu sein und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Aber auch, sich mit Menschen von nebenan zu vernetzen, Freundschaften zu pflegen, zu chatten, Inhalte zu teilen oder zu bewerten. Rund um die Uhr, rund um den Globus.

Nach neuesten Erhebungen hat das größte soziale Netzwerk der Welt kürzlich sogar die Rekordmarke von einer Milliarde Nutzern geknackt. Ein unaufhaltsamer Trend, dem das Wissensmagazin "Galileo" nachgeht (5.–11.11.). "Social Media sind für einen jungen Sender wie ProSieben enorm wichtig. So können wir sehr nah bei unseren Zuschauern sein", sagt Stefan Gödde, der die Themenwoche "Galileo Spezial: Gefangen im Netz? – Wie Facebook unser Leben verändert" moderiert. Mit zahlreichen Experimenten will er dem Mythos Facebook auf die Spur kommen.

Wie gut kennt man seine Online-Freunde zum Beispiel wirklich? Im Schnitt hat jeder Nutzer mindestens 130 Freunde. Eine stolze Summe von 700 Facebook- Freunden besitzt dagegen eine Userin im Experiment. Sie war sich sicher, über beinahe jeden von ihnen etwas sagen zu können. Bis sie die versammelte Mannschaft in einem Kinosaal traf. Ergebnis: Lediglich von der Hälfte kannte sie die Namen. Welche Hobbys ihre Freunde hatten und womit sie sich gerade beschäftigten? Das wusste sie von den allerwenigsten.

Kein Wunder. Sind doch Anthropologen überzeugt davon, dass das menschliche Gehirn ohnehin nur eine begrenzte Anzahl von Kontakten verarbeiten kann. Die sogenannte Dunbar-Zahl bringt es auf einen Nenner: Die Aufnahmefähigkeit endet bei etwa 150 Personen. Doch selbst die wollen auf Facebook regelmäßig mit Neuigkeiten gefüttert werden. Ein Kommentar zum Urlaubsfoto hier, eine Statusmeldung dort. Hoch lebe die Fangemeinde. Ich "like", also bin ich.


Die 5 deutschen Topstars bei Facebook:

Diese deutschen Stars haben die meisten "Gefällt mir"-Angaben. Dafür versorgen sie ihre Fans mit Infos. Stand: 10.2012

Mesut Özil bei Facebook

Foto: © dpa

Mesut Özil: 7.087.473
Der Profi-Fußballer liegt sogar noch vor der Fanseite der Nationalmannschaft.

Tokio Hotel: 2.980.516
Alte Beiträge machen deutlich: Die Pop-Kinder sind erwachsen geworden.

Paul Van Dyk: 2.283.640
Der erfolgreiche DJ liefert den Saison-Bericht aus dem Party-Mekka Ibiza.

Paul Kalkbrenner: 2.128.750
Seine Fans erfahren regelmäßig, wo der Techno-Musiker auf Tournee sein wird.

Cascada: 1.490.149
Die Sängerin postet ein Foto von ihrem Vater und grüßt ihn zum Geburtstag.


Wissenschaftler der Harvard University (USA) haben sogar herausgefunden, dass es eine ähnliche Befriedigung wie Sex auslöst, wenn man neue Beiträge postet, da die Selbstoffenbarung als eine Belohnung empfunden wird. Entgeht also den Menschen etwas, die auf dieses Sprachrohr verzichten? Eine Abstinenz von 24 Stunden ist für viele Nutzer zumindest undenkbar. "Ein Tag ohne Facebook ist für mich wie ein Bier ohne Kohlensäure. Erst die Social-Media-Aktivitäten machen meinen Tag – sowohl beruflich als auch privat – vollkommen", sagt Daniel Hopkins, der täglich bis zu fünf Stunden auf der Plattform verbringt. Für Verabredungen greift er allerdings nach wie vor zum Telefon.

Dass selbst das heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr ist, hat Moderator Stefan Gödde im Zuge der Dreharbeiten für die "Galileo"- Reihe mitbekommen: Von einem User erfuhr er, dass dieser mittlerweile ungern telefoniere, da ihm das zu persönlich sei. In einem weiteren TV-Experiment zeigt Stefan Gödde, was passiert, wenn man einen Facebook-Junkie auf Entzug setzt: Ein Mann, der fast nonstop auf der Plattform aktiv ist und mehr als 3000 Online-Freunde hat, meldete sich für eine komplette Woche ab. Unter ärztlicher Beobachtung untersuchte man, was in seinem Gehirn passiert. Dazu wurde er einerseits befragt, andererseits an einen Stimulationsmesser angeschlossen.

Stefan Gödde war überrascht: "Ich hätte erwartet, dass die Abstinenz ihn stresst." Doch das Gegenteil war der Fall. Die Messungen der Hirnströme ergaben: Ohne Facebook war der Mann deutlich entspannter. Als er nach einer Woche wieder online gehen durfte, empfand er es sogar als stressig, in dem gigantischen Stream aktiv zu sein.

Die Zahlen sprechen für sich: 1,13 Billionen "Likes", 140,3 Milliarden Freundschaftsverbindungen, 219 Milliarden geteilte Fotos und 17 Milliarden Check-ins verzeichnet Facebook seit seinem Start im Jahr 2004. Neben privaten und prominenten Usern machen sich mittlerweile auch Firmen den größten Tummelplatz der Welt untertan. Denn dort können sie auf Fanpages ihre Werbung kostenlos verbreiten. Neuester Trend: Betreiber kaufen Klicks und Freunde gegen bares Geld ein – ein Trick, um sich beliebter zu machen. Und ein Multiplikator.

Wohin wird die Reise gehen? Werden wir in ein paar Jahren komplett vernetzt sein? Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg sagt: "Ich verpflichte mich, jeden Tag daran zu arbeiten, Facebook besser für euch zu machen, und eines Tages werden wir hoffentlich gemeinsam in der Lage sein, uns auch mit dem Rest der Welt zu verbinden." Vielleicht wäre es ihm zuzutrauen. Schließlich hat er Erfahrung, weiß wie User ticken und versteht es, sie zum Plaudern und Netzwerken zu animieren. Und selbst wenn es ihm nicht bei allen gelingen sollte – einen Meilenstein hat er allemal gesetzt.


Sendehinweis: ''Galileo Spezial: Gefangen im Netz?''

Start der Themenreihe über die Social-Media-Welt
MO, 5.11., ProSieben, 19.05 Uhr

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Artikel vom 05. November 2012

Autor: Anne-Kathrin Hasse

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