Der Hannover-Komplex

Dokumentation / D 2016
Do, 02.03.
21:02 - 22:32
4 out of 4 based on 1 reviews

Beschreibung

Wie kam es, dass sich Hannover zu einem wichtigen politisch personellen Kraftzentrum entwickelt hat? Haftet der niedersächsischen Landeshauptstadt doch eher der Ruf einer besonders mittelmäßigen Stadt an, vom Image her "eine Autobahnausfahrt zwischen Göttingen und Walsrode"! Nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu zerstört, kursierte sogar der Vorschlag, die Provinz Hannover zum Teil des britischen Königreiches zu machen. Dennoch hat sich die niedersächsische Landeshauptstadt mit Blick auf Bonn und später Berlin über die Jahrzehnte zu einem Zentrum mit politisch wichtigen Personen entwickelt. Dafür stehen allein Namen wie Gerhard Schröder, Christian Wulff, Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel oder Ursula von der Leyen, die Tochter des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht. Auch wirtschaftlich hat Hannover nicht nur die weltweit wichtigste Industriemesse und das alte Expo-Gelände zu bieten; auch große Unternehmen wie Volkswagen, Rossmann, der Finanzdienstleister AWD und andere siedelten sich in und um die Landeshauptstadt an. Musikalisch machten die Scorpions aus Hannover Weltkarriere. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und High Society treffen sich gern mal bei Hannover 96. Schlagzeilen machte die Stadt nicht nur mit Homestorys der dort lebenden Landes- und Bundespolitiker, sondern auch mit Berichten über Rotlichtmilieu und Rockerbanden. Lutz Hachmeister untersucht in seiner Dokumentation, wie sich seit den 1970er-Jahren der Hannover-Komplex zu einem politisch personellen Machtzentrum Deutschlands entwickelt hat. Er analysiert das hannoversche Geflecht aus Wirtschaft, Politik und High Society und zeichnet dabei das Sittenbild einer rituell geschmähten Provinzhauptstadt, die sich mit ihrer unscheinbaren Rolle in der Mitte Deutschlands gut abgefunden hat. Zugleich setzt dieser Film Hachmeisters politisch zeithistorische Erkundungen bundesdeutscher Mentalitäten wie in den Dokumentationen "Sozialdemokraten 18 Monate unter Genossen" oder "Auf der Suche nach Peter Hartz" fort. Mit Sigmar Gabriel, Jürgen Trittin, Margot Käßmann, Dirk Roßmann, Martin Kind, Patrick Döring, Giovanni di Lorenzo, Sabine Bulthaup und anderen. Diese Koproduktion von WDR/SWR/rbb/NDR und Eikon West GmbH wurde gefördert mit den Mitteln der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen.

Filmstab

Drehbuch
Lutz Hachmeister

Sendungseigenschaften

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