Über 20 Jahre nach dem Kinohit: „Man on Fire“ erzählt die Story des gnadenlosen Personenschützers neu.
Dieses Trauma lässt John Creasy nicht mehr los: Bei einer CIA-Mission in Mexiko-Stadt vor vier Jahren wurde das gesamte Team des erfahrenen Söldners ausgelöscht. Aus dem akiven Dienst entfernt und unter einer heftigen posttraumatischen Belastungsstörung leidend, setzt er eines Tages sein Auto gegen eine Betonsäule. Doch Creasy überlebt. Und wird von seinem alten Freund Rayburn (Bobby Cannavale) überredet, für seine Sicherheitsfirma im Auftrag des brasilianischen Präsidenten in Rio de Janeiro zu arbeiten. Ein verheerender Terroranschlag stellt ihn jedoch erneut auf eine harte Probe: Rayburns Tochter Poe (Billie Boullet) wird als alleinige Zeugin der Explosion zur Gejagten der Attentäter – und Creasy zur einzigen Schutzperson, der die Teenagerin trauen kann.
Mit „Man on Fire“ wird erstmals eine Serie nach Vorlage zweier Romane des Briten A. J. Quinnell umgesetzt: „Man on Fire“ (1980, deutscher Titel „Der Söldner“) und „The Perfect Kill“ (1992, „Die Spur des Söldners“). Zuvor wurde „Man on Fire“ schon zweimal als Film adaptiert – zuletzt 2004 mit Denzel Washington. Regie führte damals Ridley Scotts jüngerer Bruder Tony, der auch schon „Top Gun“ und „True Romance“ inszenierte.
Die Action in der neuen, siebenteiligen Netflix-Produktion ist genauso rau wie in der Version von 2004, die körperliche Präsenz des Hauptdarstellers haut den Zuschauer schlicht um: Yahya Abdul-Mateen II als gebrochener Kerl muss den Vergleich mit dem zweifachen Oscarpreisträger Denzel Washington keinesfalls scheuen. Der 39-Jährige erhielt 2020 für seine Rolle in der HBO-Serie „Watchmen“ einen Emmy, spielte in den „Aquaman“-Filmen den Schurken Black Manta und war kürzlich neben Ben Kingsley als Hauptfigur in der skurrilen Marvel-Serie „Wonder Man“ (Disney+) zu sehen. Damit nicht genug: 2021 gründete Abdul-Mateen seine eigene Produktionsfirma.
„Yahya kann alles!“, ist sich Autor und Showrunner Kyle Killen („Lone Star“) sicher. „Und genau das ist es, was John Creasy braucht. Er kann unglaublich kraftvoll sein und jede Menge vermitteln, ohne etwas zu sagen. Er ist großartig in Actionszenen, aber versteht es auch sehr gut, intime Momente zu schaffen, in denen er einen an sich heranlässt.“
In der Serie ist das bedrohte Mädchen deutlich älter als in der Filmversion von 2004: Poe geht schon heimlich auf Partys. Creasys besondere Beziehung zu ihr steht im Mittelpunkt der Story: „Was sie von ihm braucht, ist genau das, was er ihr nicht zu geben vermag“, so Killen. „Er kann ein Beschützer sein, zögert aber, Nähe zuzulassen und ein Freund zu sein.“ Zusätzliche Schauwerte liefert Brasiliens pulsierende Millionenmetropole Rio. Durch Valeria Melo (Alice Braga, „I Am Legend“), die Fahrerin von Rayburns Firma, taucht Creasy ein in die Welt der Favelas. Die Alleinerziehende wird zu seiner rechten Hand und hofft, durch ihn mit ihrer Tochter ein neues Leben in den USA aufbauen zu können.
Hinzu kommen ein stimmungsvoller, landestypischer Soundtrack und einige spannende Wendungen, die John Creasy immer wieder dazu zwingen, seine bisherigen Pläne aufzugeben. Ganz zum Schluss wird noch die Möglichkeit für eine zweite Staffel eröffnet. Bis zum Drehstart weiterer Folgen dürfte es allerdings noch etwas dauern, denn Yahya Abdul-Mateen II hat viel zu tun: Neben einer zweiten Staffel „Wonder Man“ sind bereits Filme mit Co-Stars wie Mark Wahlberg, Brad Pitt und Viola Davis angekündigt.
„Man on Fire“: Alle sieben Folgen laufen ab dem 30. April 2026 auf Netflix.