Die 12-Jährige braucht keine Karrieretipps

Albrecht Schuch: Keine Ratschläge für „Systemsprengerin“ Helena Zengel

17.05.2021 um 15:48 Uhr

Heute Abend (20.15 Uhr) feiert das preisgekrönte Drama „Systemsprenger“ seine Free-TV-Premiere im ZDF. An der Seite von Shootingstar Helena Zengel spielt Albrecht Schuch den Anti-Aggressions-Trainer Micha, der sie noch immer ein wenig beschützen will.

Auch drei Jahre nach dem Dreh zu „Systemsprenger“ hält TV-Star Albrecht Schuch noch Kontakt zu der 12-jährigen Helena Zengel. Für ihre Rolle als unberechenbare Benni, die zu unkontrollierten Wutausbrüchen neigt und zwischen Pflegefamilien, Psychiatrien und Heimen hin und hergereicht wird, wurde sie im letzten Jahr mit dem Deutschen Filmpreis als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Für den Netflix-Film „Neues aus der Welt“ stand sie gemeinsam mit Hollywood-Star Tom Hanks vor der Kamera.

„Als sie jetzt so große Erfolge verzeichnet hat, ist etwas von Micha wieder in mir hochgekommen. So nach dem Motto: Man muss sie beschützen vor den Dingen, die jetzt auf sie einprasseln“, erzählt Albrecht Schuch im Interview mit der GOLDENEN KAMERA, die ihn 2019 als „Besten Schauspieler“ auszeichnete.

Helena Zengel lässt sich von Hollywoodstars nicht beeindrucken

Doch der 35-Jährige, der sich von Zengel bei den Dreharbeiten vor drei Jahren nach eigenen Worten „das lustvolle und impulsive Spielen“ abgeguckt hält, muss der Berliner Nachwuchsschauspielerin keine Tipps geben, wie sie auf dem Boden bleibt: „Wir haben uns vor drei Wochen geschrieben, aber mit Ratschlägen halte ich mich zurück. Helena ist jetzt 12 Jahre und selbst beim Dreh mit Tom Hanks lässt sie sich nicht von der Glorifizierung um den Hollywoodstar beeindrucken. Sie wird das schon alles wuppen.“

Auch Albrecht Schuch wurde als Schauspieler in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet und musste aufpassen, dass ihm der Erfolg nicht zu Kopf steigt. „Meine Eltern haben schon immer zu mir gesagt: Du bist nicht der Nabel der Welt. Mein Credo ist es, stattdessen beim Spielen den Boden unter den Füßen zu verlieren und nicht durch den Roten Teppich.“

Wichtiger als Trophäen im Schrank dürfte Schuch sicher sein, mit seinem Filmen anderen Menschen Mut zu machen, wie einem Sozialarbeiter, der seinen Job eigentlich schon aufgeben wollte. „Der Alltag wäre kräftezehrend, das Personal sei chronisch unterbesetzt, die bürokratischen Hürden groß und die Erfolgsquoten niedrig. Er fand es wichtig, dass wir zeigen, wie viel Zeit es kostet, einen Menschen zu reparieren und ihm neues Selbstwertgefühl zu schenken. Der Film habe ihm neuen Mut gegeben, weiter zu machen“, so Schuch im Interview mit Kristina Heuer von goldenekamera.de.

Darum geht’s in „Systemsprenger“

Eigene Familie, Pflegefamilien, Wohngruppen und Förderschule - Benni (Helena Zengel) hat alles durchgemacht, ist aber nie für längere Zeit an einem Ort geblieben. Das System ist schlicht und ergreifend überfordert mit der 9-Jährigen. Die Erwachsenen stehen ihr hilflos gegenüber und wissen nicht weiter. Fortan soll sich der Anti-Aggressions-Trainer Micha (Albrecht Schuch) um Benni kümmern. Zuvor hat er mit straffälligen Jugendlichen gearbeitet.

„Systemsprenger“: Montag, 17. Mai, 20.15 Uhr im ZDF