Rassismus in den USA

„Bruce Darnell“: Schockierend! Vier Männer bedrohten ihn mit einem Gewehr

18.04.2021 um 13:34 Uhr

Wir kennen Bruce Darnell als schillernde Figur mit glamourösem Auftritt und perfekter Körperbeherrschung. Sieben Jahre lang saß er in der Jury von „Das Supertalent“, seit 15 Jahren unterhält er das Publikum. Für viele Fans ist er der Inbegriff der Eleganz. Doch Einblicke in sein Privatleben gewährt der Choreograf, der auch als Model arbeitet, nur selten. Im Gespräch mit SWR-Moderator Pierre M. Krause im Format „Krause kommt!“ erzählte Bruce Darnell jetzt sehr persönliche Details aus seinem Leben, die sprachlos machen.

Amerika tötet schwarze Menschen!

Auf die Frage nach einem Schlüsselerlebnis für seinen Entschluss, Amerika zu verlassen, erinnert sich Bruce Darnell so: „Ich bin mit dem Fahrrad gefahren und jemand in einem Pick-Up hat versucht, mich von der Straße abzudrängen. Ich habe natürlich geschimpft. Es waren vier weiße Männer im Wagen, die haben den Wagen zurückgesetzt, sind alle ausgestiegen und der Fahrer hat ein Gewehr genommen, auf mich gezielt und gesagt: Wenn du noch ein Wort sagst, werde ich dich erschießen. Für mich war das der absolute Schock. Ich stand allein auf einer Landstraße. Man hätte mich erschießen können. Keiner hätte mich gefunden. Das war der Schlüsselmoment für mich, dass ich gesagt habe: Okay, Amerika tötet schwarze Menschen! Ich muss mein Leben einfach retten. Das ist heute immer noch so nach über 400 Jahren Leidensweg…“

Bei diesem Thema kommen dem 63-Jährigen die Tränen. Er muss das Interview unterbrechen und verlässt die Situation. Pierre M. Krause merkt, wie sehr Bruce Darnell um Fassung ringt, und versucht, abzulenken: „Komm, lass uns über was Schönes reden!“

Ein einsames Leben ohne Familie

Schön bleibt es nicht lange, denn die Sprache kommt auf die Familie, in der Bruce Darnell aufgewachsen ist. Er hat neun Geschwister, war aber immer „das uneheliche Kind“, was man ihn hat spüren lassen. Erst mit 19 hat er von den Hintergründen erfahren, obwohl schon vorher gefragt wurde, warum er anders aussieht als seine Geschwister. Seinen richtigen Vater kennt Bruce Darnell nicht, was ihm das Gefühl gibt, dass etwas fehlt. Die Mutter ist ihm dabei keine Hilfe:

„Das Verhältnis zu meiner Mutter war nicht sehr gut. Jedes Mal, wenn meine Mutter mich angeschaut hat, hat sie wahrscheinlich diesen Mann gesehen. Ich war für sie nicht vorhanden. Sie wollte mit mir nichts zu tun haben.“ Auch der inzwischen verstorbene Mann, von dem er lange dachte, er sei sein Vater, hat ihm Desinteresse entgegengebracht. „Er hat mich auch nicht beachtet, ich war ja nicht sein Kind.“ Nicht einmal zu den Geschwistern hat Bruce Darnell Kontakt: „Ich bin nur in diese Familie geboren und das Schicksal hat seinen Lauf genommen.“

Reisen mit leichtem Gepäck

Trotz aller Schicksalsschläge schafft es Bruce Darnell, dem Gespräch einen tröstenden Charakter zu geben: „Ich habe Amerika vor über 40 Jahren verlassen. Ich habe mit der Vergangenheit abgeschlossen und bin meinen eigenen Weg gegangen. Wir sind alle auf einer Reise und man muss sich entscheiden, wie viel Gepäck man mitnimmt. Ich reise lieber mit ganz leichtem Gepäck. Ich habe alle diese Dinge verarbeitet. Ich reise nicht verbissen mit schwerem Gepäck. Ich möchte eine Leichtigkeit haben.“

Bleibt uns zu sagen: Hut ab vor so viel Ehrlichkeit und Kraft! Und vielen Dank für dieses Interview, das in der ARD-Mediathek und bei YouTube abrufbar ist.

Zählbild