Ein ungewohnt blutiger "IaF"-Notfall

„In aller Freundschaft“: Schockierende Szene wie aus einem Horrorfilm

13.04.2021 um 15:07 Uhr

Die Zuschauer der ARD-Krankenhauserie „In aller Freundschaft“ sind ja doch eine eher gemächliche Gangart gewöhnt. Entstellte Unfallopfer, die mit Blaulicht direkt auf dem OP-Tisch landen, sind in der „Sachsenklinik“ doch eher eine Seltenheit und bleiben dem Publikum in der Regel erspart.

Umso mehr überrascht da die stationäre Aufnahme des Patienten Christoph Herrmann, der sich selbst einliefert. Dafür hat der Mann einen wichtigen Grund, der ihm aus der Kühltasche purzelt: Seine abgetrennte Hand. Der Vollblut-Handwerker ist mit der Kettensäge ausgerutscht und hat sich seinen linken Unterarm sauber amputiert.

Natürlich ist es für den Patienten enorm wichtig, dass sein Arm wieder "angenäht" wird und  Dr. Lilly Phan (Mai Duong Kieu) und Dr. Martin Stein (Bernhard Bettermann) übernehmen sofort die komplizierte Operation. Christoph versichert seiner Frau Jessica nach der gelungenen OP, dass er schon bald wieder ganz fit sein wird. Doch dann versucht Christoph seinen Zimmergenossen Werner Häcke impulsiv vor einem Sturz zu bewahren und fällt auf seinen replantierten Arm.

Ein spektakulärer Fall, der gar nicht so selten ist

Doch wie realistisch ist es, dass ein Unfallopfer mit einer abgetrennten Hand selbständig den Weg in eine Notaufnahme findet? Das kommt wohl häufiger vor, wie beispielsweise ein Fall in Österreich aus dem Jahr 2013 zeigt:

Das Onlineportal oe24.at berichtete damals von einem 37-jährigen Mann aus Ungarn, der in der Notaufnahme seinem abgetrennten Unterarm selbst auf die Empfangstheke gelegt haben soll und bat, diesen doch wieder anzunähen.  

Der Mann wollte in seinem Recycling-Betrieb ein Rüttelsieb reinigen, geriet mit seinem Arm in die Maschine und trennte ihn ab. Der Schwerverletzte schaffte es noch selbst, die Maschine abzuschalten, fischte seinen Arm mit einem Kanister aus Öffnung der Anlage und fuhr einhändig mit seinem Auto in die 20 Kilometer entfernte Klinik in Eisenstadt im Burgenland.

Die Ärzte vermuten, dass der Mann nur deshalb nicht verblutet sei, weil er sich im Schockzustand befunden habe. In einer Not-OP versuchten die Chirurgen, den Arm wieder anzunähen. Ob die Operation erfolgreich war, ist uns leider nicht bekannt, doch der Fall erinnert doch sehr an die Szene aus „In aller Freundschaft“.

Die Behandlung von Baby Feli sorgt weiter für Unstimmigkeiten

Klinikchef Dr. Heilmann (Thomas Rühmann) gerät derweil in der neuen Folge „Abgesägt“ mit Verwaltungschefin Sarah Marquardt (Alexa Maria Surholt) aneinander. Sie sieht die kostspielige Intensivbehandlung von Baby Feli weiterhin kritisch. Für das noch nicht zugelassene Medikament, das bei Feli scheinbar erfolgreich anschlägt, ist die „Sachsenklinik“ in Vorleistung gegangen.

Die Kostenübernahme lehnt die zuständige Krankenkasse ab und Sarah Marquardt kritisiert den Verlust für die Sachsenklinik in Höhe von 250.000 Euro.  "Dafür bin ich als Arzt und Klinikleiter nicht angetreten. Es ist nicht meine Aufgabe, auszurechnen, was ein Menschenleben wert ist“, platzt es aus Heilmann wütend heraus. Das könnte auch das  Zitat eines echten Mediziners aus einer "Hart aber fair" Talkshow sein. 

"In aller Freundschaft": Dienstag, 13. April, 21 Uhr im Ersten