Die Pandemie der Unbehandelten

Keine Studien, keine Therapien – Hirschhausens Film über Long-Covid

28.06.2022 um 17:46 Uhr

Mitten im Sommer, in dem viele Menschen eher an Freibad, Urlaub und Events denken, veröffentlicht Eckart von Hirschhausen seinen vierten Corona-Film. Er widmet sich diesmal denjenigen, die nach einer Corona-Erkrankung mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben. Auch das Post-Vakzin-Syndrom mit Long-Covid ähnlichen Symptomen kommt zur Sprache.

In der Vorschau der Doku schreibt der WDR zum Inhalt des Films und über Eckart von Hirschhausen: „Der Arzt und Moderator litt im Frühjahr selbst an Covid. Nach der Infektion Mitte März wurden bei einer Blutuntersuchung 'micro-clots' in seinem Blut diagnostiziert. Kleine Gerinnsel, vermutlich mitverantwortlich für Long-Covid. Er unterzieht sich einer experimentellen Behandlung, der Blutwäsche.“ Das Problem bei der Sache: Auch, wenn viele Patienten und Patientinnen berichten können, dass es ihnen nach so einer Behandlung besser ging, handelt man bei solchen Therapien oft auf eigenes Risiko.

Betroffene finden kaum Hilfe

„Nach meiner letzten Doku über Long-Covid haben mir unfassbar viele Menschen geschrieben. Menschen, die kaum Gehör finden. Für sie mache ich diesen Film. Es ist ein Film über Ärztinnen und Ärzte, die ihren Patientinnen und Patienten gerne helfen würden, doch denen die Unterstützung fehlt. Über verzweifelte Betroffene, die sich selbst helfen. Über Therapien, die kontrovers diskutiert werden. Und über Ärzte, die Long-Covid immer noch für ein Psycho-Problem halten. Und es geht auch darum, ob die Politik genug Verantwortung übernimmt“, so Eckart von Hirschhausen.

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußert sich in dem Film. Er sagt: „ Wir haben längst eine Pandemie der unbehandelten Long-Covid-Patienten.“ Wer an Long-Covid leidet, steht oft ganz alleine da. In vielen Arztpraxen ist man mit dem komplexen Krankheitsbild überfordert. Oft werden Betroffene mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie sich nur anstellen.

Eckart von Hirschhausen ergreift für sie im Film Partei: „Das sind hunderttausende Menschen, die ohne Behandlung kaum Aussicht auf Besserung haben und deren Zustand oft chronisch wird. Es fehlen systematische Studien, aus denen Behandlungsmethoden und Medikamente resultieren, die den Betroffenen helfen. Und es gibt nur wenige Ärztinnen und Ärzte, die bereit sind, in der aktuellen Situation individuelle Heilversuche zu wagen.“

Die Doku „Hirschhausen und Long-Covid. Die Pandemie der Unbehandelten“ ist ab morgen in der ARD-Mediathek abrufbar. Die ersten drei Corona-Filme „Hirschhausen auf Intensiv“, „Hirschhausen als Impfproband“ und „Hirschhausen – Corona ohne Ende?“ sind dort ebenfalls zu finden.

Tipp: Eckart von Hirschhausen ist zudem morgen, 29. Juni 2022, zu Gast bei 'maischberger' (22.50 Uhr, Das Erste).

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