Adventsshow im Ersten: „Otto Fröhliche“

Otto feiert Weihnachten – heute im Ersten und privat in Florida

03.12.2021 um 14:14 Uhr

Otto macht seinen vielen Fans schon heute (2. Dezember) ein Weihnachtsgeschenk: Seine Adventsshow „Otto Fröhliche“ im Ersten. Im Interview spricht die Komiker-Legende über weihnachtliche Rituale, Wünsche und seine persönlichen Pläne.

Alle Jahre wieder? Nein, Otto macht etwas ganz Neues: eine Adventsshow im Ersten mit dem Titel „Otto Fröhliche“ mit Musik und Sketchen. Dazu lädt er viele Stars ein. Mit dabei sind etwa Moderator Florian Silbereisen, Sänger Mark Forster, Comedian Matze Knop, Schauspielerin Uschi Glas, Musiker Max Raabe, „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers oder Sängerin Stefanie Heinzmann. Es sind 90 Minuten Otto vom Feinsten. Man spürt, wie sehr der Komiker es genießt, nach der Coronapause endlich wieder vor Publikum zu stehen.

Im Interview verrät der 73-Jährige, wie er am Heiligabend feiert, wenn niemand zuschaut. „O Tannenbaum“ von Max Raabe hört Otto auch, wenn er mit Freunden in Florida feiert – mit Tanne, aber ohne echte Kerzen.

Ein Interview von HÖRZU-Reporterin Mirja Halbig

Lieber Otto, womit kann man Ihnen in diesem Jahr an Weihnachten die größte Freude bereiten?

OTTO WAALKES: Da geht es mir wie den meisten – durch die frohe Botschaft: Die Pandemie ist beendet! Wie werden Sie in diesem Jahr feiern? Mal sehen, ob ich in diesem Jahr nach Amerika reisen darf. In dem Fall lade ich mir amerikanische Freunde ein und feiere mit ihnen auf altdeutsche Art: mit Keksen und Christbaum.

Drei kurze Entscheidungsfragen, damit wir gleich wissen, wie Sie ticken: Gans oder Würstchen mit Kartoffelsalat?

Eins nach dem anderen.

Echte Kerzen oder Lichterkette?

Echte sind in Amerika fast verboten.

Sekt oder Selters?

Beides.

Wer schmückt bei Ihnen das Haus fürs große Fest?

Das werde ich wohl selbst machen müssen. Mal schauen, ob ich die Lichterketten vom vorletzten Jahr noch finde. Auch um den Baum kümmere ich mich selbst. In Florida eine echte Tanne aufzutreiben könnte etwas kompliziert werden.

Was darf an Heiligabend auf keinen Fall bei Ihnen fehlen?

Wenn ich alte Weihnachtslieder höre, bin ich schon in Stimmung. Manche gibt es in immer wieder neuen Fassungen. „O Tannenbaum“ von Max Raabe gefällt mir gut. Solche Lieder würden mir sehr fehlen. Und die Rituale von früher, die aus meinem Elternhaus stammen: das Klingeln zur Bescherung, das gemeinsame Singen vor dem Auspacken der Geschenke, Würstchen mit Kartoffelsalat – alles.

Wie haben Sie die Feiertage als Kind erlebt?

Die großen Gefühle, die man als Kind hatte, diese Vorfreude, diese Anspannung, ob man das, was man sich gewünscht hatte, auch wirklich bekommen würde – dafür haben meine Eltern immer gesorgt, und dafür bin ich ihnen bis heute dankbar.

Was war Ihr wichtigstes Weihnachtsgeschenk?

Meine erste Gitarre. Eine ganz kleine, da muss ich sechs Jahre alt gewesen sein. Von da an stand für mich fest: Ich werde Popstar!

Erinnern Sie sich an Ihr schönstes oder auch Ihr lustigstes Erlebnis an einem 24. Dezember?

Typisch, dass man sich immer an das traurigste Weihnachten erinnert. Das ist lange her: Mein älterer Bruder hatte auf einem Frachter angeheuert, und er konnte Heiligabend nicht bei uns sein – der Suezkanal war geschlossen. Wir waren also nur zu dritt und sehr traurig. Statt „O du fröhliche“ haben meine Eltern und ich „Junge, komm bald wieder“ gesungen.

Wie sehr freuen Sie sich in diesem Jahr auf Weihnachten – nachdem das letzte Fest stark durch die Coronapandemie geprägt war und viele Familien gar nicht zusammen feiern konnten?

 Ja, letztes Weihnachten war es kompliziert: Bis zu zehn Personen aus zwei Haushalten, die unter 14-Jährigen nicht mitgezählt. Oder waren es 14 Haushalte mit je zwei Personen, die bis 10 Uhr ...? Zum Glück habe ich das vergessen.

Wie haben Sie es erlebt?

Ach, ich konnte Weihnachten bei meinem Bruder feiern. Wir konnten lange Waldspaziergänge machen. Aber wenn man irgendwann jeden Baum mit Vornamen kennt, dann ist man doch froh, wenn’s nächstes Jahr wieder losgeht. Nächstes Jahr auf Tournee: „Otto Live!“.

Nach dem Lockdown scheinen Sie mehr denn je zu tun zu haben: Fernsehauftritte, die Tour. Was macht Otto eigentlich, um zu entspannen?

Zum Entspannen kenne ich nichts Besseres als die Vorbereitung auf diese Veranstaltungen: Gitarre üben, neue Scherze ausdenken und dann und wann ins Atelier gehen und ein neues Bild malen. Ja, malen, das entspannt richtig!

Was erwartet Ihre Fans auf der Tournee im nächsten Jahr?

Otto! Ich werde wieder allein auf der Bühne stehen, und wenn die Leute im Saal Lust haben mitzumachen, werden wir einen schönen bunten Abend haben.

Worauf freuen Sie sich dabei besonders nach der langen Pause?

Auf den direkten Kontakt, die Stunde nach der Show, wenn ich Autogramme geben darf und alle ihr Selfie mit mir machen können. Da kriege ich immer die nettesten Komplimente. Das tut gut.

Sie stehen seit 57 Jahren auf der Bühne. Was fällt Ihnen heute leichter als zu Beginn Ihrer Karriere? Und gibt es etwas, das Ihnen schwerer fällt?

Die hohen Töne zu treffen fällt mir beim Singen schwerer – ohne so hohe Töne auszukommen fällt mir leichter. Ich spreche sogar etwas langsamer und überhole mich nicht dauernd selber.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, irgendwann die Bühne für immer zu verlassen?

Ach, solange es noch Zuschauer gibt, die mich auf der Bühne sehen mögen, mache ich mir darüber keine Gedanken. Wenn’s so weit ist, wird mir ganz sicher der Applaus fehlen.

Welche Pläne haben Sie für 2022, abgesehen von Ihrer Tour?

Die Tour wird schon das halbe Jahr in Anspruch nehmen: zwei Monate im Frühjahr, zwei im Herbst. Dazu kommt die Vorbereitung. Und wenn dann noch Zeit ist – ich denke gerade über eine kleine Serie nach. Meine Rolle habe ich schon im Kopf, jetzt kommen die anderen dran.

Haben Sie zum Schluss noch eine kleine Weihnachtsweisheit für uns? Oder vielleicht auch ein Gedicht?

Ein Jahr geht schnell vorüber, doch dieses hat gedauert, es war ein bisschen trüber, doch wir sind nicht versauert. Jetzt wird erst mal gefeiert mit Kerzen und Geschenken, Gedichte werd’n geleiert, den Text könnt ihr euch denken: Ein Jahr geht schnell vorüber … und so weiter und so fort.

Vielen Dank und frohe Weihnachten! Die Weihnachtszeit mit Frost und Reif macht leider nur die Finger steif.

"Otto Fröhliche": Fr, 3. Dzember, 22.15 Uhr im Ersten und bereits in der Mediathek

 

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