Er wurde 93 Jahre alt

Programmänderung zum Tod von ARD-Korrespondent Gerd Ruge

16.10.2021 um 17:44 Uhr

Am Abend des 15. Oktober 2021 ist der langjährige WDR-Journalist und renommierte ARD-Korrespondent Gerd Ruge im Alter von 93 Jahren in München gestorben. Das teilte der WDR heute mit, der zu diesem Anlass sein Programm ändert. Um 21.45 Uhr sendet das WDR-Fernsehen die lange Gerd-Ruge-Nacht „In 80 Jahren um die Welt“ und im Anschluss eine seiner letzten Reportagen „Gerd Ruge unterwegs – Sommer am Colorado“.

Ein Leben für den Journalismus

Gerd Ruge wurde am 9. August 1928 in Hamburg geboren, begann seine berufliche Laufbahn 1949 als Redakteur beim damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk in Köln. 1956 ging er als erster ständiger Korrespondent aus der Bundesrepublik für die ARD nach Moskau. 1964 wurde er Amerika- und Washingtonkorrespondent der ARD. Anfang der 1970er Jahre übernahm der ARD-Chefkorrespondent die Leitung des Bonner WDR-Studios.

Von 1977 bis 1981 arbeitete Ruge als ARD-Hörfunkkorrespondent in Moskau. Er leitete das Politmagazin „Monitor“, gründete und leitete den „Weltspiegel“ und war zwei Jahre Chefredakteur beim WDR Fernsehen. Nach sechs Jahren Leitung des Moskauer ARD-Studios ging Gerd Ruge am 1. September 1993 in den Ruhestand. Er arbeitete weiter als freier Journalist und begeisterte mit seinen Reisereportagen unter dem Titel „Gerd Ruge unterwegs“.

Zahlreiche Auszeichnungen

Gerd Ruge war Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse und erhielt viele wichtige Auszeichnungen, darunter drei Grimme-Preise und den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis. Seit 2002 schreibt die Film- und Medienstiftung NRW einmal im Jahr das mit 100.000 Euro dotierte „Gerd Ruge Stipendium“ aus.

WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow: „Gerd Ruge gehört zu den großen Reporterpersönlichkeiten der ersten Stunde. Profunde Analysen, präzise Interviews und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge leicht verständlich zu erklären, das zeichnete ihn aus. Er war ein wertvoller Zeitzeuge wichtiger politischer Ereignisse im In- und Ausland. Unvergessen bleiben seine zahlreichen Auslandsreportagen und Reiseberichte. Das Publikum hat ihn dafür geliebt. Für viele nachfolgende Journalist:innengenerationen war er Vorbild und Orientierung. Ich werde seine sympathische und bescheidene Art vermissen.“