Den Lockdown sieht er kritisch

Ralf Moeller hält Bundesregierung für unfähig: „Können keine Krisen händeln“

28.02.2021 um 19:12 Uhr

Für Hollywood-Star Ralf Moeller macht die Bundesregierung in der Corona-Krise keine gute Figur. Aus Sicht des Schauspielers wird in Deutschland zu lange gewartet, bis eine Entscheidung getroffen wird, kritisiert er in der NDR-Talkshow.

Schon seit August ist der 62-jähirge zu Besuch in seiner Heimat Recklinghausen und kümmert sich in der Corona-Krise fürsorglich um seine Eltern. „Ich versuche, wie tausend andere auch meine Eltern an die Nadel zu bekommen, sach ich mal“, erklärt Moeller im Interview mit Moderatorin Barbara Schöneberger.  Am 17. März und am 11. April sollen Moellers 91-jähriger Vater Helmut und seine Mutter Ursula (85) geimpft werden - doch ohne die Hilfe ihres Sohnes, wäre das aus Möllers Sicht nichts geworden. Moeller empfindet es als Zumutung für die älteren Menschen, dass sie ihren Impftermin im Internet selbst suchen müssen, sich selbst um die Anreise kümmern müssen und im Impfzentrum dann zwei Stunden warten müssen. Der ehemalige Mister Universum kann nicht verstehen, dass Menschen im Alter seiner Eltern nicht zu Hause geimpft werden.

Doch nicht nur bei der Organisation der Corona-Impfungen sieht Moeller ein Versagen der Bundesregierung, der in der NDR-Talkshow vom 26. Februar auch seinen neuen Lebens- und Motivations-Ratgeber „Erstma’ Machen!“ vorstellte. Bereits in den vergangenen Wochen hatte er immer wieder die dauerhafte Öffnung von Gastronomie, Kultureinrichtungen und insbesondere Fitness-Studios gefordert, was aus seiner Sicht bei Anwendung intelligenter Hygienekonzepte gefahrlos möglich wäre.

"Die haben immer zu lange gewartet"

„Ich komme heute Morgen nach Hamburg und hier ist alles menschenleer, die Hotels sind zu und das ist so traurig. Du gehst an Geschäften vorbei die leer sind, die jetzt aufmachen könnten. Du weißt, welche Tragik dahinter ist, was da im Handel und in der Gastronomie passiert“, schildert Moeller sein Unverständnis über den Dauer-Lockdown in Deutschland. „Das sind ganz schlimme Sachen, die Menschen haben kaum Schlaf und kämpfen um ihre Existenzen, weil sie nicht die monatlichen Einkünfte haben wie unsere Regierungsbeamte und alle, die da oben sitzen und immer ganz schlau erzählen, es dauert.“

„Ich weiß, dass es nicht die Schuld der Regierung ist, aber sie muss aufwachen. In Amerika, in England, in Israel - überall öffnen sie schon, selbst Österreich ist soweit“, wirft der Schauspieler der Bundesregierung Untätigkeit vor: „Es kann nicht angehen, dass hier keine Entscheidung getroffen wird. Das war immer der Fehler in Deutschland, die haben immer zu lange gewartet. Sie meinen es nicht böse, aber sie können keine Krisen händeln.“

Bevor die komplexe Corona-Diskussion mit den anderen Teilnehmern der Talkshow fortgeführt werden konnte, verabschiedete sich Barbara Schöneberger hastig aus dem Gespräch mit ihren Hollywood-Gast aus Recklinghausen und wechselte zum nächsten Talk-Partner. Sie befürchtete scheinbar eine kontroverse Corona-Diskussion, die ja auch schnell mal negative Schlagzeilen produziert in diesen Tagen.

Ralf Moeller wird seit seinem Bodybuilding-Weltmeistertitel von 1986 in einem Atemzug mit Arnold Schwarzenegger genannt. Mit „Gladiator“ wurde der ehemalig Bademeister weltweit bekannt.  Möller steht in Hollywood vor der Kamera, engagiert sich für Jugendliche an Brennpunktschulen, trainierte mit Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und tritt regelmäßig als Speaker und Markenbotschafter auf.