Brisante ZDF-Thrillerserie über den rechtsextremen Untergrund

„Westwall“: Wir holen uns unser Land zurück - bitte nicht!

27.11.2021 um 14:54 Uhr

Eine angehende Polizistin und ein Ex-Nazi geraten im ZDF-Sechsteiler „Westwall“ in eine rechte Verschwörung. „Wir holen uns unser Land zurück“, heißt es in dem packenden Thriller über Rechtsextremismus in Deutschland. “Wir müssen sehr wachsam sein”, sagt darum Benedikt Gollhardt, Autor des Romans “Westwall”, der auch das Drehbuch schrieb.

Ein Artikel von TV Digital Chefreporter Mike Powelz

Eine Polizeischülerin, die sich in einen ehemaligen Nazi verliebt. Eine rätselhafte Frau, die im Wald lebt und jene obdachlosen Jugendlichen, um die sie sich kümmert, zu rechtsradikalen Anschlägen anstiftet. Und im Hintergrund mysteriöse Strippenzieher, die den Verfassungsschutz gegen rechte Netzwerke in der Polizei ausspielen. Diese drei Handlungsstränge verweben die Macher des packenden Sechsteilers „Westwall“ (Samstag, 27. November, 21.45 Uhr im ZDF) raffiniert miteinander.

Scheinbar zufällig rettet ein fremder junger Mann namens Nick (Jannik Schümann) die Polizeischülerin Julia (Emma Bading) vor einer Fahrkartenkontrolle. Die beiden kommen sich näher. Doch nach einer Liebesnacht entdeckt Julia auf Nicks Rücken ein verstörendes Tattoo: ein Hakenkreuz. Ist er etwa Neonazi?

Erstklassig besetzt mit Jeanette Hain, Devid Striesow & Rainer Bock 

Schockiert beginnt die junge Frau, eigenmächtig Nicks Vergangenheit zu recherchieren. Dabei stößt sie tatsächlich auf Beweise für rechtsradikale Aktivitäten: Nick hat ein Flüchtlingsheim in Brand gesetzt. Für Julia Grund genug für eine Trennung.

Als sie Nick verlassen will, taucht plötzlich sein vermeintlicher Bewährungshelfer Florian Keppler (Devid Striesow) auf, um ihm ein gutes Zeugnis auszustellen: Laut Keppler ist Nick längst aus der rechten Szene ausgestiegen. Was Julia nicht weiß: Keppler arbeitet in Wahrheit für den Verfassungsschutz. Doch langsam findet sie heraus, dass sie ihm nicht trauen kann. Was sie nicht ahnt: Auch ihrem Polizeiausbilder Berthold Roosen (Rainer Bock) sollte sie nicht glauben.

Die spannende Fernsehproduktion basiert auf dem gleichnamigen Roman von Benedikt Gollhardt, der zuvor als Drehbuchautor satirischer Serien wie „Türkisch für Anfänger“ oder „Danni Lowinski“ Erfolge feierte.

Hier wendet er sich nun einem ernsteren Thema zu: neu aufkeimender Rechtsradikalismus in einer alten Nazianlage, dem titelgebenden Westwall. Bei diesem verfallenden Relikt aus der NS-Zeit handelt es sich um ein rund 630 Kilometer langes Verteidigungssystem an der einstigen Westgrenze des Deutschen Reiches, das aus über 18.000 Gräben, Stollen, Bunkern und Panzersperren bestand und von Kleve an der niederländischen Grenze in Richtung Süden bis Grenzach-Wyhlen reichte. Im Interview verrät Hauptdarsteller Jannik Schümann, dass die gigantische Nazianlage für den Film teilweise in Krakau nachgebaut wurde und dort komplett aus Styropor bestand.

„Die Handlung unserer Serie ist ausgeklügelt, vielschichtig und actionreich“, schwärmt Schümann. „Außerdem bietet sie unvorhersehbare Wendungen und verrückte Cliffhanger. Und das Finale ist ein spannender Showdown.“

Seine Kollegin Emma Bading lobt einen weiteren Aspekt des Thrillers: Er beleuchte sehr gut die Motive junger Nazis, etwa deren Wunsch nach Orientierung. Bading resümiert: „Viele sind zu überfordert, um sich einzugestehen, dass die Welt bunt ist und viele Schattierungen hat.“

„Westwall“: Sa, 27. November , 21.45 Uhr im ZDF und alle Folgen komplett in der ZDF-Mediathek

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