Nahost-Lage eskaliert: Sender passen ihr Programm an

Ann-Kathrin Schaub
28.02.2026 um 16:45 Uhr
     | ©  IMAGO / Middle East
    Wegen der Eskalation im Nahen Osten ändern mehrere TV-Sender kurzfristig ihr Abendprogramm. | © IMAGO / Middle East

    Am Samstagmorgen griffen Israel und die USA Ziele im Iran an. Nach den jüngsten militärischen Entwicklungen im Nahen Osten reagieren zahlreiche deutsche TV-Sender mit kurzfristigen Programmänderungen.

    Wie das Medienmagazin DWDL berichtet, reagieren zahlreiche TV-Sender auf die kritische Lage in Nahost mit Programmänderungen, Sondersendungen und verlängerten Nachrichten formaten. Das ZDF sendet um 19.25 Uhr ein „ZDF spezial: Angriffe auf Iran“. Die geplante „Bergretter“-Folge „Verbrannte Erde“ aus Staffel 13 entfällt dafür. Der „Garmisch“-Krimi soll dagegen wie geplant um 20.15 Uhr zu sehen sein.

    „Brennpunkt“ im Ersten zur aktuellen Lage im Nahen Osten

    Auch RTL hat das Programm angepasst. Die Hauptausgabe von „RTL“ aktuell wird um zehn Minuten verlängert und soll bis 19.15 Uhr laufen, um ausführlich über die Eskalation in Nahost zu berichten. Auch Das Erste hat gegenüber dem Branchendienst DWDL eine Programmänderung angekündigt. Um 20.15 Uhr wird ein „Brennpunkt“ zur aktuellen Lage im Nahen Osten ausgestrahlt. 

    Dadurch verschiebt sich das deutsche Finale für den Eurovision Song Contest um 15 Minuten nach hinten. Seit Beginn des Krieges berichten Nachrichtensender wie ntv, WELT TV und Tagesschau 24 mit durchgehenden Breaking-News-Strecken und Sondersendungen über die Entwicklungen.

    Polit-Talks in der Krise: Schafft Caren Miosga die Wende?

    Mitten in der Krise des Polit-Talks tritt Caren Miosga in der ARD die Nachfolge von Anne Will an. Kann sie die Wende schaffen? Ein Artikel von HÖRZU-Reporter Thomas Kunze Der Abschied nach 16 Jahren war nüchtern: Weder wirkte Anne Will, die auf eigenen Wunsch ging, besonders gerührt, noch interessierte sich das TV-Publikum übermäßig für ihre letzte Sendung im Dezember. Mit 3,35 Millionen Zuschauern war die Einschaltquote eher mau. Im Jahresschnitt sank sie sogar erstmals unter drei Millionen. Als Nachfolgerin von Will soll nun Ex-„Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga frischen Wind in den zuletzt routinierten Sonntagabend-Talk im Ersten bringen (So, 19. Januar, 21.45 Uhr im Ersten). In ihrer Premierensendung diskutiert Miosga (54) mit dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz, ZEIT-Journalistin Anne Hähnig und Soziologie-Professor Armin Nassehi über die CDU. Das Thema der ersten Sendung lautet entsprechend: "Merz richtet die CDU neu aus - wird Deutschlands Zukunft konservativ?" Caren Miosga und Louis Klamroth als Hoffnungsträger Die Quoten aller Talkshows fallen seit drei Jahren deutlich (siehe Grafik unten). Und im vergangenen Jahr forderten Programmdirektorin Christine Strobl und die Gremienvorsitzendenkonferenz der ARD (GVK) Reformen. Kritik der Gremien: ein Mangel an Vielfalt Die Kritik der GVK hat es in sich: Die Talkshows von „Anne Will“, „Maischberger“ und „Hart aber fair“ seien inhaltlich zu ähnlich, immer wieder seien es die gleichen Gäste und Themen, es würden die gleichen Zielgruppen angesprochen. „Es genügt nicht, sich nur durch unterschiedliche Moderatoren-Persönlichkeiten zu unterscheiden“, so das Statement des Gremiums. Gefordert wird außerdem, dass die Sendungen stärker auf die Lebenswirklichkeit der Menschen eingehen müssten. Strobl zielt in die gleiche Richtung: „Eine Neujustierung der politischen Gesprächssendungen ist erforderlich.“ Im Zuge einer Programmreform hat sie den digitalen Umbau mit der Stärkung der ARD-Mediathek ausgerufen: „Wir müssen auch für jüngere Menschen im Digitalen einen Ort des politischen Diskurses anbieten. Damit dies gelingt, müssen wir die unterschiedlichen Konzepte der Talks schärfen, auf Meinungsvielfalt achten, eine Themensetzung für alle Bevölkerungsgruppen anbieten, Gesprächsformen und Gästeauswahl voneinander abgrenzen.“ Hoffnungsträger sind nun Miosga und Louis Klamroth. Der 34-Jährige ist das junge Gesicht unter den Polit-Talkern. „Wir haben da einen ganz neuen Kopf, einen ganz neuen Stil gefunden“, freute sich Strobl zu seinem Start vor einem Jahr. Aber: Seit Klamroth Nachfolger von Frank Plasberg bei „Hart aber fair“ ist, kriselt es. Er hat deutlich an Publikumszuspruch verloren, die Quoten sanken im Vergleich zum Vorgänger um mehr als eine halbe Million. Zuletzt trennte sich der Moderator von der alten Plasberg-Redaktion. Auch Co-Moderatorin Brigitte Büscher verkündete ihren Abschied. Ein Verlust, denn sie stand mit ihrem direkten Kontakt zum Publikum für die gewünschte Bürgernähe. Klamroth startet im Januar mit seiner Produktionsfirma Florida Factual einen Neuanfang, soll dann verstärkt jüngere Zuschauer in die Mediathek locken. Dazu wird die TV-Sendung am Montag erweitert um eine von Klamroth kommentierte und durch redaktionelle Inhalte ergänzte Version, die dienstags in der Mediathek steht. „Mit dieser Version wenden wir uns gezielt an ein jüngeres Mediathekspublikum und bieten den Zuschauer*innen zudem einen Mehrwert über die Live-Sendung hinaus“, heißt es beim WDR. Nach dem Motto „Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft“ sollen Zuschauer noch stärker eingebunden werden und Politiker mit Bürgern ins Gespräch kommen. „Wir wollen Transparenz schaffen und die Rolle der Mediathek als Ort für politische Debatten stärken“, so der WDR. „Veränderungen wird es bei der Gäste- und Themenauswahl und der Dramaturgie sowie bei der Gestaltung des Studios und dem Look der Sendung geben.“

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