Bewegend und beeindruckend

So gut ist Netflix' Schumacher-Doku

15.09.2021 um 11:19 Uhr

Natürlich macht es traurig, dass der Held dieser Doku deren Veröffentlichung nicht bei guter Gesundheit erlebt. Trotzdem ist der Film ein ausgezeichneter Anlass, Leben und Leistung des Ausnahmesportlers zu feiern.

Schon die ersten Szenen verursachen Gänsehaut. Wir fahren die berühmte Monaco-Runde im Cockpit des Ferrari mit und hören Schumachers Stimme, der über Rennsport und Leben sinniert. Es fallen bedenkenswerte Sätze wie "Ich spreche nicht gern über meine Qualität, weil mich das arrogant erscheinen lassen würde. Ich spreche auch nicht gerne über meine Fehler, weil es der Job der anderen ist, die zu finden." 

Nach dem rasanten Einstieg springt die Doku zurück zu Schumis erstem Tag 1991 bei der Formel 1, damals im Team Jordan. Manager Willi Weber erzählt, wie sie damals mitten im Rennzirkus saßen, Pizza aßen und keiner mit ihnen redete. Er fügt hinzu: "Das war das letzte Mal, dass uns niemand angesprochen hat". Das Qualifying kam und der Youngster fuhr teilweise schneller als etablierte Ikonen wie Ayrton Senna. Direkt danach sicherte sich Benetton das vielversprechende Talent. 1992 fuhr er seinen ersten Grandprix-Sieg in Belgien ein. Eine Sensation und der Beginn einer legendären Karriere.

Neben fesselnden Archivaufnahmen wird viel erzählt. Es kommen alle zu Wort, die man sich als Fan des Formel-1-Giganten und als jemand, der ihn erst kennen lernt, nur wünschen kann. Von der Familie übers Team bis zu berühmten Weggefährten. Unter letzteren auch Mika Häkkinnen, der Mann, mit dem sich Schumacher jahrelang die spannendsten Duelle lieferte.

Warum die Dokumentation so besonders ist

Man merkt dem Film an, dass er mit Zustimmung der Familie zustande kam. Nicht nur sind seine Angehörigen zu sehen und zu hören, die Abwesenheit von Sensationsgier und die respektvolle Annäherung an den Rennsportler und Privatmann Schumacher machen die Dokumentation so sehenswert. Der Unfall im Jahr 2013 wird nicht ignoriert, aber er tritt hinter der packend erzählten Geschichte des Mehrfach-Weltmeisters und Familienvaters zurück. Und das ist sehr gut so.

Fazit der Autorin dieses Artikels: Als eine, die damals bei jedem Rennen Schumi die Daumen drückte, kann ich diesen Film nur wärmstens empfehlen.