Der Star-Regisseur galt als Netflix-Kritiker

Steven Spielberg: Jetzt will er doch für Netflix arbeiten

22.06.2021 um 16:04 Uhr

Der wichtigste Regisseur Hollywoods wechselt die Seiten: Steven Spielberg wird in den kommenden Jahren ausschließlich für Netflix arbeiten und kehrt damit dem klassischen Kino quasi den Rücken.

Dabei galt der 74-jährige Oscar-Gewinner („Schindlers Liste“, 1994, Der Soldat James Ryan, 1996) bis vor kurzem noch als ausgewiesener Gegner der Streamingdienste. "Wenn man sich auf das TV-Format einlässt, ist man ein Fernsehfilm. Wenn der Stoff gut ist, hat er einen Emmy-TV-Preis verdient, aber keinen Oscar. Ich halte es für falsch, dass Filme, die nur eine Woche im Kino laufen, für die Oscars zugelassen werden“, erklärte er vor drei Jahren in einem Interview mit dem britischen TV-Sender ITV.  Ob er seine Meinung mittlerweile geändert hat – oder die Oscars für ihn keine so große Bedeutung mehr haben, ist aktuell nicht bekannt.

Was den Erfinder von „E.T.“ neben der sicher nicht unerheblichen Entlohnung zu dem Sinneswandel bewogen hat, ist ebenfalls noch unklar. Offiziell wurde nur verkündet, dass Netflix einen Vertrag mit Steven Spielbergs Produktionsfirma Amblin Partners geschlossen hat. Amblin soll über mehrere Jahre Filme für Netflix produzieren, bei denen sich auch Spielberg einbringen soll. Beide Seiten hatten in der Pressemitteilung nur gute Worte füreinander übrig und schwelgten in den höchsten Tönen von der neuen Partnerschaft.

Spielbergs Firma Amblin will 2021 60 Filme herausbringen

Amblin Partners hat bereits in der Vergangenheit Filme für Netflix produziert. Besonders erfolgreich ist „The Trial of the Chicago 7“, der dieses Jahr sechs Oscarnominierungen verbuchen konnte. Ursprünglich sollte das Projekt für Paramount Pictures (ViacomCBS) produziert werden, doch  Paramount hat es an Netflix verkauft. Insgesamt will Amblin 2021 60 Filme herausbringen, die allerdings nicht ausschließlich bei Netflix zu sehen sein werden.

Mit Steven Spielberg hat sich Netflix den unangefochtenen Meister des klassischen Hollywood-Kinos an Bord geholt, der als Produzent und Regisseur in den letzten fünf Jahrzehnten erfolgreich war. Nach dem Durchbruch mit „Der weiße Hai“ aus dem Jahr 1975  folgten Kassenschlager wie „Unheimliche Begegnung der dritten Art“, „E.T.“, „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“, „A.I., Minority Report“, „Schindlers Liste“, „Der Soldat James Ryan“ sowie Blockbuster-Reihen wie „Zurück in die Zukunft“, „Indiana Jones“, „Men in Black“,  „Transformers“, „Gremlins“, oder „Jurassic Park“.

Netflix will die Konkurrenz auf Distanz halten

Netflix will mit dem großen Namen scheinbar neue Abonnenten anlocken, die hohe Qualität zu schätzen wissen. Der Streaming-Markt wir immer härter umkämpft und der Marktführer muss sich etwas einfallen lassen, um Disney+, HBO Max und Amazon auf Dauer auf Distanz zu halten.