Leiter der Chefreporter HÖRZU, TV DIGITAL, TVdirekt, Bild und Funk, GONG
RTL-Unterhaltungschef Markus Küttner spricht im Interview über die Stärken und Schwächen von Shows wie dem Dschungelcamp. Das Jahr 2025 war kein gutes für viele Show-Formate bei RTL. Unmittelbar nach dem Abgang von Thomas Gottschalk bei „Denn sie wissen nicht, was passiert“ brachen die Einschaltquoten brutal ein. Das einst erfolgreiche „Sommerhaus der Stars“ verlor Millionen von Zuschauern. Und selbst die so massiv beworbene „Stefan Raab Show“ erwies sich als regelrechtes Quotendesaster, das Format wurde zudem Ende Dezember von den Usern des Online-Branchenmagazins „DWDL“ zur „medialen Peinlichkeit des Jahres 2025“ gewählt. Immerhin einen Silberstreif am Horizont gibt es: „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ (ab 23. Januar bei RTL) dürfte auch im 19. Jahr für Topquoten sorgen und dank Werbepreisen von bis zu 100.000 Euro für einen 30-Sekunden-Spot ordentlich Geld in die RTL-Kasse spülen. Doch welche Bilanz zieht RTL-Unterhaltungschef Markus Küttner hinsichtlich der Stärken und Schwächen seiner Formate? Wir trafen ihn zum Exklusiv-Interview über seine Tops und Flops – etwa die „Stefan Raab Show“. TV DIGITAL: Das Dschungelcamp ist seit über 20 Jahren eine feste RTL-Marke. Welche neuen Impulse gibt es 2026 – etwa neue Prüfungen, neue Regeln oder strukturelle Änderungen? Markus Küttner: Neue Prüfungen gibt es tatsächlich jedes Jahr. Natürlich haben wir ein paar wiederkehrende Klassiker wie den „Creek der Sterne“, aber rund 90 Prozent sind neu. Ich habe mir vor ein paar Wochen einige davon vor Ort angeschaut – da kommt schon was auf uns zu. Sehr schöne, kreative Prüfungen. Aber was jede Staffel besonders macht, ist natürlich der komplett neue Cast. Sonja Zietlow ist seit der ersten Sendung dabei, Jan Köppen steht ihr seit einigen Jahren zur Seite, und Dr. Bob ist sowieso gesetzt. Aber die zwölf Promis geben jeder Staffel ihre eigene Farbe. Und es wird eine größere Änderung geben – die kann ich leider noch nicht verraten. Der Dschungel ist live – und die Überraschung kommt direkt in der ersten Show. So viel sei gesagt: Es wird besonders. TV DIGITAL: Das ist schon mal ein Appetizer. Wie stark mischst du selbst bei der Kandidatenauswahl mit? Markus Küttner: Ich bin sehr stark eingebunden, auch wenn ich die Promis nicht persönlich treffe – das übernimmt Pamela Kretschmer von der Dschungel-Produktionsfirma ITV. Sie trifft sich mit den potenziellen Kandidaten. Wir kommen Mitte Februar aus Australien zurück, und im März startet schon das erste Vorbereitungstreffen für die neue Staffel. Ab dann treffen wir uns alle drei bis vier Wochen, hängen die Porträts der infrage kommenden Stars an die Wand, diskutieren, sortieren – und spätestens im Herbst steht der Cast. TV DIGITAL: Nach welchen Kriterien werden die Prominenten ausgewählt – eher Konfliktpotenzial oder Bekanntheitsgrad? Markus Küttner: Am Ende zählt die Mischung – eine gute Balance aus Jung und Alt, aus verschiedenen Welten. Influencer und Social-Media-Stars spielen heute eine ebenso große Rolle wie klassische Prominente. Und es ist natürlich immer toll, wenn wir jemanden wie Gunter Gabriel dabeihaben – da war meine Mutter begeistert, weil sie ihn noch aus ihrer Jugend kannte. Klar, Konflikte können ein Erfolgsfaktor sein, aber wir suchen nicht gezielt nach Streithähnen. Die Konstellation muss einfach spannend sein und gute Unterhaltung versprechen.