„Aktenzeichen XY“: Rudi Cerne äußert sich zum Mörder im Studio

In der neuen Ausgabe von „Aktenzeichen XY“ (14. Oktober, 20.15 Uhr im ZDF) stellte sich Moderator Rudi Cerne die Frage: „Hatten wir damals einen Mörder im Studio?“

Gleich zu Beginn der Sendung beantwortete Cerne die Frage mit einem klaren Statement.  "Diese Frage muss mit Ja beantwortet werden", so der Moderator. Danach wurde nochmal der Ausschnitt aus der Sendung von 2012 gezeigt, in der der Mörder zu Gast war. "Die ganze Situation ging mir ganz schön unter die Haut. "Ich hätte es nie, nie für möglich gehalten, dass das alles ein glatte Lüge war. Wollen wir hoffen, dass es den Angehörigen von Maria Baumer jetzt gelingt, das Geschehene besser zu verarbeiten", wünscht sich Rudi Cerne. 

Vor wenigen Tagen wurde der 36-jährige Mann vom Landgericht Regensburg zu lebenslanger Haft verurteil. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er im Jahr 2012 seine damalige Verlobte mit Medikamenten vergiftete und im Wald vergrub, wo sie später von einem Pilzsammler gefunden wurde. Im Laufe des Indizien-Prozesses gab der Mann zu, die Leiche verscharrt zu haben, bestritt aber den Mord. Sein Verteidiger legte Revision ein, noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Ein bemerkenswerter Auftritt bei „Aktentenzeichen XY“

Der Verurteilte trat damals bei „Aktenzeichen XY“ auf, spielte an der Seite der trauernden Zwillingsschwester den verzweifelten Verlobten und bat um die Unterstützung des Publikums. Im Prozess bezeichnete der Richter den TV-Auftritt als bemerkenswert.

Moderator Rudi Cerne kann sich noch gut an die damalige Sendung erinnern. Vor dem Urteil hatte Cerne die Entwicklungen im Fall Baumer als einzigartig bezeichnet. „Das gab es in der Geschichte von ‚Aktenzeichen XY‘ noch nie“, so Cerne gegenüber der dpa. 

Rudi Cerne moderiert den ZDF-Klassiker „Aktentenzeichen XY...ungelöst“ bereits seit dem Jahr 2002.

Das waren die weiteren XY-Fälle am 14. Oktober:

  • Der Tod eines Teenagers: Ein Auto rammt eine Harley-Davidson auf der A8 in Richtung Homburg bei Zweibrücken und ein 13-Jähriger auf dem Sozius stirbt. Der Unfallverursacher fährt einfach weiter. Für die Polizei beginnen komplizierte Ermittlungen. Gesucht wird der Fahrer einer weißen Mercedes E-Klasse-Limousine, der damals in Richtung Saarland geflüchtet ist.
  • Ein Schock vor dem Frühstück: Der Mann holt gerade die Zeitung, seine Frau kocht Kaffee, als es an der Haustür in Karlsruhe klingelt. Was dann passiert, ist ein Überfall-Albtraum, den das Opfer nie vergessen wird.
  • Junge Mutter in Münster erstochen: Eine Frau wird in ihrer Wohnung mit einem Messer getötet. Die 32-Jährige war Mutter von drei Kindern. Fast 20 Jahre lang sucht die Kripo Münster bereits nach dem Mörder. Die Polizei erhofft sich Hinweis zum Aufenthaltsort von Darshan Singh, der als dringend tatverdächtig gilt und sich wohl nach Spanien abgesetzt hat.
  • Ohne Spur verschwunden: Ein 30-jähriger Mann verschwindet spurlos. Tage später wird sein Rucksack gefunden. Polizei-Ermittlungen ergeben: Ein Mann könnte vielleicht Interesse an seinem Tod gehabt haben. Seit dem Februar 2020 sucht die "Ermittlungsgruppe Rucksack" der Kriminalpolizei Neu-Ulm den 30-jährigen Rumänen Constantin Popa, der spurlos verschwunden ist.
  • Der XY-Preis 2020: Der Angriff kommt aus dem Nichts: Ein psychisch Kranker attackiert eine Frau mit einem Messer. Zum Glück sind ihre Lebensretter nicht weit. Das Trio ist jetzt für den XY-Preis 2020 nominiert. Der Preis wurde vom ZDF und der Aktenzeichen-XY-Produktionsfirma Securitel ins Leben gerufen, um Personen mit Zivilcourage zu ehren.
Veröffentlich am 14.10.2020
Aktualisiert am 12.11.2020