COVID-19: Oscar-nominierte Regisseurin dreht Doku über die sozialen Aspekte der Pandemie

Die brasilianische Regisseurin Petra Costa plant, in ihrer neuen Dokumentation über das Coronavirus COVID-19 die sozialen Ungleichheiten, die das Virus aufzeigt, darzustellen. Dazu sollen möglichst viele Menschen ihre eigenen Erlebnisse filmen.

In ihrer Netflix-Dokumentation "Am Rande der Demokratie" kritisiert Regisseurin Petra Costa ihre die politischen und sozialen Machtgefüge ihrer Heimat Brasilien stark. Ähnlich sozialkritisch soll ihre neuste Dokumentation werden. Unter dem derzeitigen Titel "Dystopia" möchte Costa die strukturellen Probleme und die soziale Ungleichheit der Welt anprangern, die durch die Pandemie deutlich werden. Dazu setzt sie auf die Mithilfe aller.

Eine Doku über soziale Medien organisieren?

Costa hat in ihren sozialen Netzwerken dazu aufgerufen, dass ihr jeder Bild- und Filmmaterial schicken solle. Sie möchte ihren neuen Film so lebensnah und berührend wie möglich gestalten. Dazu gehört auch, auf die Aufnahmen von Betroffenen zurückzugreifen. Dadurch soll deutlich gemacht werden, welche strukturellen Probleme vorherrschen – auf lokaler und nationaler Ebene.

Die Regisseurin ist bekennende Gegnerin des derzeitigen brasilianischen Präsidenten, der den Einfluss und die Schwere des Coronavirus herunterspielt. Durch ihre neue Dokumentation möchte sie den Fehlinformationen entgegenwirken und ein umfassendes Bild der Auswirkungen aufzeigen. Wie ein Flickenteppich helfen Einsendungen aus aller Welt dabei, möglichst viele Ungerechtigkeiten aufzuzeigen und so einen Sinn aus der Pandemie zu ziehen.

Veröffentlich am 22.04.2020
Aktualisiert am 12.11.2020