"Dracula" auf Netflix – Klassischer Gruselstreifen trifft auf Moderne

Seit dem 4. Januar treibt der Vampirfürst Dracula in der Neuverfilmung von Bram Stokers Literaturklassiker sein blutiges Unwesen auf Netflix. Was die Kritiker zu der Miniserie aus der Feder der "Sherlock"-Schöpfer Mark Gatiss und Steven Moffat sagen, haben wir hier zusammengefasst.

Düstere Stimmung, trockener Humor und unterhaltsame Dialoge – der Start in die Serie "Dracula", geschrieben von den gefeierten Drehbuchautoren Gatiss und Moffat, ist brillant umgesetzt. Die erste der drei 90-minütigen Folgen spielt im labyrinthartigen Schloss des Grafen Dracula (Claes Bang) in Transsylvanien und orientiert sich nah an der Romanvorlage von 1897. Der sichtlich ausgemergelte Londoner Anwalt Jonathan Harker (John Heffernan) erzählt der besorgten Schwester Agatha (Dolly Wells) von seinen grauenhaften Erfahrungen auf dem Schloss. Durch das hervorragende Setting und den gut durchdachten Soundtrack entsteht hier Gruselatmosphäre wie aus dem Lehrbuch.

Auch die zweite Episode der Koproduktion von BBC One und Netflix übernimmt große Teile der Buchvorlage. Dracula begibt sich auf eine Seereise nach England. Auf der Überfahrt müssen die übrigen Passagiere und die Schiffscrew um ihr Leben bangen, da der Vampir sein Verlangen nach Blut auch auf See gnadenlos stillt. Im zweiten Teil der Koproduktion brilliert vor allem Schauspielerin Dolly Wells als Schwester Agatha, die Dracula mit ihrer Schlagfertigkeit und ihrem toughen Humor die Stirn bietet.

Moderner Twist sorgt für ein schwaches Ende

Auch wenn innovative Ideen in Neuverfilmungen nichts Schlechtes bedeuten müssen – der dritte Teil von "Dracula" enttäuschte die meisten Kritiker. So viel sei verraten: Gatiss und Moffat tauschen dunkle Keller, Kerzenlicht und Spinnenweben gegen eine vollkommen moderne Kulisse. Wohingegen einigen dieser Kontrast gefallen mag, überzeugt die letzte Folge des Dreiteilers weder Dracula-Fans noch Filmkritiker: Der Plot der Episode wirkt aufgesetzt, die Charaktere abgeflacht und das Setting künstlich. Der starke Einstieg in die Miniserie wird von ihrem scheinbar nicht durchdachten Ende leicht gedämpft – zumindest die ersten beiden Folgen sind jedoch sehenswert für Gruselfans!
 

Veröffentlich am 08.01.2020