Hannes Jaenicke kann das Gelaber um den Klimaschutz nicht mehr hören

Hannes Jaenicke fordert in „hart aber fair“ endlich Taten für den Klimaschutz. Diskutieren mag er dagegen nicht mehr.

Das Thema der ARD-Talkrunde von Frank Plasberg lautet zur ARD/WDR ARD-Themenwoche 'WIELEBEN" am Montagabend „Auf dünnem Eis – wie viel Zeit lässt uns der Klimawandel noch?“

Dass die Zeit knapp ist, darüber muss Moderator Frank Plasberg mit keinem der Gäste mehr streiten. Doch wie viel Zeit bleibt noch, die Treibhausgase runterzubringen? Muss Deutschland Vorbild sein? Und geht das, ohne unseren Wohlstand zu opfern?

Darüber diskutierten diese Gäste:

  • Ralph Brinkhaus, CDU, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
  • Antje Boetius, Meeresbiologin und als Direktorin des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung die "Polarstern" Arktis-Expedition koordiniert
  • Hannes Jaenicke, Schauspieler; Autor etlicher Natur- und Umweltdokumentationen
  • Carla Reemtsma, Studentin; Klima-Aktivistin; Mitorganisatorin der "Fridays for Future"-Demos
  • Dirk Spenner, Unternehmer; Chef des Familienunternehmens Spenner Zement

Doch einer in dieser Runde hat es längst satt, nur zu reden: Hannes Jaenicke, der Schauspieler und Autor etlicher Natur- und Umweltdokumentationen stellt klar: "Taten sehe ich nicht. Es wird nur gelabert. Es passiert zu wenig und zu spät." Wenig später bringt er es in der "hart aber fair" -Talkrunde noch präziser auf den Punkt:

„Wir haben keine Agrarwende. Wir haben keine Verkehrswende. Wir verballern fossile Brennstoffe. Wir haben keine Plastiksteuer und wir haben auch keine echte CO2-Bepreisung. Ich bin völlig sprachlos über die Untätigkeit der Politik. Nichts für ungut, aber es wird wahnsinnig viel geredet über 2030 und 2050 – und das wir irgendwann sauber leben, aber ich sehe die Taten nicht.“ 
Daraufhin widerspricht ihm Ralph Brinkhaus, der Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und kontert: „Sie können nicht sagen, dass wir nichts getan haben. Aber Sie können sagen, wir haben zu wenig getan.“

„Wald ist der größte CO2-Speicher, den wir haben"


Jaenicke so scheint es zumindest, ist in dieser abendlichen Talkrunde der Ungeduldigste. So fordert er ein wenig später Solaranlagen auf jedem Flachdach, so wie es in Kalifornien schon der Fall sei.
Als Moderator Frank Plasberg ihn fragt, warum er Windräder im hessischen Reinhardswald verhindern will? Kontert Jaenicke sofort: „Wald ist der größte CO2-Speicher, den wir haben. Es gibt doch genügend andere Fläche, wo man keinen Wald vernichten muss, um Windräder zu bauen.“ Dann will Jaenicke von Herrn Brinkhaus gerne wissen, warum bei uns immer noch keine Photovoltaikanlagen auf Flachdächern stehen? Und fragt: „Wo bleiben die Gesetze dafür?“ Eine Antwort bleibt ihm Brinkhaus schuldig.

Das Schlusswort dieser Klimawandelt-Talkrunde hat wieder Hannes Jaenicke, der einen Denkanstoß für alle gibt: „Schauen wir nach Costa Rica. Seit Anfang dieses Jahres haben sie es dort geschafft, den Energiebedarf zu 99,4 Prozent durch erneuerbare Energien zu decken – und Costa Rica ist ein Schwellenland. Vielleicht kann man ja auch einfach mal gucken, was die anderen machen!“

 

Veröffentlich am 17.11.2020