"Hart aber fair": Wolfgang Kubicki bekommt Eintrag ins Klassenbuch

Ursprünglich lautete das Thema der Talkrunde „Ratlos in der Viruswelle – welcher Ausweg bleibt noch?" Doch dann kam die Nachricht: Ein erster Impfstoff ist fast fertig.

Ein Mainzer Impfstoffhersteller hat erste und vielversprechende Ergebnisse vorgelegt. Eine Zulassung soll schon kommende Woche beantragt werden. Grund genug, für Moderator Frank Plasberg das Thema seiner Sendung kurzfristig zu ändern in: „Durchbruch beim Impfstoff – Hoffnungsschimmer statt Horror-Winter?"

Die gute Nachricht vom Impfstoff scheint alle Gäste im Studio sogleich milde zu stimmen. Große Streitgespräche blieben in der Sendung aus. Dabei versprach die Gästeliste durchaus Kontroversen:

Mit dabei waren: 

  • Karl Lauterbach, SPD, Bundestagsabgeordneter; Gesundheitsökonom und Epidemiologe
     
  • Steffen Henssler, Restaurant-Besitzer und TV-Koch
     
  • Peter Tschentscher, SPD, Erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg
     
  • Prof. Dr. Isabella Eckerle, Virologin – sie leitet die Abteilung Infektionskrankheiten in der Abteilung für medizinische Fachgebiete an der Universitätsklinik Genf
     
  • Wolfgang Kubicki, FDP, Vizepräsident des Deutschen Bundestages; stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender
     
  • Kristina Dunz, Journalistin – stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros der „Rheinischen Post"


Die Diskussionsrunde startet kein anderer als Karl Lauterbach und dieser redet plötzlich von einem „ganz klarem Durchbruch, der Hoffnung macht." Weiter führt er aus: "Dieser Impfstoff der Mainzer Firma kann relativ schnell produziert werden und er besitze vermeintlich geringe Nebenwirkungen." Dann fügt er noch hinzu, dass man Covid-19 mit anderen Impfstoffen immer wahrscheinlicher besiegen könne.

Das hat selbst Frank Plasberg wohl so nicht erwartet und stellt fest: „Und das sagt der Mann, der sonst immer für die schlechten Nachrichten zuständig war.“

Lauterbach, der sonst gern als der Miesepeter der Nation Diskussionsrunden aufwühlte, ist nun optimistischer gestimmt – danach will und kann sich keiner mehr so richtig in Rage reden. Stattdessen gibt es eher ein Geplänkel. Auch die als kritisch angekündigten Positionen von Wolfgang Kubicki und Steffen Henssler stehen als Positionen eher verloren im Raum.

Die zwei kritischen Stimmen

Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Deutschen Bundestages und stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender, vertritt die Auffassung, dass man sich lediglich von Lockdown zu Lockdown hangelt. Seiner Meinung nach fehle es an einer wirklichen Strategie. Und der bekannte TV-Koch Steffen Henssler will nicht verstehen, warum Restaurants schließen müssen, während in Bus und Bahn, die Menschen dicht an dicht stehen. Heiß diskutiert werden ihre Standpunkte und Positionen aber eher nicht. 
 

Kubicki kriegt eine Rüge

Bei der Anschauung der Zuschauermeinung bekommt Wolfgang Kubicki dann aber doch noch Gegenwind. Frank Plasberg rügt ihn, weil er das Geplauder mit seinen Nachbarn im Hintergrund doch bitte einstellen solle. Kubicki selbst nimmt es gelassen hin und meint nur: „Es gäbe für ihn wohl einen Eintrag ins Klassenbuch, wenn er jetzt in der Schule wäre“.

Bei der letzten Frage in die Runde: „Würden Sie sich impfen lassen?“ Antwortet nur Steffen Henssler mit einem klaren: „Nein.“ So viel Einigkeit unter den Studiogästen ist selten bei „Hart aber fair“.

Veröffentlich am 10.11.2020
Aktualisiert am 12.11.2020