Horror-Remake "The Grudge" kommt in die Kinos

Sehenswerte Neuverfilmung oder nachgebeteter Abklatsch? Am 9. Januar 2020 läuft "The Grudge" in den deutschen Kinos an. Das Remake des US-Films von 2004 startete in den USA bereits eine Woche zuvor und erhielt eher mäßige Kritiken. Ob die Neuauflage von Regisseur Nicolas Pesce ("The Eyes of My Mother") auch in Deutschland floppt, zeigt sich ab heute.

Am Premierentag erhielt "The Grudge" von den Kinobesuchern in den USA ein bitteres F-Rating im sogenannten CinemaScore. Die somit schlechteste Note ernteten seit Mitte der neunziger Jahre nur 19 Filme – was nicht immer bedeutete, dass diese nicht sehenswert waren. Gerade unter Horrorfilmen ist das gefürchtete "F" keine Seltenheit ("Killing Them Softly", "mother!"). Im Falle von "The Grudge" ist jedoch zweifelhaft, ob die Neuverfilmung den ersten Eindruck noch beheben kann.

Wie auch im US-Vorbild von 2004 "Der Fluch – The Grudge" (Takashi Shimizu) mit Sarah Michelle Gellar dreht sich die Geschichte des Remakes um ein Haus, in dem es scheinbar nicht mit rechten Dingen zugeht. Die alleinerziehende Mutter und Ermittlerin Detective Muldoon (Andrea Riseborough) gerät bei der Aufklärung eines Mordes gemeinsam mit Partner Goodman (Demián Bichir) auf die Spur des Fluchs. Schnell wird klar, dass das Haus von einem rastlosen Rachegeist besetzt ist.

Recycelte Horrorklischees und überholte Erzählung

Während Pesce seine Neuverfilmung nur locker auf dem Vorbild von 2004 basiert, bedient er in "The Grudge" lediglich altbekannte Klischees aus der Horrorkiste und schockt das Publikum oft nur kurzzeitig mit nahezu absehbaren Jump-Scares. Auch die Interpretation des Geistes scheint eher unkreativ und austauschbar. Bedauerlicherweise gehen die schauspielerisch starken Leistungen von Andrea Riseborough, Demián Bichir und John Cho (als Immobilienmakler) in der langatmigen Erzählweise unter. Da das Format vier parallele Handlungsstränge erzählt, kommt erst gegen Ende die gewünschte Spannung auf – für viele Kritiker zu spät. Mit "The Grudge" werden Pesce und Sony Pictures vermutlich nicht an die Erfolge des Vorgängers von 2004 und des japanischen Originals von 2002 ("Ju-on: The Grudge", ebenfalls von Takashi Shimizu) anknüpfen können.
 

Veröffentlich am 09.01.2020