Netflix-Boss verrät: DIESE Serie hätte er gern im Programm

Innerhalb weniger Jahre ist Netflix zu einer Medienmacht gewachsen, die den Hollywood-Studios und allen TV-Sendern weltweit das Fürchten lehrt.  Der Streaming-Gigant setzt dabei auf Wachstum und eine besondere Firmenphilosophie.

Als Reed Hastings (59) NETFLIX 1997 zusammen mit einem Partner gründete, konnte niemand ahnen, dass aus dem anfänglichen DVD-Versanddienst ein Mega-Unternehmen mit 190 Millionen Kunden weltweit entstehen würde. In seinem Buch „Keine Regeln“ erklärt der Netflix-CEO, wie er sein Unternehmen zu einen Global Player aufgebaut hat, das mit seinen Eigenproduktionen wie „Orange is the New black“, „Stranger Things“ oder der deutschen Produktion „Dark“ weltweit die Zuschauer begeistert.

Dabei führt der Mathematiker und Informatiker sein Unternehmen auf eine höchst ungewöhnliche Art und Weise. Bei Netflix gibt es keine geregelten Urlaubs- oder Arbeitszeiten, Reisen müssen nicht durch die Vorgesetzten genehmigt werden und ein eigenes Büro hat der milliardenschwere Boss auch nicht.

„Wenn man eine Organisation aufbaut, die aus Spitzenkräften besteht, kann man die meisten Kontrollmechanismen beseitigen“, erklärt Hastings, der über die Jahre Topkräfte aus der Film- und Serienbranche um sich geschart hat.

Die wichtigsten Fakten zu Netflix

  • Netflix wurde 1997 von Reed Hastings und Marc Randolp als DVD-Versand in Los Gatos (Kalifonien) gegründet und startete mit 30 Mitarbeitern.
  • Das Unternehmen hat der derzeit 192 Millionen Abonnenten und einen Börsenwert von 195 Milliarden Dollar. Seit dem Börsengang 2002 ist der Aktienkurs um das 385-fache gestiegen.
  • Inzwischen produziert Netflix neben eigenen Serien und Dokus auch Filme mit den größten Hollywood-Stars.
  • Netflix ist für mehr als ein Drittel des Internet-Daten-Transfers in USA verantwortlich

Was sich nach einem Paradies für die Netflix-Angestellten anhört, ist ein effizientes System, bei dem der Leistungsdruck eine große Rolle spielt, ähnlich wie bei Sportlern in einem Profiteam. „Wir sind ein Team, keine Familie. Wir zahlen unseren Mitarbeitern weit überdurchschnittlich Gehälter. Dafür erwarten wir von Ihnen, dass sie so lange bei uns im Team mitspielen, wie sie der beste Spieler auf der Position sind“, so der Netflix-Gründer über seine Firmen-Philosophie.

Bei „The Handmaid's Tale“ wurde Netflix überboten

Doch auch die besten Spieler können gegen starke Konkurrenz nicht immer gewinnen. Auf die Frage, welche Serie er gern bei Netflix gesehen hätte, antwortete Hastings: „Das ist auf jeden Fall 'The Handmaid's Tale', die letztendlich HULU gemacht hat. Wir haben uns stark für das Projekt interessiert, wurden aber überboten.“

Die besten Filme und Serien zu zeigen, ist für Netflix überlebenswichtig, um die starken Mitbewerber im globalen Streamingmarkt wie Amazon Prime Video, Apple TV+ oder Disney+ dauerhaft auf Abstand zu halten.  Doch für die gefährlichste Konkurrenz im Kampf um Bildschirmzeit hält Hastings überraschender Weise ein anderes Unternehmen: „Unser größter Konkurrent ist YouTube. Sie sind uns weltweit voraus. Und auch TikTok wächst extrem schnell, genauso wie Videospiele.“

Veröffentlich am 07.10.2020
Aktualisiert am 12.11.2020