Queer Eye • Diese Netflix-Serie macht die Welt besser

Die Welt verbessern mit einer Netflix-Serie beziehungsweise -Show? Geht nicht? Geht doch! Dank dem Makeover-Format "Queer Eye". Wir sagen, warum.

Natürlich kann man sich den Feierabend mit dem neuesten Serienkiller, einem tödlichen Virus oder mörderischen Zombies versüßen. Letztlich geht's ja einfach darum, den Alltag hinter sich zu lassen. Aber was, wenn das auch mit einer Show funktioniert, die unterhält UND nettere Menschen aus uns macht? Genau das gelingt dem Netflix-Format "Queer Eye", dessen erste beiden Staffeln ein heißer Binge-Watching-Tipp sind.

Das Beste: Drei Staffeln sind schon abrufbar, eine vierte und fünfte werden gedreht.

Hier zum Einstieg der Trailer zu ersten Staffel:

Zu den Basics: Die Show gab es in den USA schon von 2003 bis 2007. Damals hieß sie "Queer Eye for a Straight Gay" und bestand darin, dass ein Spezialisten-Team aus fünf schwulen Männern das Leben und den Look eines Hetero-Typen von Grund auf umkrempelte. Eine Vorher-Nachher-Sendung also, in der es aber nicht nur um Klamotten, sondern auch um die Einrichtung zuhause, die Ernährung und den Lifestyle ging.

Netflix spendierte der Show 2018 ein Comeback. Und die entwickelte sich zu einem Riesenhit. 

Mit fünf neuen Experten und acht Umstyling-Missionen ging es in Staffel 1 in den Süden der USA. Dorthin, wo eher Trump gewählt und konservativ gedacht wird. Ein Problem? Nein: Die fünf unglaublich sympathischen Lebensumkrempler Bobby (Interior), Tan (Mode), Kamaro (innere Einstellung), Jonathan (Frisur/Styling) und Antoni (Ernährung) begegnen ihren Kandidaten mit so viel Herzlichkeit, Talent und genialem Humor, dass Widerstand einfach zwecklos ist. Ob App-Designer, Rentner, Feuerwehrmann oder Polizist: Keiner kann dem Charme der Jungs widerstehen und die meisten stehen am Ende nicht nur mit einem neuen Rundum-Look da, sondern auch mit der Erkenntnis, dass man angestaubte Vorurteile gegenüber Homosexuellen ganz schnell vergessen sollte.

Auch in Staffel 2 und 3wurden solche Erfolgsgeschichte geschrieben. Mit dabei auch ein Transgender-Kandidat, dessen Geschichte Kamaro und seine Kollegen ganz besonders bewegt.

Dass auf dem Weg zum jeweiligen Episodenfinale zwischen Umkleidekabine, Möbelstore und Küche auch über ernstere Themen geplaudert wird, mindert die Qualität von "Queer Eye" überhaupt nicht. Im Gegenteil: Der Aufruf zum liebevolleren Umgang mit sich selbst und seinen Nächsten berührt und inspiriert. Am Schluss hat man nicht nur gelacht und sich über die gelungene Verwandlung der Kandidaten gefreut, sondern hat auch Lust, sich selbst ein bisschen neu zu erfinden und der Andersartigkeit seiner Mitmenschen weniger mit Misstrauen, sondern mit Neugier, Respekt und einem Lächeln zu begegnen. 

Zuletzt sollte noch erwähnt werden, dass man die Show nach Möglichkeit im Originalton schauen sollte. Viel Vergnügen!

Veröffentlich am 23.02.2018
Aktualisiert am 26.06.2019