Robert Atzorn beendet seine TV-Karriere

Wenn Robert Atzorn am 15. Januar in dem ZDF-Krimi „Nord Nord Mord: Clüver und der leise Tod“ (20.15 Uhr) ermittelt, wird das sein letzter Auftritt im Fernsehen sein.

Es ist ein leiser, unauffälliger Abschied, aber er ist endgültig und unwiderruflich: Künftig will er sich Robert Atzorn (72) nicht mehr öffentlich zeigen, weder in Serien noch in Filmen, Talkshows oder TV-Galas. Wieso zieht sich der beliebte Star und Preisträger der GOLDENEN KAMERA (1989) so klammheimlich zurück: ohne Ankündigung, ohne große Abschiedsvorstellung? Und wieso will er in keiner Form mehr im TV präsent sein, auch nicht als Studiogast oder bei Preisverleihungen?

GOLDENE KAMERA fragte nach bei Atzorns Agentin Carola Studlar, die mehr als 20 Jahre mit dem Schauspieler zusammenarbeitete. Im Gespräch mit HÖRZU zeigt sich Studlar selbst überrascht: „Nach dem Dreh der letzten Episode von ‚Nord Nord Mord‘ zog sich Robert Atzorn mit einer Konsequenz zurück, die ich noch nicht erlebt habe. Der Künstler wird weder Lesungen halten noch Synchronisierungen vornehmen – und er beantwortet keine Fanpost mehr. Zwar hatte ich noch einige gute Projekte für Atzorn, aber er will sich fortan nur noch seiner Familie und seinen Enkelkindern widmen, also seinem Privatleben. Atzorn führt nun ein Leben ohne Druck, ohne Termine, Interviews und Textlernen.“

Frisch, fröhlich und munter
Gab es ein Schlüsselerlebnis für das plötzliche Aus, etwa Krach hinter den Kulissen? Oder ist der Schauspieler schwer erkrankt? „Nein“, winkt Carola Studlar ab. „Robert Atzorn ist frisch, fröhlich und munter. Aber wenn er eine Entscheidung trifft, wie die für seinen TV-Abschied, dann geschieht das zu 1000 Prozent.“ Atzorn habe sich 2015 zwar einmal sehr geärgert über das, wie er fand, ungünstige Ausstrahlungsdatum seines Demenzdramas „Mein vergessenes Leben“ im ZDF. Mit dem Zweiten habe er danach aber weiterhin gut für die Reihe „Nord Nord Mord“ zusammengearbeitet.

Foto © ZDF, Gordon Timpen

Es gab also kein Zerwürfnis. „Im Gegenteil“, so Studlar. „Atzorn hat sich und mich und das ZDF so rechtzeitig auf sein TV-Aus eingestellt, dass jeder damit planen konnte.“ „Nord Nord Mord“ soll weitergehen. In Atzorns Fußstapfen wird Peter H. Brix treten. Mit der Ausstrahlung von Atzorns letztem Einsatz steht nun auch seinen Fans der Abschied bevor: Viele Jahre folgten sie dem beliebten Schauspieler durch Serien wie „Unser Lehrer Dr. Specht“, spannende Krimis wie den „Tatort: Hamburg“ und anspruchsvolle Filme wie „Mein Mann, der Trinker“ und „Bis nichts mehr bleibt“.