"Tatort" Münster: Doppelbelastung für Axel Prahl

Der neue „Tatort: Limbus“ führt die TV-Zuschauer, wie sein Titel (für Lateiner) schon verrät, in den Vorraum zur Hölle. Da sitzt ein teuflischer Sachbearbeiter, der Kommissar Thiel zum Verwechseln ähnlich sieht.

Kein Wunder, denn der diabolische Bürohengst, der darüber wacht, dass auch auf dem Weg in die Hölle bürokratisch alles ordnungsgemäß abläuft, wird ebenfalls von Axel Prahl gespielt.

Der 60-Jährige ist diesmal also in einer Doppelrolle zu sehen, die ihn nach eigener Aussage aber nicht mehr beansprucht hat als üblich: „Da ich bei nahezu jedem Münsteraner Tatort an allen Drehtagen dabei bin und es mir nach wie vor irrsinnig Spaß macht, war es eigentlich wie immer.“ Prahl hatte bei den Dreharbeiten auch kein Problem damit, zwischen den unterschiedlichen Charakteren zu wechseln. „Nö, wieso? Ist doch schließlich mein Job“, so Axel Prahl trocken in einem ARD-Interview.

Professor Boerne liegt im Koma

Die Doppelrolle ist bei weitem nicht die einzige Besonderheit in diesem sehr speziellen „Tatort“-Fall aus Münster. Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) hat auf seinem Weg in den Urlaub einen schweren Autounfall und kämpft im Koma um sein Leben. Dabei verfolgt er aus dem Beinahe-Jenseits, wie Kommissar Thiel die wahren Hintergründe des vermeintlichen Unfalls aufklärt, während Assistentin Alberich mit seiner charmanten Urlaubsvertretung Dr. Jens Jacoby anbändelt.

In der Vorhölle trifft Boerne auch eine alte Bekannte wieder: Nadeshda Krusenstern, Kommissar Thiels langjährige Kollegin, die Anfang des Jahres im „Tatort: Das Team" einem Mordanschlag zum Opfer gefallen ist.

Friederike Kempter (41) gibt heute nach 38 Einsätzen, in denen sie als Nadeshda von der Praktikantin bis zur Oberkommissarin befördert wurde, endgültig ihren „Tatort“-Dienstausweis ab. „Man soll ja aufhören, wenn es am Schönsten ist! Das waren 17 sehr, sehr schöne Jahre mit der allertollsten Tatort-Familie, und ich habe jeden Drehtag mit meinen Kollegen sehr genossen. Und trotzdem ist es nun Zeit für Neues“, so Kempter, die zum Abschied einen denkwürdigen Dialog mit Professor Boerne hat.

Fünf Fakten zum "Tatort" aus Münster

  • Seit 2002 gibt es den "Tatort" aus Münster mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers in den Hauptrollen
  • Bei der Goldenen Kamera 2011 gewann das Duo die Leserwahl in der Kategorie "Das beste Krimi-Team"
  • Als 2014 eine Komparsen-Rolle verlost wurde, gingen über 120.000 Bewerbungen beim WDR ein
  • Nach 17 Jahren hat Friederike Kemper auf eigenen Wunsch die Filmreihe verlassen
  • Der "Tatort: Fangschuss" war 2017 mit 14,56 Mio. Zuschauern die bisher erfolgreichste Münster-Folge

Statt Friederike Kempter ist ab sofort Björn Meyer (32) als Thiels Assistent Mirko Schrader regelmäßig  im Münster-„Tatort“ zu sehen. Wahrscheinlich mindestens bis zum Jahr 2024, denn für diesen Zeitraum hat der WDR kürzlich die Verträge mit Liefers und Prahl verlängert.

„Tatort: Limbus“ am Sonntag, 8. November aber 20.15 Uhr im Ersten

Veröffentlich am 08.11.2020
Aktualisiert am 12.11.2020