„Tatort“: Party in selfie-freier Zone mit vier Ermittler-Teams

Der „Tatort“ im Ersten feiert in diesem Jahr sein 50. Jubiläum. Im Interview mit der Berliner Morgenpost zieht Udo Wachtveitl („Tatort“ München) seine persönliche Bilanz nach 30 Jahren Dienstzeit und berichtet von einen feucht-fröhlichen, bisher einmaligen „Tatort“-Event in Köln.

Die „Tatort“-Familie im Ersten ist groß: Insgesamt 23 Ermittler-Teams sind über ganz Deutschland verteilt im Einsatz. Doch auch wenn es eine Art unsichtbares Band unter den einzelnen „Tatort“-Teams gibt, sind persönliche Treffen von Kommissaren aus unterschiedlichen Städten doch eher selten.

„Es gibt eine „Tatort“-Familie, aber nicht alle Familien sind sehr miteinander verbunden. Ich weiß nicht, wie oft Sie sich mit entfernten Nichten und Neffen treffen. Bei der Teamdichte wird die Familie ja auch immer unübersichtlicher, und dann ist sie noch über die ganze Republik verstreut. Es gibt die Familie eher im genealogischen Sinn, aber man darf sich nicht vorstellen, dass wir auch noch Weihnachten zusammen feiern“, erklärt Udo Wachtveitl das eher lose Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander.

Doch vor kurzem kam es dann doch zu einem fröhlichen„Tatort“-Familientreffen, wie der 62-Jährige verrät: „Als wir jetzt die beiden Jubiläums-Folgen mit dem Dortmunder Team gedreht haben, hatten wir allerdings ein schönes Erlebnis: Wir waren in einem Kölner Hotel untergebracht. Und just zu der Zeit arbeiteten nicht nur die Kölner an einer neuen Folge, sondern auch die Münsteraner, die ihre Büroszenen ebenfalls immer in Köln drehen. Vier „Tatort“­Teams zur selben Zeit im selben Hotel. Dietmar Bär hat dann eine selfie-freie Zone versprochen in einem Lokal, das er gut kennt. Aber das war weniger ein Familienfest, eher eine spontane Party wie mit Zufallsbekanntschaften im Urlaub.“

Fünf Fakten zum Tatort:

  • Der „Tatort“ feierte seine Premiere 1970 in der ARD.
  • Bislang erschienen über 1100 „Tatort“-Filme.
  • Mittlerweile werden etwa 35 neue Folgen pro Jahr gezeigt.
  • Am erfolgreichsten ist der „Tatort: Münster“ mit einer durchschnittlichen Einschaltquote. von 12,85 Millionen Zuschauern.
  • Aktuell gibt es 22 „Tatort“-Teams, die am Sonntag im Ersten ermitteln.

Die Crossover-Doppelfolge “In der Familie”, in der die “Tatort”-Teams aus Dortmund und München aufeinandertreffen, zeigt das Erste zum 50. Jubiläum der ARD-Krimireihe am 29. November und 6. Dezember.

Darum geht’s im „Tatort: In der Familie“

Luca Modica (Beniamino Brogi) und seine seiner Ehefrau Juliane (Antje Traue) führen er eine kleine Pizzeria in Dortmund. Das Restaurant läuft nicht gut, aber regelmäßig kommen Lieferungen, die vor Ort umgeladen werden: Kokain, im Auftrag der ’Ndrangheta. Ihre 17-jährige Tochter Sofia (Emma Preisendanz) weiß nichts von den Mafia-Geschäften ihrer Eltern. Mit einer Lieferung taucht plötzlich Pippo Mauro (Emiliano de Martino) auf. Er hat in München einen Mord begangen. Luca muss ihm Unterschlupf bieten, die ‘Ndrangheta verlangt es. Pippo bringt Luca auf neue Geschäftsideen und dieser wittert das große Geld. Während die Dortmunder Ermittler Peter Faber (Jörg Hartmann), Martina Bönisch (Anna Schudt), Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon) das Restaurant der Modicas observieren, reisen ihre Münchner Kollegen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leit-mayr (Udo Wachtveitl) an, um Mauro für den Mord in München zur Rechenschaft zu ziehen.

Veröffentlich am 16.11.2020
Quellen
  • Berliner Morgenpost: https://www.morgenpost.de/kultur/tv/article230914526/Udo-Wachtveitl-Weihnachten-feiern-wir-nicht-zusammen.html