Beichte bei „Inas Nacht“: „Tatort“-Star saß in der Schuldenfalle

Schauspieler Martin Brambach war zu Gast bei Ina Müller. Der 52-Jährige, der im Dresdner „Tatort“ den Kommissariatsleiter Schnabel spielt, hatte so einiges aus seinem bewegten Leben zu berichten.

Gewohnt herzlich begrüßte Ina Müller im Hamburger "Schellfischposten" ihren Gast, den sie als ihren „absoluten Lieblingsschauspieler“ ankündigte und versicherte „Ich bin wirklicher riesiger Fan“. Brambach erzählte seine Lebensgeschichte, wie er als Sechsjähriger aus Sachsen nach Ost-Berlin zog, Mitter der 80er Jahre seiner Mutter nach Hamburg folgte, dort aber nicht so recht glücklich wurde und schließlich am Bochumer Schauspielhaus seiner Karriere als Schauspieler startete.  

Der vielbeschäftige Schauspieler wuchs bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf, dem Theater-Regisseur Kalle Liefers, der wiederum der leibliche Vater von TV-Star Jan-Josef Liefers ist. Doch Brambach und Liefers lernten sich erst näher kennen, als Liefers 1983 seine Schauspiel-Ausbildung in Berlin begann. „Er hatte immer wahnsinnig hübsche Freundinnen“ erinnerte sich Brambach, der kurze Zeit später in den Westen nach Hamburg übersiedelte.

Doch zur Empörung von Lokalpatriotin Ina Müller fühlte sich Brambach als ehemaliger Ost-Deutscher in der Hansestadt nie richtig akzeptiert, schmiss die Schule vor dem Abitur und wurde spontan am Schauspielhaus in Bochum engagiert, wo er einige Jahre zum festen Ensemble gehört.   

Nach seinem Wechsel ans berühmte Wiener Burgtheater spielte Martin Brambach unter dem legendären Regisseur Claus Peymann, an dessen Verbalausbrüche er sich zur Belustigung von Ina Müller und den handverlesenen Gästen lebhaft erinnern konnte: „Brambach, du bist ja kein Mensch, du kann ja nicht mal gehen, hat der mich mal bei einer Probe angeschrien.“  

10.000 D-Mark an einem Wochenende auf den Kopf gehauen

Trotzdem fühlte sich Brambach mit Anfang zwanzig in Wien wie ein Mann von Welt und wollte mal so richtig auf große Hose machen. Für ein Fünf-Sterne-Wochenende in Budapest holte er sich als „Burg-Schauspieler“ bei der Bank einen Kredit über 10.000 D-Mark, den er damals mit seiner Freundin fast komplett auf den Kopf haute: „Der wollte ich mal was bieten“.  Als er später die Raten nicht zahlen konnte, folgte wie üblich ein Anschlusskredit, der den Schuldenberg weiter ordentlich anwachsen ließ.

Heute ist Brambach längst schuldenfrei, lebt mit Familie in Rechklinghausen und dürfte sich ein Luxus-Wochenende wohl auch ohne Kredit leisten können. Seit 1997 hat er in mehr als 150 Film- und TV-Produktionen mitgewirkt und ist seit 2016 im „Tatort“ zu sehen. Auch in der ZDF-Reihe „Unter anderen Umständen“ hat er seit 2006 eine feste Rolle.

Als zweiten Gast des Abends begrüßte Ina Müller den Comedian Sebastian Pufpaff (44), der über seine früheren Jobs (z.B. Baustellenhelfer) und seine Urlaubserfahrungen im Wohnmobil berichtete. Für Musik waren diesmal der britische Singer-Songwriter James Bay ("Hold Back the River) der deutsche Songwriter Philipp Poisel (37) zuständig.

Veröffentlich am 02.10.2020
Aktualisiert am 12.11.2020