Tim Mälzer: DARUM wettert der TV-Koch nicht gegen den Lockdown

Nach der Schließung der Gastronomie aufgrund der gestiegenen Corona-Infektionszahlen zeigt Tim Mälzer Verständnis für die Entscheidung der Politik - im Gegensatz zu seinem TV-Kollegen Steffen Henssler.

Eigentlich konnte man davon ausgehen, dass Tim Mälzer nach der Ankündigung eines zweiten Corona-Lockdowns, inklusive Schließung aller gastronomischer Betriebe der Kragen platzt. Schließlich hatte er zuvor mit 30 anderen führenden Vertretern der Gastrobranche einen „Brandbrief“ an Kanzlerin Angela Merkel geschrieben hatte, in dem er erneute Schließungen in der Gastronomie für unverhältnismäßig und falsch hält.

Doch der Hamburger, der sich in der Talkshow von Markus Lanz in der letzten Woche noch lautstark über Club-Wirte aufregte, die mit ihren illegalen Veranstaltungen der gesamten Gastronomie schaden, kann mit der neusten Entscheidung der Bundesregierung scheinbar gut leben. Der Grund: Das angekündigte Hilfspaket für Gastronomen, die für den kommenden Monat 75 % der Einnahmen aus dem November 2019 erhalten sollen. "Es wurden uns finanzielle Kompensationen in Aussicht gestellt, die uns zumindest die nächsten vier Wochen überleben lassen", sagte der TV-Koch („Kitchen Impossible“) am Donnerstag. Er hat den Eindruck, „dass dieses Mal die Last auf mehrere Schultern verteilt“ ist und wertet „das Ganze derzeit trotz des negativen Signals eines Lockdowns als positiv."

Mälzer hatte in Hamburg erst vor kurzem sein Restaurant „Bullerei“ wiedereröffnet und ist jetzt direkt von dem erneuten Lockdown betroffen.  Bei Instagram gibt er sich kämpferisch: „Ab dem 2.11.2020 heißt dies nun, dass unsere Gasträume geschlossen bleiben. Aber die Bullerei macht dennoch weiter. Wir planen gerade eifrig und mit voller Wucht, damit ihr auch während dieser Zeit in den vollen Genuss der Bullerei Küche kommt.“

Sein TV-Kollege Steffen Henssler, der in Hamburg vier Restaurants betreibt, kann dagegen die  Entscheidung der Bunderegierung nicht nachvollziehen und schreibt auf facebook:   „Die einzige Antwort unserer politischen Führungsriege auf die steigenden Infektionszahlen (ob das gleichzusetzen mit Kranken ist, sei mal dahingestellt), ist ein Lock-Down wo unter anderem als erste Maßnahme Restaurants und Kneipen wieder geschlossen werden (…) Und das Beste ist, dass diese Branche laut RKI weit davon entfernt ist ein Infektionstreiber zu sein – wird aber trotzdem als erstes komplett geschlossen. Das einzige was mir dazu einfällt ist ‚Politische Hilflosigkeit‘.“

Veröffentlich am 29.10.2020
Aktualisiert am 12.11.2020