Diese neue Serie sollten alle True-Crime-Fans sehen

"Verhandlung 4" bewegt mehr, als jeder irre (Serien)killer-Fall, der es in den letzten Monaten zu Streaming-Ruhm brachte. Warum? Weil hier in acht Folgen geschildert wird, was leider gar nicht exotisch ist, sondern bittere Ähnlichkeit mit anderen Fällen aufweist.

1993 wurde ein Polizist in Boston ermordet - mit vier Schüssen ins Gesicht, die einer Hinrichtung glichen. So tragisch, so brutal. Eine Jagd auf den Täter begann - wie meist bei Polizistentötungen mit größtmöglicher Vehemenz. Verhaftet wurde neben anderen der damals 19-jährige Sean K. Ellis, der gerade dabei war, im Supermarkt, vor dem der Mord stattfand, indeln für das Baby seiner Freundin zu kaufen.

Den Trailer gibt es nur in Originalfassung, die Serie auch deutsch synchronisiert:

22 Jahre verbrachte er im Gefängnis, bevor ihm eine vierte Verhandlung von Schuld freisprach.

Die Netflix-Originaldoku verfolgt den Fall von Anfang bis Ende. Zeigt tiefverwurzelten Rassismus und Korruption bei der Bostoner Polizei, zeigt wie es trotz erschreckendem Mangel an Beweise gelang, diesen jungen Schwarzen Mann hinter Gitter zu bringen. Wie manipuliert, gedroht und übersehen wurde, um einen Sündenbock zu finden und zu verurteilen. Sie zeigt aber glücklicherweise auch den langen, mühsamen aber letztlich erfolgreichen Weg in die Freiheit. 

Spannender als jeder fiktive Krimi und aufrüttelnd. Denn Ellis ist bei weitem nicht der einzige Schwarze, der unschuldig im Gefängnis landete, weil er rassistisch motivierten Täterprofilen entsprach.

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Veröffentlich am 17.11.2020