HDMI-Kabel - ein Kaufratgeber

HDMI ist die Abkürzung für High Definition Multimedia Interface. Der Begriff beschreibt eine digitale Schnittstelle in der Unterhaltungselektronik für die Übertragung von Bild und Ton. Das Verfahren - gemeinsam entwickelt von großen Konzernen aus der Elektronikindustrie - existiert seit 2002 und ist dabei, andere Verfahren zu vereinheitlichen, bietet aber eine höhere Qualität. Im Bereich der Computertechnik hat HDMI beispielsweise den VGA-Standard ersetzt. Neuere Notebooks etwa haben keine VGA-Anschlüsse mehr, mit denen früher ein zweiter Monitor betrieben werden konnte. Es gibt aber Adapter von VGA auf HDMI, um ältere Bildschirme weiterhin nutzen zu können.

Dieser Ratgeber soll helfen, sich vor einer Kaufentscheidung über die verschiedenen Aspekte von HDMI-Kabeln zu informieren und die Unterschiede kennen zu lernen.

Inhalt dieses Artikels:

Was macht ein HDMI-Kabel aus?

Zu Beginn der Entwicklung und in den ersten Jahren wurden die verschiedenen Versionen mit Nummern gekennzeichnet. Allerdings dürfen Produkte seit 2012 nicht mehr entsprechend ausgewiesen werden. Die jüngste Spezifikation wird wahrscheinlich in 2019 den Markt beleben. Es wäre nach der bisherigen Zählung die Version HDMI 2.1, allerdings spricht man heute eher von Typen.

HDMI hat Standards wie VGA und DVI abgelöst und sich auf breiter Front durchgesetzt, wobei Audio und Video sinnvoll miteinander verbunden wurden. HDMI-Kabel betreiben - salopp gesagt - Schwarz-Weiß-Malerei. Da sind digitaler Natur sind, hat man entweder ein Bild oder nicht, was letztendlich heißt, dass sich preisgünstige und teure Kabel nicht wesentlich unterscheiden. Wer jedoch maximale Leistung will, sollte sich für ein High-Speed-Kabel entscheiden, das die derzeit modernsten Standards unterstützt und auch bei Formaten wie UltraHD (4k) oder 3D eine maximale Leistung bietet.

Für die Übertragung der digitalen Audio- und Videodaten wird die so genannte TMDS-Technologie eingesetzt. Hierbei werden parallel zwei gleiche Datenströme über verschiedene Drahtleitungen innerhalb des Kabels gesendet, so dass sich Übertragungsfehler einfach vermeiden lassen. Ein weiterer Vorteil von HDMI ist, dass man sich nicht mit mehreren Steckern und Farbcodierungen herumschlagen muss.

 

Welche Typen an HDMI-Kabeln hält der Markt bereit?

Wie schon erwähnt, wurde der Gebrauch von Versionsnummern mittlerweile untersagt. Deshalb spricht man bei den HDMI-Kabeln jetzt von Typen. Funktionen, die von der jeweiligen Schnittstelle unterstützt werden, müssen deshalb am Produkt oder auf der Verpackung im Detail aufgelistet werden. Derzeit werden folgende Typen unterschieden:

- Standard
- Automotive
- Micro
- High-Speed
 

  • Standard: Diese HDMI-Kabel besitzen einen Anschluss vom Typ A. Er ist für eine Verbindung zwischen HD-Fernsehern und anderen Multimedia-Komponenten vom Typ A geeignet.

  • Automotive: Diese Kabel wurden extra für den Gebrauch in Fahrzeugen entwickelt und verfügen über ein so genanntes Automotive Connection System. Es soll eine höhere und bessere Betriebssicherheit vor allem in Pkws sorgen, da hier mehr Vibrationen und Temperaturschwankungen auftreten als zu Hause im Wohnzimmer. Die besten Kabel bzw. Stecker sind für einen sicheren Halt mit einer Locking-Funktion ausgestattet. Die Anschlüsse sind vom Typ E.

  • Micro: HDMI-Kabel der Variante Micro verfügen über einen Stecker vom Typ D. Dieser entspricht den mechanischen und elektrischen Anforderungen von HDMI 1.4 und kommt vor allem bei Smartphones, digitalen Kameras und Multimedia-Playern zum Einsatz.

  • High-Speed: High-Speed-Kabel gibt es mit Steckern der Typen A, C (Mini) und D. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist mit einer Datenrate von etwas über 8 GBit pro Sekunde etwa fünfmal so hoch wie bei herkömmlichen HDMI-Kabeln. Darüber hinaus unterstützen sie 4k2k-Signale (2160 p), Full-FD (1080 p), Deep Color (ein erweiterter Farbraum) sowie alle 3D-Formate. Der Preis für High-Speed-Kabel ist im Vergleich zum Standard-Produkt nur unwesentlich höher. Deshalb lohnt sich ein Kauf auch, wenn noch kein 3D- oder UltraHD-Fernseher vorhanden ist. Man ist auf jeden Fall bestens für die Zukunft gerüstet. Wird High-Speed in Verbindung mit Ethernet genutzt, ist ein eigenes Internetkabel für Netzwerkverbindungen überflüssig.

Worauf ist beim Kauf eines HDMI-Kabels zu achten?

Unabhängig von den genannten Kabel-Typen gibt es vor dem Kauf eines HDMI-Kabels einige Aspekte zu beachten, um das richtige Produkt für die individuellen Bedürfnisse zu erhalten:

  • die Kabellänge
  • das Material und die Abschirmung
  • die Abwärtskompatibilität

Kabellänge: Für die Länge des Kabels ist zunächst der Abstand der zu verbindenden Komponenten entscheidend. Soll beispielsweise ein TV-Gerät mit einem Receiver verbunden werden, reicht ein Kabel von 0,5 m, 1 m oder 1,5 m meistens völlig aus. Für mehr Spielraum sorgt ein Kabel mit 5 m oder 10 m Länge. Bei längeren Verbindungen kann unter Umständen ein Repeater oder Verstärker nötig werden, damit das Signal nicht an Qualität verliert. Entscheidend hierfür ist die Konfiguration der HDMI-Komponenten, da die Ausgangssignale unterschiedlich stark sein können.

Material und Abschirmung: Die Stecker von HDMI-Kabeln bestehen aus Metall, das manchmal vergoldet ist. Dies soll einer besseren Signalübertragung sowie dem Schutz vor Korrosion dienen. Allerdings kommt bei Technik-Fans immer wieder Streit darüber auf. Goldene Verbindungen machen Sinn, wenn sie häufig eingesteckt und herausgezogen werden. Was die Leitfähigkeit angeht, ist Kupfer eindeutig die bessere Wahl.

Die Ummantelung wird meist aus PVC, in manchen Fällen auch aus Nylon gefertigt. Beide Materialien erfüllen ihren Zweck, sofern das Kabel nicht öfter geknickt wird. Wichtiger ist da die Abschirmung aus einem Aluminiumgeflecht. Befinden sich starke Stromquellen in der Nähe der Kabel, sollte eine Variante mit einer drei- oder vierfachen Abschirmung gewählt werden.

Abwärtskompatibilität: Die Abwärtskompatibilität ist bei allen gängigen HDMI-Kabeln gegeben. Sie passen also auch für ältere Geräte und Standards. Werden zwei Komponenten mit unterschiedlichen HDMI-Versionen verbunden, kommt es automatisch zur optimalen Verbindung.
 

  • Gibt es Adapter für andere Anschlüsse?

    Die knappe Antwort lautet: Ja. Es gibt Adapter von HDMI zu den älteren Standardanschlüssen VGA und DVI, aber auch für USB. Mit Letzterem lässt sich nahezu jedes HDMI-Gerät über einen USB-Anschluss betreiben.
     

Sind teure Kabel besser als preisgünstige?

Diese Frage kann man getrost mit Nein beantworten. Wenn man nicht gerade zu den ganz billigen Produkten greift - diese werden werksseitig nicht ordentlich geprüft und sind deshalb durchaus anfälliger für Fehler - kann man mit einem preisgünstigen Kabel nicht viel falsch machen. Tests von unabhängigen Organisationen haben deutlich gezeigt, dass günstige HDMI-Kabel nicht schlechter sind als teure. 

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Veröffentlich am 24.01.2019
Aktualisiert am 14.02.2019