Monitorhalterungen: Darauf sollte man beim Kauf achten

Monitore und Flatscreens werden immer besser und schärfer – aber auch immer größer. Der verfügbare Platz wächst jedoch nicht mit. Mehrere Bildschirme, wie sie bei Gamern, Programmierern und Bildbearbeitern im Einsatz sind, verschärfen die Problematik. Neben dem Platzbedarf stellt sich außerdem die Frage nach der Ordnung (Stichwort Kabelsalat) und der Ergonomie. Steht der Monitor zu nahe, ist das schlecht für die Augen; steht er in einem ungünstigen Winkel, führt das zu Nacken- und Rückenschmerzen.

Kurzum: Moderne Monitore stellen in puncto Verkabelung, Platzbedarf und Flexibilität hohe Anforderungen – eine Herausforderung, der sich die Monitorhalterung annimmt. Sie fixiert den Monitor platzsparend und erweitert dessen Einstellungsmöglichkeiten – aber nur, wenn die Halterung:

●    zum Monitor,
●    zum Standort und
●    zum Einsatzzweck passt.

Welche Monitorhalterungen auf dem Markt sind und wie du die passende findest - das erfährst du in unserem ausführlichen Ratgeber.

Die Monitorhalterung und die Grundsatzfrage der Standortwahl

Die Auswahl an Monitorhalterungen ist riesig. Der Markt bietet unterschiedlichste Typen in verschiedenen Ausführungen und mit diversen Funktionen an. Vor der Suche nach der maßgeschneiderten Monitorhalterung steht aber die Wahl des richtigen Standorts.

Eine Frage des Abstands

Ob mit oder ohne Halterung – wer seinen Augen und seinem Stützapparat etwas Gutes tun will, der sollte auf den richtigen Abstand zum Monitor achten. Experten raten zu einer Entfernung von 50 bis 80, bei großen Monitoren auch bis zu 100 Zentimetern; teilweise wird auch ein Abstand empfohlen, der rund dem 1,2-fachen der Bildschirmdiagonale entspricht.

Entscheidend ist, dass das Auge keine einzelnen Pixel erkennen kann. Denn dann ermüdet die Augenmuskulatur nicht so rasch.
 

  • Ein Abstand von mindestens 50 Zentimetern zum Monitor schont die Augen

Neigung, Höhe und Position des Monitors

Neben dem Abstand ist aus ergonomischer Sicht die relative Position des Nutzers zum Bildschirm wichtig. Der Monitor sollte frontal vor dem Nutzer stehen und der Blick sollte leicht nach unten zielen. Außerdem gilt es Reflexionen von Lampen oder Fenstern auf dem Bildschirm zu vermeiden; die Fenster liegen idealerweise parallel zur Blickrichtung.

Befestigungsarten und ergonomische Funktion

Ist die Frage des Standorts geklärt, geht es an die Wahl der passenden Monitorhalterung. Sie wird einerseits durch die Eigenschaften des Monitors bestimmt; insbesondere durch dessen Diagonale und Gewicht. Andererseits gilt es zu entscheiden, wo die Monitorhalterung und wie der Monitor fixiert werden sollen: neigbar, höhenverstellbar oder dreh- und schwenkbar?

Der Monitor und seine Dimensionen

Die Monitorhalterung muss auf die Größe und das Gewicht des Monitors abgestimmt sein – nur so ist gewährleistet, dass der Monitor sicher und dauerhaft fixiert werden kann.

Der VESA-Befestigungsstandard

Außerdem muss die Befestigungsvorrichtung der Halterung mit jener des Monitors übereinstimmen. Glücklicherweise hat sich ein internationaler Standard entwickelt, der so genannte VESA-Standard. In der Video Electronics Standards Association (VESA) haben sich fast dreihundert Elektronikhersteller zusammengeschlossen – mit dem Ziel, den Bereich der Computergrafik zu vereinheitlichen. Bei den Monitorhalterungen umfasst die Spezifikation

●    den Abstand der Löcher für die Gewindeschrauben,
●    die Länge, die Zahl und Stärke der Schrauben sowie
●    die maximale Diagonal und Traglast des Monitors.

Das Ergebnis sind normierte Bezeichnungen, die stets dem gleichen Muster folgen. Bei Monitoren sind die "VESA MIS-D" bis "VESA MIS-F"-Standards verbreitet, wobei MIS für "Mounting Interface Standard" steht.
Die Buchstaben D, E und F korrespondieren mit bestimmten Bildschirmdiagonalen und Traglasten; D bspw. mit einem Gewicht bis 14 Kilo und einer Diagonalen zwischen rund 30 bis 58 Zentimeter. Abgeschlossen wird die VESA-Bezeichnung von einer Zahl, bspw. 75 oder 100; sie beschreibt den Lochabstand.

Nach welchem VESA-Standard dein Monitor verlangt, erfährst du aus den technischen Spezifikationen oder aus dem Handbuch.
 

  • Die VESA-Standards des Monitors und der Halterung müssen übereinstimmen

Monitorhalterungen: Typen & ergonomische Funktionen

Wo und wie die Monitorhalterung befestigt werden soll, bestimmt der jeweilige Einsatzzweck. Zur Wahl stehen die:

●    Tisch- bzw. Bodenhalterung (Standfuß- bzw. Fahrgestell)
●    Wandhalterung
●    Deckenhalterung
●    Mehrfachhalterung

Tischhalterung oder Fahrgestell

Die Tischhalterung per Standfuß ist die Standardform der Monitorhalterung; der Fuß wird in der Regel mitgeliefert. Die ergonomische Bandbreite dieser Lösung ist allerdings begrenzt. So lässt sie sich in der Regel nicht auf dem Tisch fixieren.
Die Einschränkungen lassen sich mit einer eigenständigen Tischhalterungen ausräumen. Insbesondere modulare Ausführungen mit einem Schwenkarm erweisen sich ergonomisch als besonders vielseitig.

Eine Abwandlung der Standfuß-Halterung sind Halterungen, die als Fahrwagen oder Fahrgestell ausgeführt sind. Sie machen aus dem Monitor ein mobiles Media-Center, das Zusatzgeräte aufnehmen kann. Ihr Nachteil ist der hohe Preis und der große Platzbedarf.

Wandhalterung und Deckenhalterung

Wand- und Deckenhalterungen sind im Gegensatz dazu besonders platzsparende Lösungen. Die Wandhalterung bietet eine höhere Flexibilität, da sie in praktisch allen Ausführungen erhältlich ist: von der schwenk- und höhenverstellbaren Monitorhalterung bis zu mehrgelenkigen Schwenkarmen. Deckenhalterungen sind besonders übersichtlich und ästhetisch, in der Beweglichkeit jedoch eher eingeschränkt.

Mehrfachhalterung

Beim Gaming oder bei der Bildbearbeitung reicht ein Monitor oft nicht aus. Wo mehrere Monitore benötigt werden, ist eine Mehrfach-Monitorhalterung gefragt. Mit ihr lassen sich zwei bis vier Monitore fixieren und je nach Wunsch Positionieren: nebeneinander, übereinander oder durch Schwenkarme in verschiedenen Positionen. Diese Mehrfachlösungen können als Tisch-, Wand- oder Deckenhalterungen ausgeführt sein.

Ergonomische Funktionen – wie beweglich soll der Monitor sein

So unterschiedlich die Lösungen für die Fixierung aussehen, so vielseitig präsentiert sich die Verbindung zwischen dem Monitor und der Halterung. Es existieren:

●    neig- und schwenkbare,
●    höhenverstellbare und
●    drehbare Monitorhalterungen.

Neig- und schwenkbare Modelle

Zwar gibt es auch starre Halterungen, aus ergonomischer Sicht sollte eine neig- und schwenkbare Halterung aber die Mindestanforderung sein; sie erlaubt die wichtigsten Ergonomie-Anpassungen. Der Vorteil dieser einfachen Ausführung sind der geringe Platzbedarf und die geringen Kosten; dem steht die eingeschränkte Flexibilität gegenüber.

Höhenverstellbare Halterungen

Sie ergänzen die rudimentären Einstellmöglichkeiten der neig- und schwenkbaren Modelle um vertikale Anpassbarkeit, ohne wesentlich teurer zu sein. Deshalb bieten diese Konstruktionen einen guten Kompromiss aus Preis, Ergonomie und Platzersparnis.

Drehbare Monitorhalterungen (Pivot-Funktion)

Für die, die viel mit Dokumenten in üblichen Papiergrößen arbeiten, kann eine zusätzliche Dreh- bzw. Pivot-Funktion von Nutzen sein. Der Bildschirm lässt sich in diesem Fall um 90 Grad drehen, wodurch sich die Lesbarkeit verbessert.

Halterungen mit Schwenkarm

Die flexibelste, aber auch teuerste Form der Monitorhalterung sind die Modelle mit einem ein- oder mehrgelenkigen Schwenkarm. Sie eignen sich insbesondere dann, wenn der Monitor regelmäßig von mehreren Personen genutzt wird (Kunden/Kollegen). Der Grund: Durch den meist dreigelenkigen Schwenkarm ist der Anpassungsspielraum besonders groß; bei Luxusmodellen kann die Einstellung auch elektronisch erfolgen.
Allerdings nehmen diese Konstruktionen viel Platz ein.

Fazit: Die Monitorhalterung gibt dem Monitor den letzten Schliff

Die passende Monitorhalterung bringt die Qualitäten eines guten Monitors richtig zur Geltung. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass bei der Wahl einige Kriterien berücksichtigt werden.
 

Veröffentlich am 18.04.2019