Speicherkarten: Welches Modell brauche ich?

Auf dem Markt existieren unzählige Varianten verschiedener Speicherkarten – von SD-Karten über Compact-Flash-Formate bis zur MultimediaCard. Die große Auswahl ist zwar erfreulich, gleichzeitig erschwert sie jedoch den Kauf. In diesem Artikel zeigen wir die wichtigsten Unterschiede zwischen den verschiedenen Speicherkarten.

Welcher Speicherkarten gibt es?

"Die eine Speicherkarte" gibt es nicht. Vielmehr widmen wir uns in diesem Artikel fünf unterschiedlichen Typen, die natürlich auch für unterschiedliche Anwendungszwecke designt sind. Los geht's!

SD-Karten

Die Secure-Digital-Karten sind der Typ Speicherkarte, der im Alltag der meisten Menschen wohl die größte Rolle spielt. Erhältlich sind sie im Standardformat als SD-, SDHC- und SDXC-Variante. Damit gibt es jeweils kleinere Formate in Form der miniSD- und microSD-Karten. Letztere Speicherkarte ist etwa in Smartphones als Speichererweiterung sehr beliebt. Die größeren SD-Karten hingegen sind häufig in ausgewachsenen Digitalkameras zu finden.

Die Unterschiede zwischen den erwähnten Formaten SD, SDHC und SDXC betreffen vor allem die Kapazität: SD-Karten hören bei 2 GB auf, eine SDXC-Speicherkarte hingegen schluckt bis zu 512 GB. Ähnlich ist es bei microSDXC-Karten, die bei 64 GB beginnen und ebenfalls - aktuell - bei 512 GB aufhören. Weiterhin unterscheiden sich diese Karten in ihrer Übertragungsgeschwindigkeit – aber darauf gehen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ein.

CF-Karten

Der CompactFlash-Standard existiert bereits seit Anfang der 1990er und kommt bis heute vor allem in Digitalkameras zum Einsatz – aber dort vor allem im professionellen Segment. Diese Speicherkarte zeichnet sich unter anderem durch ihre hohe Robustheit aus, da sie in einem Metallgehäuse gelagert wird und daher auch extremen Witterungen standhält. Der Standard wird permanent weiterentwickelt, momentan ist Version 6.0 aktuell.

Bei den Kapazitäten unterscheidet der Handel zwischen CF-Karten mit weniger als 1 GB Speicherplatz bis hin zu 512 GB. Theoretisch sind sogar 128 Petabyte möglich - nur existiert die dafür notwendige Technik bislang nicht. Da CompactFlash-Karten im Einkauf teurer sind als einfache SD-Karten, kommen diese im Einsteigersegment der Digitalkameras meist nicht zum Einsatz.

Memory Sticks

Dieser allein von Sony entwickelte Standard existiert seit 1998 und wird in unzähligen Varianten angeboten – von MS über MSD und MSP bis zu MSPD. Vorrangig kommen Memory Sticks in den hauseigenen Produkten zur Anwendung. Dazu zählen Camcorder, Digitalkameras, MP3-Player, PDAs, einige Notebooks oder auch die PlayStation Portable (PSP). Heute spielt der Memory Stick kaum noch eine Rolle, auch im Handel lassen sich nur noch vereinzelt Exemplare finden.

Über die Jahre entwickelte Sony den Standard immer weiter: Zu Beginn waren es noch 128 MB pro Speicherkarte, doch der Memory Stick PRO konnte bereits 32 GB speichern. Über diese Kapazität ist der Memory Stick nie hinausgekommen. Der Memory Stick Micro (M2) reduzierte zwar die Größe der Speicherkarte, sodass der Transport einfacher war - doch gleichzeitig wurde damit die Kapazität wieder auf 16 GB halbiert.

xD-Picture-Karten

Wie der Name schon sagt, besteht der Haupteinsatzzweck der xD-Picture-Karte darin, Bilder zu speichern - und zwar vor allem in Digitalkameras. FujiFilm und Olympus zeichneten sich 2002 für die Entwicklung verantwortlich, während Sony und Toshiba die Speicherkarten herstellten. Angeboten werden die Karten in Kapazitäten zwischen nur 16 MB bis hin zu immerhin 2 GB. Aktuelle Digitalkameras unterstützen die xD-Picture-Karte in der Regel nicht mehr.

Heute gibt es immerhin Adapter, mit denen in älteren Digitalkameras die xD-Picture-Schnittstelle noch immer genutzt werden kann. Darin werden normale microSD-Karten eingebaut, die maximal 8 GB Kapazität aufweisen dürfen. Gänzlich nutzlos ist die Schnittstelle somit noch nicht. Auch existieren noch immer Datenlesegeräte, mit denen Bilder von xD-Picture-Karten ausgelesen werden können – was aufgrund der maximalen Geschwindigkeit von 5 MB/s aber seine Zeit dauert.

MultimediaCard

Die MultimediaCard wurde angeboten in den Typen RS-MMC, MMC-micro und – als Speerspitze der Technologie – eMMC. Der Nachfolger der Technik ist die SD-Karte, die den MMC-Standard praktisch obsolet gemacht hat. Abhängig vom Typ wurden Speicherkarten mit einer Kapazität zwischen 2 bis 64 GB angeboten, die eMMC bringt es sogar auf 256 GB – bei einer ebenfalls ansprechenden Geschwindigkeit von 250 MB/s.

Auch heute noch können MMC-Karten in der Regel genutzt werden, da Abwärtskompatibilität zum SD-Standard herrscht. Kameras, die also mit SD-Karten klarkommen, können meistens auch MMC-Karten verarbeiten. Ein Neukauf von MMC-Karten anstelle von SD-Karten ist hingegen nicht zu empfehlen, denn dafür sind die Preise einfach viel zu hoch, die bei etwa 10 Euro pro GB beginnen und noch weiter darüber hinausgehen.

Die Geschwindigkeit: Was bedeutet sie?

Bei jeder Speicherkarte (unabhängig vom Typ) ist auch die Übertragungsgeschwindigkeit in Megabyte pro Sekunde angegeben (MB/s). Dort sind immer zwei Werte angegeben: die Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Lesen bedeutet, wie schnell Daten von der Speicherkarte gelesen werden können. Die Schreibgeschwindigkeit gibt an, wie schnell Daten auf die Speicherkarte geschrieben werden. Insgesamt ist eine höhere Geschwindigkeit natürlich immer besser, da etwa Bilder und Videos schneller auf einem Computer landen, um von dort aus weiterverarbeitet zu werden.

  • Wichtiger ist in der Regel, sofern angegeben, die Minimalgeschwindigkeit bei der Datenübertragung. Der maximale Wert liegt ohnehin meist nur für kurze Zeit an – wichtiger ist, was die Speicherkarte über einen längeren Zeitraum mindestens liefert. Je mehr, desto besser!

Was bedeuten die Abkürzungen?

Wer sich für eine Speicherkarte interessiert, stolpert zwangsläufig über sehr viele Abkürzungen. Die wichtigsten haben wir aufgelistet:

Geschwindigkeit

Oftmals werden Speicherkarten mit Angaben wie "666x" oder "1000x" versehen. Diese Angabe bezieht sich darauf, wie viel schneller als ein normales CD-ROM-Laufwerk die Speicherkarte arbeitet. 1x steht für etwa 150 KB/s, 1000x würde es somit auf etwa 150 MB/s bringen.

Classes

SD-Karten werden zur schnelleren Erkennung ihrer Leistung in Klassen eingeteilt. Class 2 ist die langsamste Variante, Class 10 ist bereits recht flott und reicht etwa für die Speicherung von Full-HD-Videos aus. Class V90 ist die schnellste Variante, die aktuell noch utopische 8K-Videos speichern kann.

UHS

Die UHS-Klassifizierung bezeichnet die Schnittstelle, über die Daten von SD-Karten übertragen werden. UHS-III ist die aktuellste Variante, die es auf extrem schnelle 624 MB/s bringt – zumindest theoretisch. Verbreiteter sind Varianten wie UHS-I, die immerhin noch 104 MB/s übertragen.
 

Veröffentlich am 18.04.2019